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Design-Trends Apple-Look erobert die Medizintechnik

| Autor / Redakteur: Kathrin Schäfer / Jürgen Schreier

Das Design medizintechnischer Produkte ähnelt mehr und mehr dem von Konsumgü-tern. Eine Studie hat nun bestätigt: Der Apple-Look ist das Maß aller Dinge.

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Die Design-Agentur Corpus-C hat ihre Trendanalyse „Medical Design“ für 2012 vorge-stellt. Das Fazit der Geschäftsführer Alexander Müller und Sebastian Maier ist kaum überraschend: Konsumgüterdesign gewinnt zunehmend an Einfluss, zweifarbige Geräte in Schwarz-Weiß sind im Kommen und: Apple ist das große Vorbild. Doch was lässt sich sonst noch beobachten?

Präzise, geometrische Formen bestehen neben organisch geformten und dadurch beson-ders freundlich wirkenden Produkten; asiatische Hersteller haben im Design deutlich aufgeholt und im Bereich Homecare und Pflege sieht man immer öfter Ausstattungs-elemente im „Ambient Styling“.

Handy, PC und Co. setzen Maßstäbe

Einer der Toptrends, der bereits 2011 zu beobachten war, findet auch 2012 seine Fort-setzung: Immer öfter lehnen sich Gestaltung, Farb- und Materialauswahl von medizini-schen Geräten am Design von technischen Konsumgütern wie Handys, Computern oder TV-Geräten an – nach dem einfachen Prinzip, was dort gut ankommt, kann auch im Medizinbereich nicht falsch sein. Für Alexander Müller und Sebastian Maier eine Ent-wicklung, die ihre Grenzen hat: „Natürlich können und sollen Einflüsse mitgenommen werden, beim Design von medizinischen Geräten sollte man aber seine Wurzeln nicht vergessen. Die Produkte müssen als Medizingeräte erkennbar bleiben und dürfen ihre Seriosität nicht verlieren.“ Denn spätestens wenn zum Beispiel Notfallgeräte wie De-fibrillatoren nicht mehr auf einen Blick als solche erkennbar sind, kann es sogar gefähr-lich werden, schließlich zählt bei Gebrauch jede Sekunde.

Schwarz-Weiß ist Trumpf

Die Farbkontraste werden härter, reinweiße Geräte, die vor einigen Jahren noch der Maßstab waren, verlieren an Einfluss. Zweifarbige Geräte sind inzwischen Standard, doch auch hier gibt es eine neue Entwicklung: Zur Akzentuierung werden nicht Grau oder helle Farben eingesetzt, sondern Schwarz. So wird der höchstmögliche Kontrast erreicht. Dabei sind Abstufungen hin zu dunklen Grau- und Silbertönen möglich. „Frü-her galt alles, was nicht weiß war, als nicht sauber, denn Weiß steht für Reinheit. Schwarz war außerdem aus hygienischen Gründen eine Tabufarbe. Doch dieser etablier-te Code verliert immer mehr an Bedeutung“, so Sebastian Maier. So entstehen Geräte, die mit Schwarz und Weiß zwei kompromisslose Farben kombinieren und durch den Kontrast klassisch und hochwertig wirken.

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