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Swiss Medtech Day Von der visionären Idee zum marktfähigen Medizinprodukt

Quelle: Pressemitteilung Swiss Medtech 3 min Lesedauer

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Der Swiss Medtech Day brachte auch dieses Jahr rund 800 Fachpersonen aus Industrie, Forschung und Gesundheitswesen in Bern zusammen. Unter dem Motto „Komplexität meistern“ drehte sich alles um die Frage, wie aus einer guten Idee ein marktfähiges Medizinprodukt wird. Die Niederlande, diesjähriges Gastland, zeigten, wie konsequente Innovationspolitik den Weg von der Forschung zur Anwendung ebnet. Dass auch die Schweiz Lösungen mit internationaler Reichweite hervorbringt, machte der diesjährige Gewinner des Swiss Medtech Award deutlich: Qumea aus Solothurn.

Qumea hatte Grund zum Feiern. Das 2019 gegründete Solothurner Unternehmen wurde für sein digitales Mobilitäts-Monitoring mit dem Swiss Medtech Award ausgezeichnet. (Bild:  Swiss Medtech)
Qumea hatte Grund zum Feiern. Das 2019 gegründete Solothurner Unternehmen wurde für sein digitales Mobilitäts-Monitoring mit dem Swiss Medtech Award ausgezeichnet.
(Bild: Swiss Medtech)

Wenn sich 800 Fachpersonen aus Industrie, Forschung und Gesundheitswesen versammeln, dann ist Swiss Medtech Day – der bedeutendste Branchenevent der Schweiz. Er ist Schaufenster für Innovation, Plattform für Austausch und Motor für unternehmerische Zukunftsstrategien. Im Zentrum stand die Frage: Wie machen wir die Medizintechnik fit für die Herausforderungen von morgen? Die Antwort: mit unternehmerischem Weitblick und dem gemeinsamen Ziel, Lösungen für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

Gastland Niederlande: Innovationstreiber mit System

2025 standen die Niederlande als Gastland und Impulsgeber im Zentrum. Das Land gilt als Vorreiter, wenn es darum geht, medizintechnische Innovationen konsequent in die Versorgung zu bringen. „Die Niederlande zeigen eindrücklich, wie Forschung, Klinik und Industrie an einem Strang ziehen“, sagte Swiss-Medtech-Präsident Damian Müller. Mit dabei: Botschafterin Karin Mössenlechner und Dr. Sjaak Deckers, ehemaliger CEO des Robotikpioniers Microsure. Die beiden brachten aus niederländischer Perspektive wichtige Erfahrungen ein. „Vielleicht sind wir einfach ein bisschen kreativer und lockerer“, sagte Mössenlechner mit einem Augenzwinkern, „während die Schweiz bei der technischen Umsetzung von Ideen besonders präzise ist“. Deckers ergänzte: „Ich habe mein Start-up von der Schweiz in die Niederlande verlegt – dort gibt’s weniger Hürden, bessere Förderung und einen schnelleren Marktzugang.“

Tatsächlich setzen die Niederlande auf offene Testumgebungen, rasche Erstattungswege und frühe Einbindung aller Akteure. Genau solche Bedingungen braucht es, damit Medtech-Innovationen nicht im Labor steckenbleiben, sondern dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Tempo, Mut und Systemdenken – in diesen Punkten sind die Niederlande stark. „Mit dem Entscheid zur Anerkennung von FDA-zugelassenen Medizinprodukten hat auch die Schweiz strategische Weitsicht bewiesen. Doch bei der Umsetzung hapert es. Jetzt braucht es Klarheit, Vertrauen in internationale Standards – und endlich das nötige Tempo“, so Damian Müller.

Der Swiss Medtech Award 2025 geht an Qumea

Das 2019 gegründete Solothurner Unternehmen Qumea wurde für sein digitales Mobilitäts-Monitoring ausgezeichnet. Ein 3D-Radar-Sensor erfasst kontinuierlich die Bewegungsmuster im Patientenzimmer. Künstliche Intelligenz wertet diese Daten in Echtzeit aus, erkennt frühzeitig mögliche Risiken und alarmiert das Pflegepersonal. Qumea kommt dabei ganz ohne Kameras und optische Sensoren aus und erfüllt damit höchste Datenschutzstandards.

CEO Cyrill Gyger erinnerte sich: „Ein befreundeter Arzt erzählte mir von sturzgefährdeten, deliranten Patienten – und von der Herausforderung, auf invasive Überwachung durch Sitzwachen oder Kameras zu verzichten.“ Die Idee, Radartechnologie genau dort einzusetzen, wo sie schützt und entlastet, war geboren. Heute ist Qumea ein Marktführer in Europa und expandiert international. Über 120 Institutionen in der DACH-Region und Skandinavien setzen das System bereits ein – vom Akutspital über Pflegeheime bis hin zu Psychiatrien und Reha-Institutionen. Die Wirkung: 74 Prozent weniger Stürze. „Mich hat das Potenzial der Radartechnologie stets fasziniert“, sagt Gyger. „Dass wir damit heute Leid verhindern und zu mehr Sicherheit, Würde und Qualität im Gesundheitswesen beitragen dürfen, ist unglaublich motivierend.“

Für Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech, ist Qumea ein Paradebeispiel für die Gesundheitsversorgung von Morgen: „Qumea zeigt, was KI im Gesundheitswesen leisten kann: Sie verhindert Risikosituationen, unterstützt die Pflege im Arbeitsalltag und spart Kosten. Prävention ist die klügste Form der Gesundheitsversorgung. Wir brauchen genau diesen Wandel – weg vom Reagieren, hin zu einem vorausschauenden, datenbasierten Agieren.“

Über den Swiss Medtech Award und den Swiss Medtech Day

Partner des Swiss Medtech Day sind Konplan und Ypsomed. Hauptsponsoren des Swiss Medtech Day sind Arcondis, Standortförderung Kanton Bern und Helbling. Der mit 50.000 Schweizer Franken dotierte – von der Sonova Gruppe und der Straumann Gruppe gesponserte – Preis zeichnet herausragende Leistungen der Schweizer Medizintechnikindustrie aus. Unter dem Vorsitz von Prof. Mirko Meboldt, ETH Zürich, bewertet die Jury die Kandidaturen nach den Kriterien Patientennutzen, Beitrag zur Gesundheitsversorgung und unternehmerische Leistung. Das Gewinnerteam wird jeweils am Swiss Medtech Day bekannt gegeben.

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