Patentdienstleistungen

Geburtshelfer für Erfinder

| Redakteur: Peter Reinhardt

Bild 1 | Gründer des Erfinderhauses: Marijan Jordan und Gerhard Muthenthaler helfen Tüftlern auf dem Weg von der Idee zum Patent
Bild 1 | Gründer des Erfinderhauses: Marijan Jordan und Gerhard Muthenthaler helfen Tüftlern auf dem Weg von der Idee zum Patent (Bild: Erfinderhaus)

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Die EU-Kommission will Erfindern künftig helfen, ihre Ideen einfacher zu schützen. Ab 2014 brauchen Erfinder nur noch ein einziges Dokument, um Patente in 25 Ländern der EU anzumelden. Das senkt Arbeit und Kosten für Schutzrechte.

Die Zeiten sind günstig für Innovationen. Nicht zuletzt dank neuer Finanzierungsformen wie dem Crowdfunding und mit Hilfe neuer Medien lassen sich Ideen einfacher umsetzen als in der Vergangenheit. Dienstleister wie das Erfinderhaus (Bild 1) bieten zudem umfassende Unterstützung.

Erfindung 1: Mobile Druckkammer

Erfinder Wilfried Daiker ist Mechanikermeister und seit 25 Jahren in der Produktion von medizinischen Einmalprodukten tätig. Er hat die Idee umgesetzt, Organe in einer mobilen Druckkammer statt wie bisher in einer Kühlbox zu oxygenieren und zu transportieren. So verlängert sich die maximal mögliche Transportdauer von Spenderorganen zum Empfänger. Zudem erreichen die hochsensiblen Organe den OP in einem besseren Zustand als in gängigen Kühlboxen und das Komplikationsrisiko während einer Operation wird reduziert. Hintergrund: Für den Erhalt eines Organs sind maßgeblich die Erythrozyten verantwortlich. Sie bilden aber aufgrund ihrer hohen Sensibilität auch den Schwachpunkt, wenn es darum geht, ein Organ künstlich am Leben zu erhalten.

Die mobile Druckkammer ist so aufgebaut, dass Organe für die Dauer des Transports in Blutplasma liegen. Als Vater dieser Theorie der hyperbaren Oxygenation gilt der niederländische Chirurg Ite Boerema. Bereits 1957 stellte er fest, dass bei einem Druck von 2 atü und reiner Sauerstoffatmung keine Erythrozyten erforderlich sind, um den lebensnotwendigen Sauerstofftransport sicherzustellen.

Auf dieser Theorie beruht das innovative System von Daiker. Bei einem Druck von mindestens 2,4 bar diffundieren so viele Sauerstoffmoleküle in das Blutplasma, dass gar keine roten Blutkörperchen mehr gebraucht werden. Dieses Vorgehen ist bereits aus der Tauchmedizin bekannt. Wilfried Daiker überführt diese Technik in ein neues Anwendungsgebiet, indem er die Funktionsweise einer Druckkammer in einem auf die Organgröße angepassten Transportkoffer einsetzt. Eine Pumpe simuliert das Herz und der Druck von 2,4 bar sorgt dafür, dass ausreichend Sauerstoff in das Organ gepumpt wird. Für die richtige Temperatur sorgt eine Heizung, die lebensnotwendigen Nährstoffe können flüssig im Blutplasma untergebracht werden. So wird ein lebensähnlicher Kreislauf geschaffen.

Ergänzendes zum Thema
 
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