Messe Düsseldorf / IVAM

12. Compamed Frühjahrsforum gewährt tiefe Einblicke in innovative Implantat-Technologien

| Autor / Redakteur: Klaus Jopp* / Peter Reinhardt

Traditionell wird das Compamed-Frühjahrsforum am Flughafen Frankfurt durch Dr. Thomas Dietrich (l.), IVAM, und Christian Bigge, Messe Düsseldorf, als Veranstalter und Gastgeber eröffnet.
Traditionell wird das Compamed-Frühjahrsforum am Flughafen Frankfurt durch Dr. Thomas Dietrich (l.), IVAM, und Christian Bigge, Messe Düsseldorf, als Veranstalter und Gastgeber eröffnet. (Bild: IVAM)

Die Auswahl der Materialien, der Einsatz von Mikrotechnologie, die Technologien zur Herstellung, aber auch die Verpackung – all das beeinflusst den Nutzen von Implantaten in der Medizintechnik. Ein aktueller Hintergrundbericht.

  • Trendvorschau auf die Compamed
  • Neuheiten auf dem Gebiet der Implantate-Medizin
  • 60 Mrd. Euro Marktvolumen für medizinische Implantate

Bereits zum 12. Mal veranstalteten die Messe Düsseldorf und der IVAM Fachverband für Mikrotechnik Anfang Mai das Compamed-Frühjahrsforum als Trendvorschau auf die Compamed. Die Compamed ist mit zuletzt fast 800 Ausstellern die international führende Fachmesse für die Zulieferer der Medizintechnik und findet jährlich in Düsseldorf statt, dieses Jahr vom 12. bis 15. November 2018 – wie immer parallel zur Medica, Weltleitmesse der Medizinbranche. Das Frühjahrsforum mit 45 Teilnehmern aus Unternehmen und Institutionen acht verschiedener Nationen stand am 3. Mai im Airport Center Frankfurt unter dem Titel „Implantate in der Medizintechnik“ und betrachtete dieses Thema in vier Bereichen:

  • Technologien für die Herstellung von Implantaten
  • Verpackung von Implantaten
  • Materialien für Implantate
  • Mikrotechnologie in medizinischen Anwendungen

Der globale Markt für medizinische Implantate

Welche Bedeutung der globale Markt für medizinische Implantate gewonnen hat, zeigen Erhebungen der International Trade Administration und BCC Research: Die Marktforscher schätzen das Volumen auf 30 bis 60 Mrd. Euro, wobei aktive Implantate etwa einen Anteil von 15 Mrd. Euro ausmachen. „Aktiv“ bezeichnet in diesem Sinne jedes Implantat, das mit einer Energiequelle ausgestattet ist, bei der es sich in der Regel um eine Batterie handelt. Jedoch sind auch andere Arten der Energieversorgung wie zum Beispiel Induktion möglich.

Die Compamed – großer Andrang, kleine Exponate

Compamed 2017

Die Compamed – großer Andrang, kleine Exponate

22.11.17 - Fast 20.000 Fachbesucher haben sich für die Exponate der 780 Aussteller in der Hallen 8a und 8b der Messe Düsseldorf interessiert. Unser Gastautor Klaus Jopp skizziert einige Trendtechnologien der Compamed 2017. lesen

Nach Angaben von Market Research Future sind orthopädische Implantate mit 31 Prozent der wichtigste Bereich, gefolgt von Herz- und Spinalimplantaten. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in diesem wichtigen Segment der Medizintechnik wird zwischen 2017 und 2023 auf gut sieben Prozent prognostiziert. Am schnellsten ist das Wachstum bei Herzimplantaten und – regional gesehen – im Raum Asien Pazifik. „Markttreiber bei Implantaten sind derzeit die neue Kombination von Technologien und die Integration von Elektronik, eine abnehmende Bauteilgröße, Hochfrequenz- und drahtlose Technologien sowie Überwachungs-, Erfassungs- und Kontrollsysteme“, erklärt Dick Molin, Medical Market Segment Manager bei Specialty Coating Systems (SCS).

Aktive Implantate gehören zu den technisch aufwändigsten und risikoreichsten Medizinprodukten und stellen besonders hohe Anforderungen an angewandte Forschung, Entwicklung, Produktion und Zulassung. Innovationen müssen immer im Hinblick auf Patientensicherheit, Zuverlässigkeit über die gesamte Lebensdauer, biologische Verträglichkeit und Biostabilität sowie auf Kompatibilität mit anderen medizintechnischen Geräten entwickelt werden. Neben diesen grundlegenden Anforderungen kommen der Miniaturisierung von Implantaten, deren effiziente und raumsparende Energieversorgung, dem drahtlosen Austausch von Daten und Energie zwischen Implantat und extrakorporaler Einheit, aber auch zwischen Implantatkomponenten besondere Bedeutung zu.

Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 eingesetzt

Begonnen hat die Entwicklung der aktiven Implantate bereits 1958, als vom schwedischen Karolinska Institute der erste Herzschrittmacher implantiert wurde. Inzwischen sind verschiedenste Geräte zur Elektrostimulation, zur Gehörverbesserung, zur Medikamentenabgabe oder als Zahnersatz gebräuchlich. Dazu kommen orthopädische Implantate (unter anderem zur Knochenablenkung), Implantate zur Herzunterstützung und verschiedene Sensoren, die intrakraniellen und intraokularen Druck ebenso messen wie den Blasendruck oder die Glukosekonzentration. „Nach meiner Meinung ist Biostabilität das eigentlich kritische Merkmal bei aktiven Implantaten, denn sie müssen in einer sehr rauen Umgebung überleben“, erklärt Thomas Velten, verantwortlich für Biomedical Microsystems am Fraunhofer IBMT. „Deshalb sollten sie in geeigneter Weise eingekapselt sein.“ Bewährte Materialien sind dafür Metalle, Glas und Keramik. Inzwischen arbeitet das IBMT an neuen Implantaten, die ihre Energieversorgung und Kommunikation per Ultraschall bewerkstelligen. Die Implantate – flächenmäßig etwa so groß wie eine 5-Cent-Münze – haben ein Gehäuse aus Titan. Künftig könnte ein ganzes Netzwerk von solchen weiter miniaturisierten Bauteilen ihre Wirkungsweise über drahtlose Kommunikation via Ultraschall synchronisieren.

Ergänzendes zum Thema
 
Das alles und mehr gibt’s auf der Compamed 2018

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