France

Mitsubishi Electric Für die Zukunft rüsten

Redakteur: Peter Reinhardt

Um in einem wettbewerbsstarken Markt zu bestehen, müssen Medizintechnikhersteller permanent die Produktionseffektivität steigern und die Kosten senken. Mehr Vernetzung sowie der Einsatz moderner Automatisierungstechnik im Sinne von Industrie 4.0 bereiten hierfür den Weg.

Firmen zum Thema

MRT-Roboter: In einem Handling-Modul für die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage hat Robotronic gleich zwei Überkopf-Knickarmroboter von Mitsubishi Electric integriert.
MRT-Roboter: In einem Handling-Modul für die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage hat Robotronic gleich zwei Überkopf-Knickarmroboter von Mitsubishi Electric integriert.
(Bild: Robotronic)

Unter dem Schlagwort Overall Equipment Effectiveness (OEE) wird derzeit branchenübergreifend nach Lösungen zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität gesucht. Michael Suer, Director Life Science, Mitsubishi Electric Europe B.V., erklärt: „Durch Vernetzung wird Produktion immer intelligenter. Das gilt auch in der Medizintechnik. Die Kunst besteht darin, aus den Datenmassen die richtigen Informationen zu ermitteln, zu analysieren und die Anlage auf Basis der Erkenntnisse optimal und damit zukunftsfähig zu gestalten.“

Eine durchgehende Vernetzung sorgt für Transparenz, die zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität nötig ist. Über Schnittstellen wie das MES-Interface aus dem Hause Mitsubishi Electric lassen sich Daten schnell und einfach in der gesamten Anlage auf Werkebene erfassen und an übergeordnete MES- oder ERP-Systeme der Leitebene zur weiteren Auswertung und Analyse übertragen. Ein Gateway-PC ist dafür nicht nötig. Das MES-Interface basiert auf einer SPS von Mitsubishi Electric, ist jedoch kompatibel mit Steuerungsplattformen unterschiedlicher Hersteller. Die Inbetriebnahmezeit durch einen Anlagentechniker beträgt lediglich 15 Minuten.

Bildergalerie

Roboterlösungen sind kompakt, flexibel und schnell

Strategien zur Steigerung der Gesamtanlageneffektivität haben zudem eine kompaktere Bauweise, kürzere Produktionszyklen und deutlich weniger Ausschuss zum Ziel. Automatisierungstechnologien unterstützen diese Ansätze maßgeblich. Vor allem Robotertechnik wird hierfür zunehmend genutzt.

„Roboter bringen Flexibilität und Effektivität in die Produktion. Sie entlasten den Menschen, der sich dadurch wertschöpfenden Aufgaben zuwenden kann“, so Suer. In der Medizintechnik übernehmen sie immer häufiger Handlingaufgaben. Sie kommen vor allem im Assembling von Komponenten und im Secondary Packaging zum Einsatz.

So setzt beispielsweise der deutsche Medizintechnikhersteller Maquet Cardiopulmonary Scara- und Knickarmroboter von Mitsubishi Electric beim Assembling von Oxygenatoren, der Hauptkomponente von Herz-Lungen-Maschinen, ein. Als Einmalprodukte konzipiert, spielen hier die Produktionskosten eine wichtige Rolle. Die roboterunterstützte Fertigung ermöglicht eine entsprechende Kosteneffizienz.

Insbesondere im Reinraum ist der verfügbare Platz ein teures Gut. Umso wichtiger ist es, dort kompakte Komponenten einzusetzen, denn entsprechend platzsparend sind letztlich auch die Maschinen. „Unsere Roboter zeichnen sich ebenso wie unsere Komponenten, zum Beispiel Controller oder Servoantriebe, durch besonders raumsparende Bauart aus und bieten flexible Einsatzmöglichkeiten“, sagt Suer. Ihre einfache Handhabung erlaube zudem in der betrieblichen Praxis eine schnelle Integration, Inbetriebnahme und Anpassung.

Montagezelle mit modularer Robotertechnik

Das dürfte auch die Verantwortlichen der schweizerischen Robotronic AG überzeugt haben. Mit deren MRT-Zelle (Modulare Robotertechnik) lassen sich hochkompakte Handlinglösungen realisieren. Das Basismodul der MRT-Zelle hat nur eine Grundfläche von 1,0 mal 1,30 m und ist etwa 2,20 m hoch. In einem Anwendungsbeispiel übernehmen zwei Überkopf-Knickarmroboter von Mitsubishi Electric die Zuführung von Fertigspritzen in die Endverpackungsanlage gemäß Reinraumanforderungen nach GMP-Norm Level D. „Wettbewerbsprodukte benötigen dafür drei- bis viermal so viel Platz“, so Suer. 400 Spritzen pro Minute kann die Maschine in die Ent-leerungsschiene eintakten, maximal lassen sich bis zu 600 Stück pro Minute verarbeiten.

Je nach Typ erfüllen die verwendeten Melfa-Roboter bei Bedarf sogar die Reinraumklasse ISO 3 bzw. ISO 5 und sind gemäß IP54 bis IP67 staub- und spritzwassergeschützt. Mitsubishi Electric bietet Modelle der neuen Robotergeneration der F-Serie auch in einer Multi-Resistant-Ausführung an – freigegeben für die regelmäßige CIP-Reinigung (Cleaning in Place) mit Wasserstoffperoxid als Medium.

(ID:43577708)