Inform Zauberwort Prognosequalität: Bestandsoptimierung steigert Lieferfähigkeit und senkt Bestände
Für Patienten und Ärzte sind funktionierende medizintechnische Instrumente und Geräte unverzichtbar. Wenn aber doch einmal beispielsweise ein Strahlentherapiegerät nicht funktioniert, müssen die Ersatzteile schnell verfügbar sein. Prognosequalität heißt hier das Zauberwort für Hersteller von Medizintechnik.
Anbieter zum Thema

- Aufgabengebiete der Planer verändern sich Richtung „Management by Exception“
- Intelligente Algorithmen kollaborieren mit den Menschen im Planungsprozess
- Künstliche Intelligenz erfordert Verständnis für Technologie und Vertrauen ins System
Hersteller von Medizintechnik müssen schnell und termingetreu liefern, um den Einsatz ihrer Geräte und damit die Therapie von Patienten nicht zu gefährden. Also gehen sie hier auf Nummer sicher und produzieren in der Regel mehr Teile als nötig. Resultat dieser Strategie: sind hohe Sicherheitsbestände, die Kapital binden, aber keinen Ertrag bringen. Versuche, dieses Problem zu lösen, bewirken ein Spannungsverhältnis: Denn werden die Bestände reduziert, geht das zu meist zu Lasten der Lieferfähigkeit.
Die Frage ist, wie sich diese Situation entkrampfen lässt. Das Zauberwort lautet Prognosequalität. Entscheidungsintelligente Algorithmen sorgen dabei für verlässliche und marktorientierte Prognosen über den künftigen Bedarf für die Bestandsoptimierung. Auf dieser Basis werden Bestände so groß wie nötig, aber so niedrig wie möglich gehalten – und das bei maximierter Lieferfähigkeit.
Agile Bestandsoptimierung von Ersatzteilen
Was die Erstellung solcher Prognosen so schwierig macht, ist die vermeintliche Unvorhersehbarkeit. Ohne spezialisierte Software ist sie daher kaum zu bewältigen. Denn Schäden an Geräten treten nicht in gleichmäßigen Abständen oder nur im Sommer oder Winter auf, sondern zufällig, spontan und sporadisch. Wann welches Ersatzteil benötig wird, ist also unklar.
In der Medizintechnik ist die Vielfalt der Ersatzteile für medizinische Geräte darüber hinaus groß: Sie reicht von der Spezialschraube bis hin zur fahrbaren Trage, dem Beatmungsschlauch oder einer sehr kostspieligen Röntgenröhre. In dieser Industrie müssen Disponenten daher täglich darüber entscheiden, wie viele Ersatzteile tatsächlich vorrätig sein müssen, um jede Reparatur schnellstmöglich durchführen zu können. Bestehen mehrere Lagerstandorte, muss auch noch die Höhe der Gesamtbestände über das ganze Netzwerk im Blick behalten werden – keine leichte Aufgabe. Der Wunsch, hier „in die Zukunft sehen zu können“, ist daher gleichermaßen allgegenwärtig wie nachvollziehbar.
In dieser Situation befand sich auch Elekta, einer der global führenden Anbieter von Lösungen für die Onkologie und Neurochirurgie. Das weltweite Ersatzteilzentrum von Elekta verschifft jährlich weit über zehntausend internationale Sendungen. Außerdem betreibt und wartet das Unternehmen Geräte an rund 2.000 Standorten. Die für den Service kritischen Ersatzteile werden auch bei Elekta meist kurzfristig benötigt. Daher sah sich das Unternehmen mit einer zwingenden Lieferbereitschaft für alle Ersatzteile konfrontiert. Doch auf Grund der großen Unsicherheit in der Nachfrage produzierte auch Elekta Überbestände, was den betrieblichen Geldfluss durch Lager- und Versicherungskosten in den Distributionszentren weltweit gefährdete. Da sich das Unternehmen keine Unterdeckung an Beständen erlauben konnte, um die medizintechnische Versorgung zu sichern, suchte der Konzern eine Lösung, welche die Bestände je nach Lager auf Basis von automatisierten Bedarfsprognosen optimiert.
Neues IT-System für die richtige (Bestands-)Dosierung
Fündig wurden die Verantwortlichen von Elekta mit der Optimierungssoftware Add*One von Inform. Durch deren Implementierung wurden die Gesamtbestände in den Lagern reduziert und Kosteneinsparungen in Höhe von über einer Million Euro erzielt – und das bei einer sofortigen Steigerung des Lieferservicegrads um zwei Prozent sowie einer auf 98 gesteigerten Artikelverfügbarkeit innerhalb der Regionen. Die Anzahl so genannte „Langsamdreher“ und „Ladenhüter“, also Artikel, die lange Zeit im Lager liegen, wurden zudem in einem Jahr um 25 Prozent reduziert. Die neu gewonnene Liquidität konnte das Unternehmen reinvestieren und so den gesamten Cashflow verbessern.
Das Beispiel von Elekta steht stellvertretend für viele Medizintechnikhersteller, die den Herausforderungen im Bestandsmanagement gerecht werden müssen. Entscheidungsintelligente Algorithmen liefern diesen die nötige Prognosequalität und lösen so den Zielkonflikt zwischen niedrigen Beständen, verbesserter Liquidität und hoher Lieferbereitschaft auf. Die Software Add*One arbeitet dabei auf Basis von mehr als 60 Prognoseverfahren und Parameterkombinationen.
Jede Nacht wählt das System für alle Artikel das jeweils beste Verfahren aus und erstellt darauf basierend die Prognose. Diese Dynamik schafft hohe Aktualität und macht die Ergebnisse extrem zuverlässig. Auf dieser Grundlage helfen die abgeleiteten Entscheidungsvorschläge den Planungsverantwortlichen dann, die Bestände zu minimieren und gleichzeitig die Lieferbereitschaft zu maximieren. Darüber hinaus gewinnen Anwender vollständige Transparenz über ihre Bestände und dispositiven Aufgaben. So gestaltet sich das Bestandsmanagement langfristig strategisch, wirtschaftlich und genau. Das IT-System weist mit automatisierten Alerts ad hoc zusätzlich auf sich abzeichnende Fehlentwicklungen hin und erlaubt den Planungsverantwortlichen exakt auf diese zu reagieren.
Algorithmen balancieren Bestände aus
Fazit: Die Bereitstellung von Ersatzteilen in der Medizintechnik ist für die adäquate Behandlung von Patienten ein wichtiger Faktor. Liefertermintreue ist hier keine Kür, sondern Pflicht. Für Hersteller bedeutet das komplexe Prozesse. Doch spezialisierte Software liefert Planern hier Unterstützung: Die Bestandsoptimierung prognostiziert zukünftige Bedarfe auch für schwer planbare Artikel und gibt Handlungsempfehlungen, welche die Bestände senken und die Lieferbereitschaft maximieren.
Lesen Sie auch
Abaxis / Epicor
Implementierung einer globalen ERP-Lösung für internationale Standorte
PTC
PLM in der Medizintechnik (Teil 1) – Der Bedarf ist so groß wie nie
Weitere Artikel über Software und zur Führung von Medizintechnik-Unternehmen finden Sie in unserem Themenkanal Management.
(ID:45250447)
