Das Medizintechnologieunternehmen B. Braun hat seinen langfristigen Wachstumskurs auch im Geschäftsjahr 2025 fortgesetzt. Trotz eines global anspruchsvollen Marktumfeldes gelang es dem Unternehmen, sowohl den Umsatz als auch die Ertragskraft im Rahmen der strategischen Zielgrößen zu steigern.
B. Braun beschäftigte zum Jahresende 2025 in 64 Ländern 66.821 Personen aus 143 Nationen. Damit wurden rund 1.000 Stellen zusätzlich geschaffen, v. a. in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb.
(Bild: Marco Moog/B.Braun)
„2025 war für B. Braun ein erfolgreiches Jahr. In allen Bereichen der Gesundheitsversorgung standen die Anforderungen unserer Kunden bei uns im Mittelpunkt – immer mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen den Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Behandlung zu ermöglichen. Unsere wirtschaftlichen Ziele haben wir erreicht und unsere Position als ein führendes Unternehmen der Medizintechnologie weiter ausgebaut“, sagt B. Braun-Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun. „Auch im laufenden Jahr werden wir unsere langfristige Konzernstrategie weiter diszipliniert umsetzen und die Chancen von Technologie und Digitalisierung sowohl in unseren internen Prozessen als auch bei der Produktentwicklung für unsere Kunden konsequent nutzen.“
Geschäftsentwicklung des Konzerns im Jahr 2025
Im Berichtsjahr erzielte B. Braun einen Umsatz von 9,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 9,1 Mrd. Euro). Der Zuwachs lag bei 5,1 Prozent in konstanten Wechselkursen (+2,8 Prozent in Konzernwährung) und erreichte somit den strategischen Zielkorridor von 5 bis 7 Prozent. Alle drei Sparten und jede der sechs Geschäftsregionen trugen zu diesem Wachstum bei. Besonders dynamisch entwickelten sich Verbrauchsartikel, Produkte der Regionalanästhesie, der Neurochirurgie und der minimalinvasiven Chirurgie, sowie die Gesundheitszentren und die Stoma- und Kontinenzversorgung.
Regional betrachtet erzielte B. Braun den größten Umsatzanstieg in Asien-Pazifik mit einem Plus von währungsbereinigt 8,1 Prozent sowie in Osteuropa mit 6,7 Prozent. Mit Blick auf die Sparten legte die umsatzstärkste Sparte Hospital Care mit währungsbereinigt 6,1 Prozent am deutlichsten zu, gefolgt von der Sparte Aesculap mit 5,4 Prozent und Avitum mit 2,1 Prozent.
Auch seine Ertragskraft konnte B. Braun im Berichtsjahr weiter stärken: So erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 1.219,5 Mio. Euro nach 1.088,9 Mio. Euro im Vorjahr. Die entsprechende Rendite verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 13,0. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 460,9 Mio. Euro (VJ 257,0 Mio. Euro) und erreichte damit 4,9 Prozent vom Umsatz, der Konzernjahresüberschuss lag bei 307,2 Mio. Euro nach 165,3 Mio. Euro in der Vergleichsperiode, wobei letztere durch Sondereffekte belastet war.
Maßgeblich für die positive Ertragsentwicklung waren ein fokussiertes Portfoliomanagement, disziplinierte Kostensteuerung und Effizienzsteigerungen in den Werken weltweit. Belastungen aus Währungseffekten und Zöllen glichen sich durch positive Effekte aus Preisanpassungen und notwendigen Anpassungen bei Anlagen-Abschreibungsdauern weitgehend aus.
Die zentralen Bilanz- und Finanzkennziffern von B. Braun liegen weiterhin auf einem soliden Niveau. So belief sich die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 auf 48,0 Prozent nach 46,1 Prozent zum Jahresende 2024.
Signifikante Investitionen in Produktionsnetzwerk und Technologien
Auch im Jahr 2025 investierte B. Braun substanziell in seine weltweite Infrastruktur. So flossen über 800 Mio. Euro in Erweiterungen und die Digitalisierung des globalen Produktionsnetzwerks sowie in neue Technologien: Im Oktober 2025 nahm B. Braun das hochautomatisierte Werk „ACTIVE“ für Einmalartikel der Infusionstherapie in Melsungen in Betrieb. Die neue Fertigung nutzt u. a. Robotik und fahrerlose Transportsysteme. In Tuttlingen wurde der Grundstein für die Technology Factory gelegt, die die Vorfertigung chirurgischer Produkte neu aufstellt. Die Anlage ist perspektivisch auf einen CO2-neutralen Betrieb ausgelegt – mit Geothermie, Abwärmenutzung und Photovoltaik. Mit der vollständigen Übernahme des US-amerikanischen Mikrochirurgie-Spezialisten True Digital Surgery hat B. Braun außerdem sein Technologieportfolio für robotisch unterstützte 3D-Mikroskopie in der Neuro-, Wirbelsäulen- und HNO-Chirurgie erweitert. Mit dem Ausbau und gezielten Zukäufen im Bereich der Gesundheitszentren in Rumänien und Tschechien stärkte B. Braun überdies seine Kapazitäten in der Dialysebehandlung.
F&E: Innovatives Portfolio mit integrierten Lösungen
Im Jahr 2025 erhöhte das Unternehmen seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 584 Mio. Euro – ein Plus von 11 Prozent. Damit investierte B. Braun 6,2 Prozent seines Umsatzes in Innovationen.
Technologie und Digitalisierung bestimmen die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Daher entwickelt B. Braun sein Portfolio stetig weiter hin zu integrierten, digital vernetzten Lösungen und verbindet Geräte, Software, Verbrauchsmaterialien und Services zu intelligenten Gesamtsystemen. In der Infusionstherapie wurde die Vernetzung von Infusionspumpen, entsprechendem Zubehör und Software weiter vorangetrieben. Die daraus entstandene integrierte Lösung ermöglicht eine sichere Therapieeinhaltung sowie eine automatische Dokumentation – ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit und zur Entlastung des Pflegepersonals. Auch in der Chirurgie stärkt B. Braun mit einer integrierten Lösung die Standardisierung der Abläufe von der Planung bis zur Dokumentation. Echtzeitdaten unterstützen präzisere Entscheidungen, während eine digital gesteuerte Sterilgutmanagement-Lösung die Vorbereitung effizienter und planbarer macht. In der Dialyse wiederum reduziert die automatisierte Datenerfassung und Dokumentation den administrativen Aufwand deutlich, wodurch mehr Zeit für die individuelle Patientenbetreuung entsteht.
Ein starkes Team von über 66.000 Mitarbeitenden
B. Braun beschäftigte zum Jahresende 2025 in 64 Ländern 66.821 Personen aus 143 Nationen. Damit wurden rund 1.000 Stellen zusätzlich geschaffen, v. a. in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb. Zugleich trieb B. Braun die sparten‑ und länderübergreifende Zusammenarbeit im Konzern voran, um Expertise gezielter zu bündeln und Innovationen schneller zur Marktreife zu führen. „Integrierte Lösungen entstehen, wenn Expertinnen und Experten aus Medizin, Technik, Digitalisierung, Produktion und Vertrieb eng zusammenarbeiten. Dieses Zusammenspiel reduziert Schnittstellen, verkürzt Entwicklungszeiten und bringt Innovationen schneller zum Patienten“, so Konzernchefin Anna Maria Braun.
Stand: 08.12.2025
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Ausblick
Auch für die Zukunft hat sich das Unternehmen ambitionierte Ziele gesetzt und rechnet mit weiterem profitablem Wachstum. So sieht die langfristige Strategie ein jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum innerhalb einer Bandbreite von 5 bis 7 Prozent vor. Ertragsseitig strebt das Unternehmen die weitere schrittweise Steigerung der EBITDA‑Marge sowie des Ergebnisses vor Steuern an.