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BV-Med-Mittelstandsforum Bundestagsabgeordnete spricht sich für Verlängerung der MDR-Übergangsfristen aus

Redakteur: Kristin Breunig

Am 14. September fand das BV-Med-Mittelstandsforum „Die Förderung des Medtech-Mittelstands“ statt. Neben Forschungs-Förderprogrammen standen vor allem die aufkommenden Probleme des MDR-Zertifizierungsprozesses im Mittelpunkt.

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Am 14. September fand das BV-Med-Mittelstandsforum statt. Politischer Gast war die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Müller.
Am 14. September fand das BV-Med-Mittelstandsforum statt. Politischer Gast war die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Müller.
(Bild: BV-Med)

Mitte September standen die Medtech-KMU im Fokus des BV-Med-Mittelstandsforums. Vorrangig ging es um die Belastung der KMU durch die Medical Device Regulation (MDR), doch auch das Thema Fördermaßnahmen kam nicht zu kurz. Der Medtech-Mittelstand stehe durch die MDR vor großen regulatorischen Herausforderungen. BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll warnte davor, dass bis zu 30 Prozent der Medizinprodukte in den nächsten Jahren vom Markt zu verschwinden drohen, wenn keine Lösungen insbesondere für Bestands- und Nischenprodukte gefunden werden. Ein Kernproblem sei das Ressourcendefizit durch Personalmangel bei den benannten Stellen, aber auch bei den Unternehmen.

KMU erhalten Zuspruch aus der Politik

Politischer Gast des BV-Med-Mittelstandsforums war die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Müller. Sie ist Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Bundestagsfraktion und Mitglied im Wirtschafts- sowie Europa-Ausschuss des Bundestages. Vertraut mit den Herausforderungen der MDR schlug sie eine Nachbesserungen beim regulatorischen Rahmen vor: „Der erste Schritt muss die Verlängerung von Übergangsfristen sein. Wir müssen nach der Bundestagswahl den Druck auf die Europäische Kommission aufrecht halten und weitere europäische Partner dafür gewinnen“, erklärte Müller.

Sie verwies auf die große Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft für den Standort Deutschland. Um den Medizintechnik-Mittelstand zu unterstützen, plädierte die Grünen-Politikerin dafür, die bürokratischen Lasten für KMU zu verringern. Verfahren müssten digitalisiert und vereinfacht werden. Bei Nischenprodukten – bspw. für die medizinische Versorgung von Kindern – müsse es einen besseren Ausgleich mit angepassten Verfahren geben. Außerdem schlug sie eine Personaloffensive im Bereich der Zertifizierung von Medizinprodukten vor. Bei der Steuer- und Innovationspolitik sprach sich Müller für den Ausbau und eine bessere steuerliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung aus. Zudem müsse die steuerliche Forschungsförderung verbessert und Forschungs- sowie Förderprogramme ausgebaut werden.

Weitere Forderungen sind die Gründung einer eigenständigen Innovationsagentur und eine KMU-Forschungsförderung bis hin zum Markteintritt, um die Förderlücke zu schließen. Des Weiteren sprach sich Müller für eine Stärkung des Zugangs zu Wagniskapital für den Mittelstand aus. Ihr Fazit: „Mit der alternden Gesellschaft werden wir einen Zuwachs an medizintechnischer Unterstützung brauchen. Wir müssen die Branche stärker in den Blick nehmen und Hürden auf ein Mindestmaß beschränken.“

Förderprogramme des BMBF

Ein weiterer Programmpunkt des Mittelstandsforums umfasste die Fördermöglichkeiten für den Mittelstand. Eine der neuen Anforderungen der MDR, um Medizinprodukte – vornehmlich höherer Klassen – auf den Markt zu bringen und in die nationalen Erstattungssysteme aufnehmen zu lassen, ist die Bereitstellung von klinischen Daten. Um diese in geeigneter Form bereitstellen zu können, unterstützt bspw. das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die KMU bei der klinischen Validierung medizintechnischer Lösungen.

Dr. Monika Weinhold, Technologieberaterin beim VDI Technologiezentrum, stellte aus Sicht des Projektträgers die BMBF-Fördermaßnahme „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen – Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“ vor. Weitere Unterstützung des BMBF für medizintechnische Forschungsprojekte von KMU gibt es durch das Programm „KMU-innovativ: Medizintechnik“. Bei beiden Förderprogrammen sei die Personalförderung das A und O. „Personalkosten und 100-Prozent-Overhead-Pauschalen können in der Forschungsförderung angesetzt werden“, erklärte Weinhold. Sie verwies zudem darauf, dass es mit dem Forschungszulagengesetz seit dem Jahr 2020 eine steuerliche Forschungsförderung gebe, die von KMU beantragt werden kann. Dazu gehörten auch die Personalkosten mit Zulagen bis zu einer Million Euro pro Jahr.

Europäisches Förderprogramm für hochrisikoreiche Innovationen

Das europäische Förderprogramm „European Innovation Council (EIC) Accelerator“ stellte Daniel Stürzebecher vom Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor. Der EIC Accelerator richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die disruptive, hochrisikoreiche Innovationen mit großem Marktpotenzial entwickeln. Angesprochen sind in erster Linie Unternehmen, die über ein hohes Wachstumspotenzial verfügen und europäisch bzw. international agieren. Die Unterstützung erfolgt in der Regel als Mischfinanzierung. Neben einer Finanzhilfe erhalten erfolgreiche KMU Risikokapital in Form von Eigenkapital, das insbesondere für sehr marktnahe Aktivitäten bestimmt ist. Finanzhilfen werden bis zu einer Höhe von 2,5 Millionen Euro gewährt. Der Umfang des Eigenkapitals liegt zwischen 0,5 und 15 Millionen Euro.

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