Suchen

Imppuls

Dos und Don'ts bei der Kostenerstattung

| Autor/ Redakteur: Chantal Jörgens / Peter Reinhardt

Eine entscheidende Rolle bei der Einführung von Medizinprodukten auf dem deutschen Gesundheitsmarkt kommt der Kostenerstattung zu. Deren frühzeitige Analyse bringt viele Vorteile und sollte als grundlegender Baustein des Produktlaunchs angesehen werden.

Firmen zum Thema

Chantal Jörgens, Imppuls- Consulting Medtech Reimbursement: „Die neue Erprobungsregelung soll Innovationen schneller auf dem deutschen Markt etablieren und Herstellern für die Zeit der Leistungserbringung eine Vergütung durch die Kassen sichern.“
Chantal Jörgens, Imppuls- Consulting Medtech Reimbursement: „Die neue Erprobungsregelung soll Innovationen schneller auf dem deutschen Markt etablieren und Herstellern für die Zeit der Leistungserbringung eine Vergütung durch die Kassen sichern.“
(Bild: Imppuls)

Die genaue Kenntnis der Kostenerstattungssituation für ein Produkt bietet Herstellern die nötige Basis für die strategische Vermarktung ihrer Produkte. In welchem Segment das Produkt anzusiedeln ist, ist dabei eine der entscheidenden Fragen, die sich Unternehmen vor dem Marktzugang stellen sollten. Fällt es in das Leistungsspektrum der ambulanten oder der stationären Versorgung? Oder kann es eventuell sogar in beiden Bereichen eingesetzt werden? Diese Orientierung ist maßgebend für die weitere Planung der Vorgehensweise in Sachen Reimbursement.

Neue Erprobungsregelung wird intensiv diskutiert

Das deutsche Gesundheitssystem hat nicht nur unterschiedliche Abrechnungssysteme für die ambulante und die stationäre Behandlung, sondern sieht auch verschiedene Wege vor, Innovationen auf dem Markt zu platzieren. Ein neues Tool, das gerade in aller Munde ist und stark diskutiert wird, ist die Erprobungsregelung §137e SGB V. Deren Neuerungen sollen Medizinprodukteherstellern erlauben, Innovationen schneller auf dem deutschen Markt einzuführen und für den Zeitraum der Leistungserbringung eine Vergütung durch die Kassen zu erlangen. Während der Erprobungszeit werden Daten zur Belegung des medizinischen Nutzens erhoben.

Die Analyse der aktuellen Erstattungssituation für ein Medizinprodukt zeigt, wo sich ein Unternehmen hinsichtlich der Vergütungssituation seines Gerätes befindet. Die Auswertung der Reimbursement-Situation gibt an, welche weiteren Schritte gegebenenfalls umgesetzt werden müssen und welche Abrechnungsziffern vielleicht bereits vorhanden sind, über die das Produkt erstattet werden kann. Andererseits ist es jedoch auch möglich, dass es derzeit keinerlei Erstattungsmöglickeiten gibt und noch weitere Anträge oder Änderungsvorschläge benötigt werden, um eine Vergütung zu erlangen.

Antragstellung gemäß der geltenden Regularien

Antragstellungen sind an vorgeschriebene Regularien und Fristen gebunden. Sie daher langfristig zu planen und bei der Erstellung des Marketingplans und der vertrieblichen Tätigkeiten auf jeden Fall zu berücksichtigen. Marktzugang, Marketing, Vertrieb und Erstattung sind die Hauptschlagworte bei der Einführung von Medizinprodukten. Diese vier Bereiche kann man sich wie ein Getriebe vorstellen – alle Informationen, die für die jeweiligen Punkte von Bedeutung sind, greifen ineinander. Um hier alle „Zahnräder“ bedienen zu können, schaffen Nutzendossiers eine solide Basis. Der Aufwand für die Erarbeitung eines solchen Dossiers ist zwar hoch, bietet jedoch den Grundstein für vielerlei Handlungsschritte und kann auch international verwendet werden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39954900)