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Warum deutsche Medizinprodukte-Hersteller irischen Zulieferern vertrauen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Zollfreiheit und fundierter Support bieten zentrale Vorteile für Kooperationen mit irischen Medizintechnik-Zulieferern.

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Aufgrund der geografischen Lage Irlands sind logistische Herausforderungen einfach zu meistern, was ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber beispielsweise Zulieferern aus Asien ist.
Aufgrund der geografischen Lage Irlands sind logistische Herausforderungen einfach zu meistern, was ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber beispielsweise Zulieferern aus Asien ist.
(Bild: gemeinfrei / CC0)
  • Irland ist viertgrößter Exporteur medizinischer Geräte und Komponenten in Europa
  • 18 der 25 weltweit führenden Medizintechnik-Spezialisten in Irland niedergelassen
  • 80 Prozent des globalen Marktvolumens an Stents kommen aus Irland

Der deutsche Medizintechnik-Markt boomt: 2017 lag der weltweite Umsatz deutscher Medizintechnik-Unternehmen laut Statistischem Bundesamt bei 30,6 Mrd. Euro. Was Endkunden oft nicht wissen: Viele Hersteller integrieren externe Produkte in ihre eigenen. Für medizinisches Personal wie für Patienten ist in der Regel nicht ersichtlich, welche Komponenten von einem anderen Hersteller geliefert wurden und woher sie kommen. Als viertgrößter Exporteur medizinischer Geräte und Komponenten in Europa beliefert Irland auch zahlreiche deutsche Unternehmen.

Irische Entwickler genießen exzellenten Ruf

Warum deutsche Medizinprodukte-Hersteller irischen Zulieferern und Herstellern vertrauen, erklärt die irische Wirtschaftsförderungsorganisation Enterprise Ireland so: „Für seine Ingenieurskunst sowie seine hochwertigen Produkte wird nicht nur Deutschland geschätzt. Irische Entwickler haben sich in den vergangenen Jahren ebenfalls einen exzellenten Ruf in der globalen Medizintechnik-Branche erarbeitet.“

450 Medizintechnik-Unternehmen haben sich nach Angaben der irischen Wirtschaftsförderungsagentur IDA Ireland auf der grünen Insel niedergelassen – darunter 18 der 25 weltweit führenden Spezialisten. Sie stellen 80 Prozent des globalen Marktvolumens an Stents, 75 Prozent der orthopädischen Knieprodukte und 50 Prozent der Beatmungsgeräte her. Als Resultat habe sich das Land zu einem weltweit anerkannten Kompetenzzentrum für Medizintechnik entwickelt – mit einem hohen Maß an Verlässlichkeit.

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Auswahl irischer Medtech-Hersteller, die deutsche Unternehmen beliefern

Enterprise Ireland, die nationale Exportagentur der irischen Regierung, arbeitet mit zahlreichen irischen Medtech-Unternehmen zusammen. Die folgenden Unternehmen haben sich nach Einschätzung von Enterprise Ireland auch in Deutschland einen Namen gemacht:

  • Wenn es um 3D-Druck, Spritzguss oder Produktentwicklung geht, ist Advant Medical kompetenter Ansprechpartner. Als Spezialist für die Herstellung und Verpackung von minimal-invasiven und implantierbaren Geräten unterstützt dieses irische Unternehmen den deutschen Medizintechnik-Sektor.
  • Arrotec steht mit seinem starken Fokus auf Design und Entwicklung deutschen Unternehmen bei Entwicklungs- und Fertigungslösungen von der ersten Produktbewertung bis zur Bereitstellung des sterilen Endprodukts zur Seite.
  • Caragh Precision entwickelt und fertigt Präzisionsprodukte und medizinische Implantate aus Metallen wie Titan, Kobalt-Chrom und Edelstahl.
  • Hochwertige Druckvorlagen und Softwarelösungen stellt das Unternehmen Perigord für führende Pharma- und Life-Science-Unternehmen her.
  • TEG entwickelt und produziert Teile für Biopharmazie und Pharmazie. Viele globale Biotechnologieunternehmen vertrauen auf TEG und betrachten das Unternehmen oftmals als Erweiterung ihrer Engineering-Abteilung.

Weitere Informationen über die irische Medtech-Branche gibt es hier.

Brexit verschafft Irland logistische Vorteile

Dabei bildet eine starke Zulieferbranche das Rückgrat der irischen Medizintechnik-Industrie. Während britische Unternehmen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU als Zulieferer wegzufallen drohen, bleibt Irland weiterhin ein verlässlicher Partner. Deutsche Medizinprodukte-Hersteller, die auf irische Unternehmen setzen, profitieren vom zollfreien Warenverkehr in der EU und einem starken Partner für den Service. Aufgrund der geografischen Lage sind die logistischen Herausforderungen einfach zu meistern und bilden einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber beispielsweise asiatischen Anbietern.

Expertise bei komplexen Produkten

Weiterer Vorteil: Irische Unternehmen arbeiten besonders eng mit ihren Kunden zusammen und werden oftmals bereits früh in den Designprozess eingebunden. Vom Beginn der Entwicklungsphase und der Produktbewertung bis zur Herstellung von sterilen Endprodukten wird die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt. 60 Prozent der Medizintechnik-Unternehmen in Irland sind in Forschung und Entwicklung tätig. Daher vertrauen auch Branchengiganten wie Medtronic auf die Expertise irischer Unternehmen.

„Ausschlaggebend hierfür sind deren Fachkenntnis, umfassende Erfahrung bei der Entwicklung komplexer Produkte und Flexibilität“, erklärt Patrick Stötzner, Medtech-Experte bei Enterprise Ireland. „So versteckt sich hinter ,Made in Germany’ oftmals auch ein irischer Partner – also Ireland inside. Beispiele dafür sind Advant Medical für den 3D-Druck-Sektor, Caragh Precision, die Präzisionsprodukte und medizinische Implantate herstellen sowie TEG, die Teile für die Biopharmazie entwickeln.“

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