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KNF Neuberger

„Als Partner der Medizingerätetechnik ermöglichen wir wertschöpfende Vorteile“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Will man mit einer neuen Pumpe wertschöpfende Vorteile für die Hersteller von Autoklaven erzielen, müssen alle bisherigen Ansätze hinterfragt und konsequent neu ausgerichtet werden. Genau das hat KNF getan. Im Gespräch mit Devicemed erklärt Manfred Gut, Produktmanager Gaspumpen bei KNF in Freiburg, kurz vor der Messe Compamed die Vorgehensweise und das Ergebnis.

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Manfred Gut, Produktmanager für Gaspumpen bei KNF: „Um eine passgenaue Pumpe für Autoklaven zu entwickeln, haben wir den Anwendern über die Schulter geschaut.“
Manfred Gut, Produktmanager für Gaspumpen bei KNF: „Um eine passgenaue Pumpe für Autoklaven zu entwickeln, haben wir den Anwendern über die Schulter geschaut.“
(Bild: KNF)

Herr Gut, die neue Gas-Membranpumpe ist auf Basis intensiver Recherchen bei Herstellern und Anwendern von Autoklaven entstanden. Was hat Sie zu dieser aufwändigen Vorgehensweise bewogen?

Wir entwickeln seit über 20 Jahren Pumpen für den Einsatz in Autoklaven. Die Geräte haben sich technisch kontinuierlich weiterentwickelt. Auch hat sich in jüngster Zeit die Martksituation aufgrund neuer Anbieter verändert. Darauf haben wir reagiert. Der Qualitätsanspruch an Autoklaven ist weiterhin hoch, aber der Kostendruck für die Hersteller steigt. Wir verstehen uns als Partner der Medizingerätetechnik, der für die Autoklavenhersteller wertschöpfende Vorteile ermöglicht.

Nicht zu vergessen: Die Dampfsterilisation verlangt technisch gesehen einiges von einer Membran-Gaspumpe. Ein einfaches „Das lassen wir weg oder machen wir günstiger“ war daher keine Lösung. Um eine passgenaue Pumpe zu entwickeln, mussten wir die komplette Wertschöpfungskette einschließlich der Nutzungssituation beim Anwender genau analysieren.

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Welche neuen Erkenntnisse haben Sie dadurch gewonnen und wie spiegeln sich diese in der Konstruktion der neuen Pumpe wider?

Überraschend für uns war, dass Pflegeöle bei Anwendern mittlerweile äußerst beliebt sind. Pflegeöle sind gut für den Funktionserhalt der medizinischen Instrumente; die chemische Zusammensetzung der Öle erfordert jedoch entsprechend resistentes Membranmaterial. Die Ölsubstanzen können die Pumpenmembrane aufquellen lassen und somit letztlich zum Ausfall des Autoklavens führen. Hier haben wir eine Materialumstellung vorgenommen.

Eine weitere Erkenntnis war, dass für Arztpraxen der Faktor Zeit zunehmend wichtiger wird – je schneller die Instrumente zuverlässig sterilisiert wieder zur Verfügung stehen, desto besser. Bei vergleichbarer Geräteleistung kann inzwischen die Durchlaufzeit den entscheidenden Ausschlag geben. Unser Ziel war es daher, dass unsere Pumpe diese Anforderung unterstützt. Den größten Hebel sahen wir hier bei der Performance, die die Pumpe während der Trocknungsphase im Bereich <500 mbar absolut bis zum Endvakuum bringt. Entsprechend haben wir das Membran-Design so konstruiert, dass die Membranform auch bei tiefem Vakuum stets vollständig erhalten bleibt. So bleibt das Schöpfvolumen konstant, wodurch das Endvakuum in kürzerer Zeit erreicht ist. Der komplette Sterilisationsprozess ist damit schneller beendet.

Für die Hersteller ist es zudem wichtig, dass sich die Pumpen reibungslos in bestehende Gerätedesigns integrieren lassen. Unsere Autoklavenpumpe N 936.3 bietet genau das: universelle Geometrien für die mechanischen, pneumatischen und elektrischen Anschlüsse. Zudem decken wir mit lediglich zwei Motoren alle weltweiten Spannungsvarianten ab. Damit haben wir für die Hersteller den Aufwand für die Vorhaltung von Varianten für den weltweiten Vertrieb reduziert.

Was sind Ihre weiteren Highlights auf der Compamed?

Wir stellen auf der Compamed unsere neue Micro-Membrangaspumpe NMP 03 vor. Diese Pumpe haben wir passgenau für tragbare Endgeräte bzw. batteriebetriebene Handgeräte entwickelt. NMP 03 hat eine Gesamtlänge von 24 mm, 11 g Gewicht, eine geringe Stromaufnahme und ein lineares Regelverhalten. Damit erfüllt diese Pumpe die speziellen Anforderungen, die Geräte zur Förderung der Wundheilung, Handpipetten oder auch Systeme für das Patienten-Monitoring stellen.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt.

Weitere Artikel über Pumpen und Ventile finden Sie in unserem Themenkanal Konstruktion.

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