Messe Düsseldorf

Compamed 2018: Welche Trends prägen die Medizintechnik?

| Autor / Redakteur: Horst Giesen / Peter Reinhardt

Horst Giesen, Messe Düsseldorf: „Medizintechnik-Hersteller brauchen kompetente und flexible Partner an ihrer Seite, um die Schlagkraft zu erhöhen.“
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Horst Giesen, Messe Düsseldorf: „Medizintechnik-Hersteller brauchen kompetente und flexible Partner an ihrer Seite, um die Schlagkraft zu erhöhen.“ (Bild: ctillmann / Messe Düsseldorf)

Die Compamed ist die unangefochtene Nummer 1 unter den Messen für Medizintechnik-Zulieferer. Im Fokus dieses Jahr: Dematerialisierung, Digitalisierung und Vernetzung – ein Ausblick von Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf.

  • International führende Informations- und Kommunikationsplattform der Zulieferer für die Medizintechnik-Industrie
  • Weltweit einzigartiges Zusammenspiel von Medizintechnik-Herstellern und Zulieferern
  • Immer feinere, leichtere und zugleich leistungsfähigere Komponenten

Der Markt für Medizintechnik und Medizinprodukte ist von nachhaltigem Wachstum geprägt. Die Innovationszyklen sind kurz. Jedoch unterscheiden sich die Zulassungsprozedere von Land zu Land stark voneinander und sind insgesamt sehr komplex. Handelspolitische Restriktionen und Wechselkursschwankungen sind weitere Herausforderungen, denen sich die Anbieter zu stellen haben. Deshalb benötigen sie kompetente und flexible Partner an ihrer Seite, mit denen sich die Schlagkraft deutlich erhöhen lässt. Gleich, ob es um die Produktentwicklung geht, die Fertigung einzelner Komponenten, kompletter Endprodukte oder aber auch den Vertrieb und After-Sales-Services: die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie werden diesen hohen Anforderungen gerecht. Das werden sie auch in diesem Jahr wieder auf der international führenden Informations- und Kommunikationsplattform unter Beweis stellen, der Compamed 2018 vom 12. bis 15. November in Düsseldorf.

800 Aussteller auf der Compamed, mehr als 5.000 auf der Medica

Zwischen den gut 800 Compamed-Ausstellern und ihren Kunden, die sich unter anderem unter den mehr als 5.000 Ausstellern der in fester Parallelität stattfindenden weltgrößten Medizinmesse Medica finden, ist erneut ein zukunftsweisender Austausch im Hinblick auf innovative Lösungen für eine bessere Gesundheitsversorgung zu erwarten. Denn spannende Trends geben derzeit den Takt vor. „Dematerialisierung“ und „Digitalisierung“ bzw. „Vernetzung“ sind Schlagworte, die schon seit geraumer Zeit, aber auch aktuell maßgeblich das Geschehen rund um die medizintechnische Produktentwicklung treffend skizzieren.

Die Anbieter benötigen von den Zulieferern immer feinere, leichtere und doch zugleich leistungsfähigere Komponenten wie Sensoren, Chips, Funkmodule oder auch passende Energie- sowie Datenspeicher.

Diese werden etwa verbaut in den stark nachgefragten Wearables zur Diagnostik der verschiedensten Körperparameter. Ein weiteres großes Anwendungsfeld ist das der aktiven Implantate. Das 12. Compamed Frühjahrsforum gewährte bereits tiefe Einblicke in innovative Implantat-Technologien. Die Teilnehmer beim haben hier erfahren, warum Implantate zu den technisch aufwändigsten Medizinprodukten zählen mit besonders hohen Anforderungen in Bezug auf Forschung, Entwicklung, Produktion sowie Zulassung und welches derzeit die interessantesten Neuheiten auf diesem Gebiet sind.

Ergänzendes zum Thema
 
Attraktives Rahmenprogramm zu Trends im Zuliefererbereich

Zu diesen Neuheiten zählen nicht nur miniaturisierte Bauteile, sondern auch Entwicklungen auf dem Gebiet der Beschichtungstechnologien. Parylene-Beschichtungen werden beispielsweise von Experten als „Multi-Talente“ bezeichnet. Die fortschrittlichen Beschichtungen auf Kunststoffbasis eignen sich auf Grund ihrer organischen Verträglichkeit und weiterer Eigenschaften besonders gut zur Kapselung von Implantaten. Außerdem können sie ultra-dünn ausgeführt werden, weshalb sie unter anderem in Stents, in der Neurostimulation oder auch in Infusionstechnologien Verwendung finden.

Beständigkeit ist gefragt – oder auch das genaue Gegenteil

Während hinsichtlich bestimmter Materialien also äußerste Beständigkeit gefragt ist, verlangen andere Einsatzzwecke das genaue Gegenteil. Und auch dafür haben die Aussteller, die sich auf der Compamed präsentieren, die passenden Lösungen in der Pipeline, so zum Beispiel für Anwendungen zur Behandlung von Knochendefekten. Hier hat das Fraunhofer-Institut IFAM jüngst seine Ideen und Entwicklungen vorgestellt – ein sich selbst nach einer gewissen Zeit auflösenden Magnesiumimplantat. Der Clou dabei: Die Faserstruktur des Implantats dient dem Knochen während des Wachstums als Stütze und ermöglicht das Einwachsen der Blutgefäße. Der Knochen wächst heran, parallel dazu baut sich das Implantat quasi von selbst ab.

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Auch zur Anwendung außerhalb des Körpers gibt es Produkte von begrenzter Lebensdauer, die trotz ihres „Wegwerfcharakters“ auf maximale Aussagekraft für (diagnostische) Zwecke ausgelegt sind und Hightech im Miniformat darstellen. Das gilt etwa für den Bereich Der Lab-on-a-chip-Technologien. So wurde bereits auf der Compamed im Vorjahr durch das Fraunhofer-Institut IOF die Entwicklung eines Labors im Taschenformat vorgestellt. Idealerweise werden sich dadurch bereits in naher Zukunft direkt zuhause bestimmte Krankheitsindikatoren im Blut nachweisen lassen. Benötigt wird dafür nicht länger ein Facharzt. Es reichen ein Wegwerf-Fluoreszenz-Chip und ein Smartphone. Ein auf den Chip gegebener Tropfen Blut soll dann ausreichen für eine minutenschnelle Diagnose per App.

Das Mini-Labor aus dem Tintenstrahldrucker

Genauso sensationell wie die Wirkweise mutet auch die vergleichsweise günstige Produktionsmethode dieses auf optischen Verfahren aufbauenden Chips an. Dieser enthält ganz feine Kanäle und wird bestückt mit einer winzigen Lampe und einem Miniatur-Photodetektor, die beide mit einem nur wenig modifizierten Tintenstrahldrucker aufgedruckt werden. Der Trick: Es kommt Spezialtinte zum Einsatz. Die Tinte ist mit fluoreszierenden Molekülen oder Nanopartikeln versetzt. Aufgebracht sind ferner die für einen bestimmten Krankheitsmarker wie zum Beispiel Gluten-Unverträglichkeit typischen Ankermoleküle. Kommt das mit dem Krankheitsmarker versehene Blut für die Analyse in Kontakt mit diesen speziellen Molekülen und den Fluoreszenz-Farbstoffen, regt die aufgedruckte Lampe die Farbstoffe zum Leuchten an. In der Folge schlägt der Photodetektor Alarm und der Nachweis für die Krankheit ist erbracht.

Auch wenn es für Laien nur schwer vorstellbar ist, wie derartige Innovationen genau funktionieren: Die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie leisten mit ihrem Know-how und ihrer Entwicklungsstärke einen wertvollen Beitrag im Hinblick auf wirtschaftlich einsetzbare Systeme und Produkte, die von hohem Nutzen für Ärzte und Patienten sind.

Sie liefern für die Anbieter, die sich als Aussteller bei der parallelen Medica präsentieren, Neuheiten nach Maß – je nach Kundenwunsch mit unterschiedlicher Entwicklungstiefe.

Hand in Hand entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Aus diesem Zusammenspiel von Compamed und Medica ergibt sich an einem Ort zu einem festen Zeitpunkt jedes Jahr ein Dialog, aus dem kreative Ideen entspringen für die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik. Das ist weltweit einzigartig.

Angebotsschwerpunkte der Compamed in den Hallen 8a + 8b des Düsseldorfer Messegeländes sind:

  • Komponenten für Medizintechnik, unter anderem Elektronik, Bauteile, Schläuche, Filter, Pumpen und Ventile
  • Materialien und Werkstoffe
  • Mikro- und Nanotechnologien
  • Auftragsfertigung wie Electronic Manufacturing Services (EMS) und andere komplexe Herstellungs- und Ausrüstungspartnerschaften, zum Beispiel OEM – Original Equipment Manufacturing sowie Verpackungen und Dienstleistungen.

Die Compamed 2018 findet vom 12. bis 15. November parallel zur Medica – Weltleitmesse der Medizinbranche in Düsseldorf statt.

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* Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf

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