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Top-Hub für Forschung und Entwicklung
Das passt ins Bild. Sind doch die Schweizer seit jeher für ihren Erfindungsreichtum bekannt. „Als Hub für Forschung und Entwicklung ist das Land top-positioniert“, erklärt Remo Daguati, Leiter Auslandpromotion von Switzerland Global Enterprise. Multis siedelten sich hier an, weil sie Forschungsergebnisse und Erfindungen durch Property-Prozesse und Patentierung gut schützen können: „Die Schweiz ist nach wie vor ein Produktionsstandort mit hoch qualifizierten und gut ausgebildeten Arbeits- und Fachkräften. Nur Irland, UK und die Benelux-Staaten können mithalten“, betonte Daguati. Ein weiteres Plus für die Generierung neuer Produkte und Anwendungen seien die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung – von der klassischen Bankfinanzierung über Venture Capital bis zum Börsengang.
In disruptive Innovationen investieren
Bruno Imhof, Geschäftsführer ITZ Innovationstransfer Zentralschweiz, stimmen hingegen die neuesten Innovationsindikatoren gemäß der Konjunkturforschungsumfrage (KOF) des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) wenig zuversichtlich. Schweizer Firmen aller Branchen bekennen sich demnach kaum zu diesem Thema. So sei der Umsatzanteil für Investitionen in neue Produkte und Anwendungen insgesamt gesunken. Fehlende Ressourcen, hohe Kosten und lange Amortisationszeiten sowie leichte Kopierbarkeit und Marktrisiken seien die wesentlichen Gründe für diese Entwicklung. „Mehr Disruptive Innovationen statt Me-too-Produkte müssen her“, fordert Imhof daher. Dazu sollten vermehrt selbst „verrückte“ Ideen der Mitarbeiter und Lieferanten verfolgt werden. Zur Unterstützung von KMU hat das ITZ zusammen mit sechs Schweizer Kantonen einen einfachen Innovationsprozess entworfen.
Grenzüberschreitende F&E-Projekte …
Neben den regionalen sind auch grenzüberschreitende F&E-Kooperationen für die Schweizer Medizintechnik von großer Bedeutung. Andreas Gut, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und Eureka-Projektkoordinator Schweiz, schilderte verschiedene Förderprogramme auf europäischer Ebene. Im Rahmen von Horizon 2020 ist das Land beispielsweise an der Herstellung intelligenter Prothesen mit drei von insgesamt zwölf Partnern aus Industrie und Hochschule beteiligt. Innerhalb von Eureka-Eurostars ist die Schweiz – unterstützt durch das SBFI – prominent bei marktorientierten KMU-Projekten wie Active and Assisted Living (AAL) vertreten. National fließen der Medizintechnikindustrie zudem Förderbeiträge von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und aus der Ressortforschung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu.
… und interdisziplinäre Kooperationen
„Die Umsetzung von Geschäfts- und Produktideen in erfolgreiche Innovationen scheitert bei KMU oft an fehlenden Ressourcen“, so Othmar Schälli. Der stellvertretende Leiter des Kompetenzzentrums Elektronik an der Hochschule Luzern schilderte anhand wegweisender Projektbeispiele aus der Forschung verschiedene interdisziplinäre Kooperationen mit der Industrie. So werden zum Beispiel im Rahmen des AAL-Programmes der EU sensorische Lösungen für mehr Lebensqualität im Alter entwickelt. Anderes Beispiel: Mit Hilfe von Bildverarbeitung lassen sich Hautekzeme besser erkennen und dank künstlicher Intelligenz ein bevorstehender Ausbruch kalkulieren.
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