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Drägerwerk

Beatmungsgeräte von Dräger

| Autor/ Redakteur: Autorin | Kathrin Schäfer / Kathrin Schäfer

In der Serie „OEM im Porträt“ stellt Devicemed Endproduktehersteller vor. Mit der Firma Drägerwerk porträtieren wir in dieser Ausgabe einen Anbieter von Beatmungsgeräten, der vergangenes 125-jähriges Jubiläum gefeiert hat – und heute in fünfter Generation als Familienunternehmen geführt wird.

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Sechs Köpfe, fünf Generationen: Von links nach rechts zu sehen sind der Firmengründer Johann Heinrich Dräger, Dr. Ing. h. c. Bernhard Dräger, Dr. Heinrich Dräger, die Brüder Dr. Christian Dräger und Theo Dräger sowie Stefan Dräger, der das Unternehmen seit 2005 leitet.
Sechs Köpfe, fünf Generationen: Von links nach rechts zu sehen sind der Firmengründer Johann Heinrich Dräger, Dr. Ing. h. c. Bernhard Dräger, Dr. Heinrich Dräger, die Brüder Dr. Christian Dräger und Theo Dräger sowie Stefan Dräger, der das Unternehmen seit 2005 leitet.
(Bild: Drägerwerk)

Angefangen hat es wie immer ganz anders. Diesmal mit Bier, und zwar mit Bierdruckautomaten. Dass diese das Bier nur ungleichmäßig in Gläser fließen lassen, außerdem häufig nicht funktionsfähig sind, stört Johann Heinrich Dräger so sehr, dass er es ändern möchte. 1889 hat der gelernte Uhrmacher gerade mit einem Geschäftspartner den Laden- und Werkstattbetrieb Dräger und Gerling gegründet, da gelingt es ihm, einen zuverlässigen Kohlensäure-Druckminderer zu entwickeln. Das Lubeca-Ventil, so heißt seine Erfindung, produziert er dann auch gleich selbst.

Wie der Vater, so der Sohn

Noch ist es jedoch ein weiter Weg bis zur Medizintechnik: Erst sein Sohn Bernhard Dräger vermag im Prinzip der Druckminderung eine Technologie zu erkennen, die sich auch für die Medizin eignet. Der Vater ist es dann wiederum, der 1902 mit Professor Dr. Otto Roth einen Narkoseapparat entwickelt, mit dem sich Sauerstoff und Chloroform kontrolliert mischen lassen. Fünf Jahre später gibt es mit Pulmotor das erste Beatmungsgerät, vom Vater patentiert und vom Sohn zur Serienreife gebracht.

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So weit der Anfang. Meilensteine, derer gibt es 126 Jahre nach der Firmengründung viele. Anekdoten ebenso. Das Jubiläum im Jahr 2014 und die Tatsache, dass der Weltkonzern Dräger noch immer von einem Familienmitglied gleichen Namens geführt wird, tragen dazu bei, dass die Erinnerung an sie gepflegt wird.

So gehört es beinahe in den Bereich des Anekdotischen, dass es ebenfalls die Firma Dräger ist, die sich die Entwicklung des ersten Alkoholtests auf die Fahnen schreibt. Ob auch diese Erfindung mit dem Konsum von Bier zu tun hat, ist unklar. Fest steht: Es ist nach einer spontanen Laborfeier am Vortag, dass sich Dräger-Mitarbeiter noch recht müde zu einem Gespräch treffen und dem Abteilungschef die Idee kommt, die Alkoholkonzentration im Atem zu messen. 1953 bringt Dräger den Alcotest auf den Markt. Doch ob nun Alkoholtest, Tauchgerät, Bergbaugerät oder Atemschutzmaske beispielsweise für Feuerwehrleute, die Firma mit Hauptsitz in Lübeck ist Spezialistin, wenn es um Beatmungstechnik geht. Zum Medizintechnik-Portfolio gehören heute deshalb Anästhesiearbeitsplätze, Beatmungsgeräte für die Intensiv- und Notfallmedizin, Patientenmonitoring sowie Geräte für die medizinische Versorgung von Frühchen und Neugeborenen.

Bei Beatmungsgeräten kommt es mittlerweile vor allem auf Flexibilität und Mobilität an. Dies macht das Intensivbeatmungsgerät Evita V300 deutlich, das Dräger 2013 eingeführt hat. So lässt es sich sowohl in eine intensivmedizinische Versorgungseinheit integrieren als auch beim Intensivtransport mitnehmen.

Flexibilität und Mobilität sind gefragt

Je nach Bedarf kann das Ärzteteam Beatmungsmodi, Applikationen oder Bildschirmdarstellungen ergänzen. So steht beispielsweise mit Smart Care/PS eine Option für das Entwöhnen von der maschinellen Beatmung zur Verfügung. Damit führt das Gerät den Patienten automatisch wieder zum völlig selbständigen Atmen und kann die Gesamtbeatmungsdauer deutlich verkürzen.

Wie sehr übrigens der heutige Firmenchef und Vorstandsvorsitzende Stefan Dräger auf die Leistungsstärke seiner Produkte vertraut, macht eine weitere Anekdote deutlich. Gefragt, ob er schon einmal selbst auf ein Dräger-Produkt angewiesen gewesen sei, antwortet er: „Während meines Wehrdienstes wurden mir im Bundeswehrkrankenhaus die Mandeln entfernt. Dabei war ein Dräger-Anästhesiegerät im Einsatz. Das war ein sehr gutes Gefühl für mich.“

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