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B. Braun Geschäftsjahr 2019: B. Braun steigert Umsatz

| Redakteur: Julia Engelke

50 Jahre ist es her, dass B. Braun den ersten Geschäftsbericht publizierte. Die Bilanzpressekonferenz zum Jubiläum letzte Woche fand unter besonderen Bedingungen statt: aufgrund der Corona-Pandemie virtuell. Trotzdem konnte eine positive Bilanz gezogen werden.

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Die B. Braun-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gesamtumsatz von 7.471,3 Mio. Euro abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent.
Die B. Braun-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gesamtumsatz von 7.471,3 Mio. Euro abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent.
(Bild: B. Braun Melsungen AG )
  • Gutes Geschäftsjahr im Rahmen der Erwartungen
  • Alle Sparten trugen zur positiven Umsatzentwicklung bei
  • Aktuelle Corona-Situation trifft B. Braun als systemrelevanten Lieferanten

Die B. Braun-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gesamtumsatz von 7.471,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6.908,1 Mio. Euro) abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent. „2019 war ein anspruchsvolles Jahr, in dem wir sehr erfolgreich unsere Produkte und Dienstleistungen im Markt platzieren konnten“, sagte die Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun in Melsungen im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz am Freitag, dem 27. März. Sie präsentierte die Zahlen gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Annette Beller. Das EBITDA betrug 1.079,1 Mio. Euro (Vorjahr: 952,5 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (bereinigt) 400,2 Mio. Euro (Vorjahr: 451,6 Mio. Euro). „Das Ergebnis ist im Rahmen der Erwartungen“, so Braun. Es sei belastet durch Anlaufkosten in neuen Werken sowie durch höhere Produktionskosten an Standorten in den USA und Deutschland, die vor allem durch steigende regulatorische Anforderungen entstanden seien. „Wir wollen digitale Technologien nutzen, um Produkte und Therapien sicherer zu machen, aber auch um bei internen Prozesse effizienter zu werden“, erläuterte die Vorstandvorsitzende weiter. „Mit Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit wollen wir die Zukunft des Unternehmens gestalten, um auch weiterhin die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern.“

Die Entwicklung der Sparten

Alle Sparten trugen zur positiven Umsatzentwicklung bei. Die Sparte Hospital Care erhöhte den Umsatz durch Zuwächse um 6,8 Prozent auf 3.343,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3.131,1 Mio. Euro). Aus Produktsicht sorgten vorrangig der Vertrieb von automatischen Infusionssystemen, die Zubereitung patientenindividueller Ernährungslösungen sowie der Bereich der parenteralen Ernährung für entsprechende Steigerungen. Die Sparte Out Patient Market erreichte einen Umsatz von 917,3 Mio. Euro (Vorjahr: 840,9 Mio. Euro) und erzielte damit eine Steigerung von 9,1 Prozent zum Vorjahr. Eine starke Entwicklung zeigte sich im Bereich Hygienemanagement sowie beim Vertrieb von Produkten anderer Sparten im ambulanten Markt. Auch mit Produkten der urologischen Versorgung und Wundbehandlung erzielte B. Braun gute Umsätze. Der Umsatz der Sparte B. Braun Avitum steigerte sich im Berichtsjahr um 11,8 Prozent auf 1.210,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1.082,3 Mio. Euro). Zur deutlichen Steigerung im Produktgeschäft trug insbesondere das Exportgeschäft bei. Auch die B. Braun-Dialysekliniken entwickelten sich weiterhin positiv.

Aesculap: Umsatzsteigerung von 7,9 Prozent

Die Sparte Aesculap erzielte im Berichtsjahr 2019 einen Umsatz von 1.968,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.824,4 Millionen Euro) und lag damit 7,9 Prozent über dem Vorjahr. Alle Geschäftsfelder trugen zum Gesamtwachstum bei. „Wir haben ein gesundes Umsatzwachstum in einem herausfordernden Jahr erzielt und uns noch besser für die Zukunft aufgestellt“, sagt Dr. Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender von Aesculap. „Wir sind zudem stolz darauf, auch weiterhin unseren Beitrag zum Konzernerfolg von B. Braun zu leisten“, so Dr. Schulz weiter.

Wesentliche Wachstumstreiber im Umsatz waren China, Russland und die USA. Zusätzliche Wachstumsimpulse kamen aus Deutschland, Polen, Japan, Frankreich und Spanien. Insbesondere die Geschäftsfelder Interventionelle Therapie und Sterilgutmanagement verzeichneten ein starkes Wachstum, unterstützt durch eine dynamische Entwicklung in den Segmenten Wirbelsäulenchirurgie, Neurochirurgie sowie Laparoskopie. „Wir haben unsere Innovationskraft mit unseren Produkteinführungen trotz Medizinprodukteverordnung eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagt Dr. Katrin Sternberg, Mitglied des Aesculap-Vorstands für Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Regulatory Affairs und Medical Scientific Affairs. Zu den Produkteinführungen zählen unter anderem die neue Generation des Navigationssystems Ortho Pilot Elite, die neue Containergeneration Aicon, das digitale Mikroskop Aesculap Aeos und das orthopädische Instrumentarium SQ-Line.

Aktuelle Corona-Situation

Als systemrelevanter Lieferant im Gesundheitswesen ist natürlich auch B. Braun von der aktuellen Corona-Pandemie betroffen. Die Sicherstellung der Lieferketten und der Schutz der Mitarbeiter stehen in dieser Situation an erster Stelle. Interne Krisenstäbe haben umfangreiche Maßnahmen erarbeitet, um dies zu gewährleisten. So arbeiten die Mitarbeiter vom Homeoffice aus oder in Schichten, die keinen Kontakt zueinander haben. Am Standort Melsungen unterstützen auch vermehrt Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen den Vertrieb, sodass Kunden und Patienten weiterhin zuverlässig versorgt werden können. Für die Produktionsstandorte in aller Welt gibt es Sondergenehmigungen, die eine sichergestellte Produktion erlauben. So werden z.B. in Malaysia Desinfektionsmittel hergestellt und auch in Norditalien wird weiter produziert: in Schichtarbeit und im sicheren Umfeld Reinraum. „Der Vorteil für B. Braun in dieser Situation ist das breit aufgestellte Portfolio“, so Anna Maria Braun. In der Sparte Hospital Care sei ein steigender Umsatz sichtbar, die Sparte Aesculap leidet dagegen unter der Situation: weniger OPs sorgen für einen Umsatz-Rückgang.

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