In einem Forschungsprojekt am Universitätsklinikum Heidelberg soll die Behandlung von Hautkrebs verbessert werden. Dazu wollen Wissenschaftler ein konfokales Mikroskop mit einem KI-System kombinieren.
Mit Hilfe von KI soll die Entfernung von Hauttumoren mit größerer Präzision und Sicherheit durchgeführt werden können
Eine Neoplasie ist das unkontrollierte und abnorme Wachstum von Zellen oder Geweben im Körper. Dieses abnorme Wachstum wird auch als Neoplasma bezeichnet und kann gutartig oder bösartig sein. Ein gutartiges Neoplasma wächst nicht aggressiv, aber ein bösartiges Neoplasma wächst schnell, dringt in das umliegende Gewebe ein und breitet sich im ganzen Körper aus. Diese bösartige Form wird meist als Tumor bezeichnet.
Wenn eine Person mit Veränderungen an der Kopfhaut zum Arzt geht, untersucht der Arzt diese makroskopisch. In Fällen, in denen eine histologische Untersuchung durch eine Resektion erfolgt, wird der betroffene Bereich großflächig herausgeschnitten. Die Entfernung des betroffenen Hautbereichs hat oft eine große ästhetische Wirkung auf die Patienten.
Das Projekt Konfident zielt deshalb darauf ab, die Schnittfläche zu verkleinern. Dazu soll ein KI-gestütztes konfokales Mikroskop (spezielles Lichtmikroskop, das den Fokus auf einen bestimmten Bereich legt) zur bildgesteuerten Diagnostik und Therapie entwickelt werden. „Automatisierte Algorithmen und ein OP-spezifisches Design sollen die Chirurgen im Operationssaal unterstützen. Das konfokale Mikroskop mit automatisierter Gewebeklassifizierung wird es erstmals ermöglichen, direkt intraoperativ bösartiges Hautgewebe KI-gestützt zu diagnostizieren und präzise zu lokalisieren“, erklärt Dr. Philipp Andre, Produktmanager der Vivascope GmbH.
Dabei wird ein Faltungsneuronales Netzwerk (CNN) namens Mobilenet für das KI-Training verwendet. Das Hauptmerkmal dieses Modells sind die in der Tiefe trennbaren Faltungen, die die Verarbeitungszeit aufgrund kleinerer Faltungskerne reduzieren. Das Netzwerk dient zur Erkennung der Strukturen von Hauttumoren in konfokalen Laserscanning-Mikroskopie-Bilddaten.
Verkürzung der Wartezeiten
Vor einer Operation wird das Hautgewebe entnommen und zur Analyse in ein pathologisches Labor gebracht. Die Ergebnisse liegen in der Regel mit einer Verzögerung von Stunden oder Tagen nach der Operation vor und entscheiden darüber, ob eine zweite Resektion notwendig ist oder nicht. Oft werden weitere Krebszellen am Schnittrand entdeckt und eine weitere Operation muss geplant werden. In vielen Fällen muss der Patient deshalb mit offenen Wunden auf die nächste Operation warten. Es kann bis zu sieben Operationen dauern, bis das gesamte bösartige Gewebe entfernt ist, was bedeutet, dass der Patient viele Tage lang eine offene Wunde hat.
Daher betont Dr. med. Veronika Shavlokhova, Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg: „Sowohl der Patient als auch der Arzt würden davon profitieren, wenn sich die Erkennungsraten verbessern würden. Auf diese Weise könnten alle bösartigen Zellen sofort entfernt werden. Besonders im Bereich des Gesichts konnten unnötig große Defekte mit assoziierten funktionellen und ästhetischen Problemen vermieden werden. Der Patient würde von einer schnelleren und angenehmeren Behandlung profitieren“. Derzeit bestehe das Haupthindernis darin, dass die Chirurgen nicht über das pathologische Wissen verfügten, um sofort zu erkennen, ob genügend Hautgewebe entfernt wurde.
Fazit
„Die Software kann mit digital vernetzten in-vivo und ex-vivo Mikroskopen von Chirurgen im Operationssaal eingesetzt werden. Die automatisierte Operation und Gewebeklassifizierung ermöglicht den Chirurgen eine schnelle Diagnose und vermeidet dadurch lange Wartezeiten“, erläutert Florian Neumeier, Projektmanager KI bei der M3i GmbH und Leiter des Projekts. Die Einführung der im Projekt entwickelten Technologie könnte nicht nur die Wartezeit für die Patienten künftig erheblich verkürzen, sondern in den meisten Fällen mehrere Operationen überflüssig machen, da die erste Operation mit größerer Präzision und Sicherheit durchgeführt werden kann.
Hintergrund
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Heidelberg, der Vivascope GmbH, der M3i Industrie-in-Klinik-Plattform und der Munich Innovation Labs GmbH. „Schlüssel für ein erfolgreiches Projekt sind hochwertige klinische Daten. Als Industrie-in-Klinik-Plattform kümmern wir uns darum, dass die benötigten Daten für Forschung, Entwicklung und Zulassung verwendet werden können“, so Neumeier.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.