Concept Laser

Es muss nicht immer Kunststoff sein: 3D-gedruckte Zahnbürste aus Metall

| Autor / Redakteur: / Kathrin Schäfer

Warum keine 3D-gedruckten Zahnbürsten aus Edelstahl oder Titan fertigen? Beide Materialien sind dem Zahnarzt geläufig und für den oralen Einsatz zertifiziert.
Warum keine 3D-gedruckten Zahnbürsten aus Edelstahl oder Titan fertigen? Beide Materialien sind dem Zahnarzt geläufig und für den oralen Einsatz zertifiziert. (Bild: Zare)

Bei italienischem Designer denken wir an Autos mit eleganten Linien, edle Möbel oder kultige Haushaltsgegenstände. Nun wagte sich die Firma Zare aus Boretto an ein neues Zahnbürsten-Design – aus Metall.

  • Zahnbürsten aus Metall – biokompatibel und für Allergiker geeignet
  • 3D-Metalldruck mit dem Laser-Cusing-Verfahren
  • 3D-gedruckte Zahnbürsten aus Metall sind langlebig und individualisierbar

Als Andrea Pasquali, Mitinhaber von Zare, 2015 auf den österreichischen Designer Christoph Nussbaumer zuging, wollte er mit ihm den Grundstein für ein weiteres Standbein zu schaffen. Inspiriert von der gemeinsamen Begeisterung für die Geometriefreiheit, welche die AM-Technologie mit sich bringt, entstanden verschiedene Ideen. Ziel war es, aus einem normalen Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs ein Luxusgut zu kreieren, welches so noch nicht erhältlich war und formbedingt nur additiv herzustellen wäre.

Zahnbürsten aus Metall – biokompatibel und für Allergiker geeignet

Letztendlich entschied das Bauchgefühl. Die Wahl fiel auf eine „individualisierbare“ Zahnbürste aus Metall. Die Herstellkosten waren dabei nicht entscheidend. Das einzigartige Design, der Exklusivitätsgedanke sowie die Benutzerfreundlichkeit, in diesem Fall die Ergonomie, standen im Vordergrund. Bei Zare, einem Unternehmen das ursprünglich aus dem Prototyping kommet, führten diese Abhängigkeiten zu einem neuen Ansatz. Warum die bisher 3D-gedruckten Zahnbürsten nicht aus einem Edelstahl oder Titan fertigen? Beide Materialien sind dem Zahnarzt geläufig und für den oralen Einsatz zertifiziert. Edelstahl 316L ist in der Dentaltechnik verbreitet. Titan ist biokompatibel und insbesondere für Allergiker in hohem Maß attraktiv. Zudem strahlen beide Materialien die gewünschte Wertigkeit und Exklusivität aus.

Mit Laser-Cusing eine gute Oberflächenqualität erzeugen

Die logische Ableitung: Beide Materialien eignen sich perfekt zur Herstellung des angedachten Designs. Die Erfahrung versprach auch: Mit einem 3D-Metalldrucker M2 Cusing Multilaser von Concept Laser, wie ihn Zare seit 2013 besitzt, wäre auch eine sehr gute Oberflächenqualität zu erzielen. Gerade im oralen Bereich, einem sehr sensitiven Bereich, kommt es auf eine perfekte Oberflächenqualität des Endproduktes an. Deshalb erfolgt auch eine rein manuelle Nacharbeit der Zahnbürste, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen und maximalen Gebrauchskomfort zu gewährleisten.

Nussbaumer über die Entstehung der 3D-gedruckten Zahnbürste: „Ich erinnere mich noch sehr gut, als wir, Andrea Pasquali und ich, uns das erste Mal für ein neues Projekt in meinem Büro trafen. Wir dachten über ein Produkt nach, das die extreme formale Designfreiheit der additiven Fertigung abbilden konnte. Wir werteten mögliche Produkte wie Fahrräder, Lampen und Schmuck aus. Bei Schmuck hielten wir inne. Schmuck bedeutet handwerkliche Kunst in allen Phasen, von der Idee und Fertigung bis zur Veredelung. Auf der anderen Seite war uns auch klar: Wir wollten ein funktional nützliches Produkt kreieren. Ein Produkt, das man jeden Tag benutzt, wie eine Zahnbürste. Nützlich, exklusiv und nicht zu extravagant, denn man zeigt seine Zahnbürste nicht als Statussymbol. Letztendlich haben wir ein alltägliches Objekt in ein kostbares, personalisiertes Juwel verwandelt, welches den Besitzer jeden Tag begleitet, darüber hinaus aber zeitlos ist.“

Die 3D-gedruckte Zahnbürste aus Metall ist langlebig und individualisierbar

Nach rund einem halben Jahr hatte man sich auf zwei Design-Varianten festgelegt, welche jeweils in der Ausführung für Rechtshänder und Linkshänder sowie in zwei verschiedenen Materialen (Edelstahl 316L und Titan) erhältlich sind. Beide Design-Versionen wurden patentiert. Jede Zahnbürste hat eine Seriennummer und ist individualisierbar. Die Oberfläche kann matt, poliert oder galvanisiert geordert werden, oder in der Version Mio Raw ohne weitere Oberflächenbehandlung. Mit ihrem ergonomischen Design und wechselbarem Borstenkopf, dessen Grundkörper aus Silber besteht, ist die 3D-gedruckte Zahnbürste langlebig, individualisierbar und signalisiert Wertigkeit. Dies wird auch durch die Verpackung unterstrichen, die mittels 3D-Kunststoffdruck hergestellt wird. Das neue Produkt erforderte aber auch eine Vermarktungsstrategie. Die Idee für das Branding war dann der Name Mio, was zu Deutsch „Mein“ bedeutet.

Mit der Brand Mio entwickelt sich Zare vom Produktdienstleister zum Hersteller mit eigenständigem Branding und Markenkonzept. Dies stellt das Unternehmen auf zwei unterschiedliche Gleise. In jedem Falle zeigt die Bauchentscheidung „pro Mio“ von Zare schon heute eines ganz klar: Es geht beim 3D-Metalldruck darum, die Kreativität von Design und Geometrie und die Flexibilisierung der Fertigung in neue Produktideen und zusätzliche Funktionalitäten umzusetzen. Andrea Pasquali: „Additive Manufacturing bedeutet für uns bei Zare einfach eines: Jedes Produkt kann kreativer gestaltet und neu gedacht werden.“

Ergänzendes zum Thema
 
3D-Metalldruck aus dem Hause Concept Laser
Mit dem patentierten Laser-Cusing-Verfahren von Concept Laser werden mechanisch und thermisch belastbare metallische Bauteile mit hoher Präzision erstellt.

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