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Zukunftscluster Semeco Medizinische Halbleiter werden gefördert

Quelle: Pressemitteilung Technische Universität Dresden 4 min Lesedauer

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Sichere Gesundheitslösungen, smarte Plattformen und modulare Systeme bilden die Grundlage für eine neue Generation medizinischer Innovationen. Der Zukunftscluster Semeco entwickelt dafür medizinische Halbleiter als Schlüsseltechnologie für sichere, vernetzte und intelligente Medizintechnik. Im Rahmen der Clusters4Future-Initiative des BMFTR erhält der Cluster für die zweite Förderphase in den kommenden drei Jahren bis zu 15 Millionen Euro Fördermittel.

Zum Auftakt der zweiten Förderphase präsentierte sich Semeco an den Silicon Saxony Days. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) informierte sich bei Dr. Moritz Herzog und den Clustersprechern Prof. Gerhard Fettweis und Prof. Jochen Hampe (v.l.). (Bild:  Anja Stübner)
Zum Auftakt der zweiten Förderphase präsentierte sich Semeco an den Silicon Saxony Days. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) informierte sich bei Dr. Moritz Herzog und den Clustersprechern Prof. Gerhard Fettweis und Prof. Jochen Hampe (v.l.).
(Bild: Anja Stübner)

Mit der zweiten Förderphase schärft Semeco (Secure Medical Microsystems and Communications) seinen Fokus auf standardisierbare medizinische Halbleiterplattformen und deren Transfer in industrielle und klinische Anwendungen. Medizinische Halbleiter sind spezialisierte Mikrosysteme, die Sensorik, Datenverarbeitung, sichere Kommunikation und KI-gestützte Funktionen gezielt auf die Anforderungen der Medizintechnik ausrichten. Aufbauend auf einem modularen Plattformansatz entstehen flexibel kombinierbare Halbleiter-, Elektronik- und Softwarekomponenten, die sicher integriert und schrittweise weiterentwickelt werden können. KI-gestützte Methoden zur Unterstützung von Zertifizierung und Zulassung sollen den Transfer neuer Technologien in die medizinische Anwendung zusätzlich beschleunigen. Die Anwendungsfelder reichen von tragbaren Ultraschallgeräten und intelligenten Sensoren zur Messung der Vitaldaten bis hin zu sicheren Kommunikationsimplantaten für Menschen mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen. Damit adressiert Semeco zentrale Herausforderungen moderner Medizintechnik, wie lange Entwicklungszyklen, komplexe Zulassungsverfahren und fehlende Interoperabilität medizinischer Systeme.

„Als Teil des Innovationsökosystems Silicon Saxony verbindet Semeco regionale Mikroelektronik-Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In der ersten Förderphase konnten wir zeigen, dass die enge Verzahnung von Halbleiter- und Kommunikationstechnologien neue medizintechnische Anwendungen ermöglicht. Mit der zweiten Förderphase richten wir unseren Fokus noch stärker auf Anwendung, Standardisierung und Markteinführung medizinischer Halbleiter“, sagen die Clustersprecher Prof. Gerhard Fettweis und Prof. Jochen Hampe. „Damit setzt Semeco ein starkes Signal für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Dresden und unterstreicht den Anspruch, Sachsen als führende Region für medizinische Mikroelektronik und smarte Medizintechnik in Europa weiter zu stärken.“

Innovationen aus dem Silicon Saxony fördern

Damit Sachsen ein Innovationsland bleibt, unterstützt der Freistaat sächsische Unternehmen und deren Kooperationspartner mit der technologie- und branchenoffenen EFRE/JTF-Technologieförderung bei Forschung, Entwicklung und Technologietransfer. So fördert Sachsen mehrere FuE-Projekte des Zukunftsclusters Semeco im Rahmen der EFRE-Technologieförderung 2021 bis 2027 und nutzt für die zweite Förderphase die STEP-Verordnung (Strategische Technologien für Europa). Ziel dieser FuE-Projekte ist es, Vorhaben in für Europa kritischen Technologiefeldern wie digitalen Technologien, technologieintensiven Innovationen und Biotechnologien zu unterstützen und damit die industrielle Transformation voranzutreiben und die wirtschaftliche Resilienz Europas zu stärken.

„Semeco verbindet Medizin mit Mikroelektronik und ist damit ein Innovationstreiber im Silicon Saxony. Der Cluster trägt zur interdisziplinären Vernetzung sächsischer Start-ups, Mittelständler, großer Halbleiterunternehmen und der hiesigen Forschungslandschaft bei. Semeco leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung der hohen Markteintrittsbarrieren im medizinischen Bereich, um technologiegetriebene Innovationen aus der Wissenschaft in die Anwendung zu bringen. Bahnbrechende medizinische Innovationen ,made in Saxony‘ bieten so die Chance, das Leben von Menschen weltweit zu verbessern und hochwertige Arbeitsplätze und komplexe Wertschöpfung im Freistaat zu schaffen. Darüber hinaus gilt es, durch intelligente, weltweit einmalige Produkte die europäische Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Hierzu leisten die Vorhaben des Semeco-Clusters einen wesentlichen Beitrag“, so Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz.

Frank Bösenberg, Geschäftsführer Silicon Saxony, ergänzt: „Semeco zeigt, wie sich die Mikroelektronikkompetenz Sachsens in neue Zukunftsmärkte übersetzen lässt. Der Zukunftscluster verbindet Spitzenforschung aus Mikroelektronik, Sensorik, Kommunikationstechnologien, künstlicher Intelligenz und Medizin zu einem integrierten Innovationsansatz für die digitale Gesundheitsversorgung von morgen. Für den Standort Sachsen ist dies von besonderer strategischer Bedeutung. Jahrzehntelang wurde die technologische Stärke der Region v. a. durch die Entwicklung und Fertigung von Halbleitern geprägt. Semeco geht nun einen entscheidenden Schritt weiter und schafft die Grundlage für eine neue Generation intelligenter cybermedizinischer Systeme. Vernetzte Implantate, sichere medizinische Kommunikationslösungen, portable Diagnostiksysteme und medizinische Halbleiterplattformen stehen exemplarisch für die Verbindung von Mikroelektronik und konkretem gesellschaftlichem Nutzen. Besonders überzeugend ist dabei der Anspruch, technologische Innovation, Cybersecurity und regulatorische Anforderungen von Beginn an gemeinsam zu denken. Dadurch entstehen Voraussetzungen, um digitale Medizinprodukte schneller, sicherer und effizienter in die Versorgung zu bringen. Genau solche Brücken zwischen Forschung, Industrie und Anwendung braucht Europa, um in strategischen Zukunftsmärkten technologisch souverän zu bleiben. Die Zusage für die zweite Förderphase ist deshalb weit mehr als ein Erfolg für das Konsortium. Sie ist ein Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hightech-Standorts Sachsen und für das Potenzial, aus exzellenter Mikroelektronik neue industrielle Wertschöpfungsketten und einen weltweit sichtbaren Leitmarkt für digitale Medizintechnologien zu entwickeln.“

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Über die Zukunftscluster-Initiative

Mit der Clusters4Future-Initiative fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) exzellente, vorrangig regionale Innovationsökosysteme. Semeco ist einer von insgesamt 14 geförderten Zukunftsclustern. Die zweite von bis zu drei möglichen Umsetzungsphasen startete im Mai 2026. Insgesamt kann Semeco über eine Laufzeit von bis zu neun Jahren mit bis zu 45 Millionen Euro gefördert werden.