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Aesculap Aesculap übertrifft Erwartungen deutlich und investiert in Infrastruktur und Bioimplantate

Redakteur: Peter Reinhardt

Die Medtech-Branche freut sich derzeit über ein dickes Umsatzplus. Ein solches vermeldet nun auch der Marktführer Aesculap. Da lohnt es sich einmal nachzusehen, wo der Branchenriese besonders erfolgreich ist und wo er in die Zukunft re-investiert.

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Freuen sich über deutliches Umsatzplus der Aesculap AG: Die Vorstandsmitglieder Dr. Dirk Freund, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel und Dr. Joachim Schulz (v.l.n.r.).
Freuen sich über deutliches Umsatzplus der Aesculap AG: Die Vorstandsmitglieder Dr. Dirk Freund, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel und Dr. Joachim Schulz (v.l.n.r.).
(Bild: Aesculap)

Die Sparte Aesculap hat mit einem Umsatz von 1.662,9 Mio. Euro und einer Steigerung von 11 Prozent die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen. „Der Preisdruck und die Marktpreisreduzierungen bei Implantaten und Stents wurden durch positive Währungseffekte kompensiert, so dass die Bruttomarge prozentual zum Umsatz gehalten werden konnte“, erklärte Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel auf einer Pressekonferenz Mitte April.

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Vor allem China treibt das Wachstum an

Wesentliche Wachstumstreiber seien China, die USA, Russland, Mexiko und Polen. Das Wachstumstempo habe sich vor allem in China (+24,7 Prozent) nochmals deutlich erhöht. „Deutschland hat sich trotz des anhaltenden Preisverfalls bei Implantaten und Stents mit einem Umsatzwachstum von 5,4 Prozent am Markt behauptet“, so Knaebel. Deutliche Zuwächse konnten auch in Spanien, Indonesien, Argentinien, Italien, Frankreich und Thailand erzielt werden. Erheblich spürbar sei dagegen die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Brasilien gewesen.

Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet Aesculap ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent. „Wir setzen dabei ein stabiles Wachstum in unseren Kernmärkten, insbesondere in China, Japan, den USA, Großbritannien und Deutschland voraus“, erläutert Knaebel. Darüber hinaus werden weitere Wachstumsimpulse aus Lateinamerika mit Ausnahme von Brasilien und aus einigen asiatischen Märkten erwartet.

Update der Investitionsprojekte am Standort Tuttlingen

Nach der Fertigstellung der Innovation Factory, die am 10. März dieses Jahres von der Bundeskanzlerin besucht wurde, konzentrieren sich die Baumaßnahmen bei Aesculap nun auf die Renovierung und Umwidmung der geräumten historischen Gebäude. Bereits im Herbst soll ein Produktionsgebäude (Bau 20) kernsaniert als Bürogebäude an seine neuen Nutzer übergeben werden.

Bereits begonnen haben die Bauarbeiten für ein neues Betriebsrestaurant, das das alte Schmiedegebäude mit nutzt, aber auch einen neuen Gebäudeteil beinhaltet. „Es wird eine bemerkenswerte Begegnungs- und Versammlungsstätte entstehen, die die Bezeichnung Kantine nicht mehr verdient“, verspricht Dr. Joachim Schulz, Vorstand Produktion & Logistik.

Aussichtsreiche Perspektiven führen zu internationalen Investitionsprojekten

Auch international schreiten Standorterweiterungen planmäßig voran. Das Erweiterungsgebäude in Suzhou/China ist bezogen und in Betrieb. In Mexiko ist ein neues Logistikgebäude im Entstehen, das sowohl der Logistik neue Räumlichkeiten, als auch der Produktion Erweiterungsmöglichkeiten bescheren wird. In Bogota/Kolumbien läuft die Errichtung eines neuen Gebäudes für die Nahtmaterialproduktion nach Plan, und die Produktionserweiterung in Radzyn Podlaski/Polen wird am 20. Mai 2016 offiziell eingeweiht. „Alle strukturellen Erweiterungen reflektieren das kontinuierliche Wachstum der Sparte Aesculap im B.-Braun-Konzern und die aussichtsreichen Perspektiven unseres Geschäftes“, fasst Schulz die Baumaßnahmen zusammen.

Bioimplantate – ein Zukunftsfeld bei Aesculap

Aufbauend auf den Kompetenzen des Tochterunternehmens Tetec in Reutlingen in den Bereichen der Biopolymerentwicklung und Biotechnologie arbeitet Aesculap auch an neuartigen Konzepten zur Prophylaxe und Therapie implantatassoziierter Infektionen. Diese stellen aufgrund der Ausbildung eines äußerst stabilen Biofilms auf der Implantatoberfläche und dessen zunehmender Resistenz gegen Antibiotika eine immer größere klinische Herausforderung dar.

In diesem Zusammenhang wird die Biofunktionalisierung von Implantatoberflächen mit beispielsweise antimikrobiell wirksamen Schichten einen immer größeren Stellenwert einnehmen, da ein lokales Wirkprinzip unter Vermeidung von Resistenzen bei gleichzeitiger Adressierung von Erregern realisiert werden kann. „Dies ist besonders bei orthopädischen Implantaten und Implantaten in der Wirbelsäule klinisch relevant, sodass das künftige Produktportfolio von Aesculap auch durch Innovationen auf diesem Gebiet komplettiert werden wird“, skizziert Dr. Dirk Freund, Vorstand Forschung & Entwicklung, künftige Märkte für den Medizintechnikkonzern.

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