Pharmamarkt

Fünf Pharma-Firmen erwirtschaften über ein Drittel der weltweiten Umsätze

| Redakteur: Manja Wühr

Anteile der Top 5 Firmen an gesamt Blockbuster-Umsätzen
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Anteile der Top 5 Firmen an gesamt Blockbuster-Umsätzen (Quelle: Novumed)

Das Beratungsunternehmen für die Pharma- und Medizintechnikindustrie Novumed hat in einer Studie über die 200 verkaufsstärksten Medikamente zusammengefasst und bietet einen Überblick darüber, welche Firmen mit ihren besten Entwicklungen das größte Stück vom Kuchen abbekommen.

München — Mehr als ein Drittel der Umsätze mit den 200 verkaufsstärksten Blockbuster Medikamenten weltweit wurden in 2013 von den fünf größten Unternehmen erwirtschaftet. Roche, Pfizer, Novartis, Johnson & Johnson und Merck erreichten mit ihren Blockbuster-Medikamenten in diesem Jahr einen Gesamtumsatz von 135 Milliarden Dollar, und waren damit die umsatzstärksten Pharmaunternehmen.

Während Roche die Konkurrenz mit einem Spitzenumsatz von 34 Milliarden Dollar weit überragte, erreichten Pfizer und Novartis jeweils 27 Milliarden Dollar, gefolgt von Johnson & Johnson und Merck mit 24 bzw. 23 Milliarden Dollar.

Die drei umsatzstärkten Therapiegebiete

Therapien für Stoffwechselerkrankungen (u.a. Diabetes, Dyslipidämie) erbrachten mit insgesamt 30 Blockbuster-Präparaten und Umsätzen von bis zu 54 Milliarden Dollar die besten Resultate im Jahr 2013. Die zweitgrößte Gruppe nach Umsätzen bildeten Therapien für Erkrankungen des zentralen Nervensystems (u.a. Depression, Multiple Sklerose, Schizophrenie, Bipolare Störung) mit ebenfalls 30 Präparaten und 48 Milliarden Dollar Umsatz. Auf dem dritten Platz lagen Onkologie-Produkte mit 25 Präparaten und 49 Milliarden Dollar.

Spitzenumsätze mit Biologics

Novumed’s Analyse der 200 verkaufsstärksten Blockbuster-Medikamente zeigt, dass Abbvie’s Humira (adalimumab) in 2013 die stärksten Umsätze erreichte, mit einer weiteren Steigerung von 15% gegenüber 2012 auf insgesamt 10,7 Milliarden Dollar. Damit macht dieser humane Antikörper, der zur Behandlung verschiedener chronisch-entzündlicher Erkrankungen eingesetzt wird, fast 60% von AbbVie‘s gesamtem Umsatz aus — ein Risiko, da Humira im Jahr 2016 den Patentschutz in den USA und Europa verlieren wird.

Auf Platz zwei steht Johnson&Johnson’s Remicade (Infliximab) — ebenfalls ein humaner Antikörper aus der Klasse der TNF-Inhibitoren, der einen Umsatz von 9,7 Milliarden Dollar einbrachte, mit 7% Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Roche’s MabThera/Rituxan (Rituximab), ein chimärer monoklonaler Antikörper, der sowohl in der Onkologie als auch für die Behandlung von Entzündungskrankheiten eingesetzt wird, brachte 8,6 Milliarden Dollar ein, das entspricht einem Zuwachs von 4%.

Starke Umsatzschwankungen durch Patentabläufe

Einen Rekordzuwachs von 226% gegenüber dem Vorjahr erfuhr der Blutgerinnungshemmer Xarelto (Rivaroxaban) der Firma Bayer mit einem Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar. Ebenfalls starke Umsatzsteigerungen von jeweils 77% und 63% erreichten Zytiga (Abirateron) von Johnson & Johnson (Gesamtumsatz 1,7 Milliarden Dollar, ein Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs, und Gilenya (Fingolimod) von Novartis (Gesamtumsatz 1,9 Milliarden Dollar), ein Immunsuppresivum zur Behandlung von Multipler Sklerose.

Durch den Ablauf des Patentschutzes im Jahr 2012 erfuhr Merck’s Leukotrienhemmer Singulair (Montelukast), der zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird, einen Umsatzeinbruch von 69%. Auch das Antidepressivum Cipralex (Escitalopram) von Lundbeck und Novartis' Zometa (Zoledronat), ein Wirkstoff zur Behandlung tumorinduzierter Hyperkalzämie, hatten Umsatzeinbußen von über 50% aufgrund von Patentabläufen zu verbuchen.

Überraschenderweise stiegen jedoch die Umsätze des Asthma-Medikamentes Seretide/ Adavir (Fluticason-propionat, Salmeterol) sogar noch um 3% an, obwohl nach dem US Patentablauf in 2010 auch das auch das Europäische Patent in 2013 ablief. Grund für die dennoch steigenden Umsätze ist eine stark verzögerte Marktzulassung für Generika, da der Nachweis einer Bioäquivalenz für diese Darreichungsform von Steroiden besonders schwierig ist. GSK produziert somit weiterhin eines der fünf umsatzstärksten Medikamente.

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