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Swiss Medtech Expo

Erste Schweizer Medtech-Zulieferermesse setzt Impulse

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Erfolg einer Messe hängt entscheidend davon ab, was die Besucher an Neuem erwartet. So gesehen war die 1. Swiss Medtech Expo ein Erfolg. Für Devicemed fasst Kathrin Cuomo-Sachsse vom Schweizer Medizintechnik-Verband Fasmed die wichtigsten Botschaften zum Markt und zu neuen Technologien zusammen.

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Das Team der Messe Luzern ist mit dem Verlauf der 1. Swiss Medtech Expo zufrieden.
Das Team der Messe Luzern ist mit dem Verlauf der 1. Swiss Medtech Expo zufrieden.
( Bild: Messe Luzern )

3D-Drucker, die Zahnimplantate produzieren, Bewegungsroboter, die schneller mobil machen, oder Pflaster, die Frühchen beim Atmen helfen – an der ersten Swiss Medtech Expo wurden neuste additive Fertigungs- und Behandlungsmethoden am Bewegungsapparat vorgestellt. 160 Aussteller präsentierten am 15. und 16. September 2015 auf der Messe Luzern ihre Produkte. Die Veranstaltung bewies auch mit ihren zahlreichen Referaten, dass die Schweizer Zulieferindustrie viele innovative Materialien und Technologien zu bieten hat. Jedoch mahnten zugleich aktuelle Studien wie der Limedex-Index-Report Schweizer Medtech-Firmen, im Zuge der Digitalisierung den Anschluss nicht zu verpassen.

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Gut vom Starken-Franken-Schock erholt

Währungsturbulenzen, Endlos-Regulierung und Markteintrittshürden, Preiskampf und Firmenübernahmen – der Druck auf die Branche ist in den letzten Jahren weltweit massiv gestiegen und trübt die Marktaussichten. Laut des Mitte September veröffentlichten Konjunktur-Barometers Limedex von Concep+ erwarten über 80 Prozent der rund 70 befragten internationalen Medtech-Manager zwar ein positives, aber geschwächtes Ertragswachstum für die kommenden zwölf Monate. Obwohl die Umsatzwachstums-Prognosen von 9,7 im Vorjahr auf 4,7 Prozent gesunken sind und damit klar verfehlt werden, scheint sich die Medtech-Industrie immerhin gut vom Starken-Franken-Schock als Folge der Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizer Nationalbank im Januar erholt zu haben.

Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die Medizintechnik

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, rät Patrick Dümmler, Partner bei Concep+ und Manager des Health Tech Cluster Switzerland, dem Hauptpartner der Messe, der Medtech-Industrie, weitere Effizienzsteigerungen anzustreben und dringend ihr Geschäftsmodell zu überdenken – vor allem die Marktbearbeitungsstrategien und Vertriebsstrukturen: „Dabei sind die wachsenden Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie vermehrt mit einzubeziehen, da sie auch die Medizintechnik nachhaltig verändern werden.“ Nichtsdestotrotz befassen sich viele Schweizer Unternehmen laut Dümmler nicht aktiv mit den Folgen der Digitalisierung. Er empfiehlt ihnen, Exzellenz im Operativen zu verfolgen und auf Nischenprodukte oder umwälzende (disruptive) Innovationen zu setzen.

Das Internet der Dinge nutzbar machen

Laut Jürg Zürcher, Partner bei Ernst & Young, ist die Innovationskraft der Medtech-Branche nach wie vor hoch. Den Zulieferern empfiehlt er, mit ihren Neuerungen zu großen Firmen zu gehen. Die Schweizer seien gut vernetzt und die Jungen weniger scheu: „Machen Sie auch mal Fehler“, ermutigte er das Publikum. Weiter sprach er von der „Nutzbarmachung des Internets der Dinge“. Dabei könne E-Health durchaus eine Option zur Erweiterung des Leistungsumfangs sein. Gebündelte Lösungen und Zusatzangebote zu verkaufen, sei für Medtech-Firmen erfolgsentscheidend, betonte er.

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