IG Metall

Warnstreiks in der Metallindustrie – auch bei Aesculap in Tuttlingen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Von dem aktuellen Tarifstreit in der Metallindustrie sind nicht nur Autohersteller wie Mercedes Benz betroffen. Auch der Medizintechnikhersteller Aesculap blieb nicht von Protesten verschont.
Von dem aktuellen Tarifstreit in der Metallindustrie sind nicht nur Autohersteller wie Mercedes Benz betroffen. Auch der Medizintechnikhersteller Aesculap blieb nicht von Protesten verschont. (Bild: Aesculap)

Seit Tagen gehen die Streiks der Metallindustrie durch die Medien. Auch das Medizintechnikunternehmen Aesculap war gestern von einer Mitarbeiterkundgebung betroffen.

  • Seit Ende der Friedenspflicht bundesweit rund 425.000 Metallerinnen und Metaller im Warnstreik
  • Aesculap-Betriebsratsvorsitzender Ekkehard Rist soll Arbeitgeberangebot eine „Frechheit“ genannt haben

Dem Fernsehsender SWR war die Meldung am 16. Januar 2018 nur zwei Sätze wert. Auf seiner Webseite heißt es: „Die Warnstreiks der IG Metall starten in die zweite Woche. Unter anderem treten die Beschäftigten vom Medizintechnikhersteller Aesculap in Tuttlingen heute um 10 Uhr in den Streik.“

Ausführlicher hingegen ist ein Bericht der Schwäbischen Zeitung. Rund 600 Mitarbeiter hätten bei strömendem Regen in Tuttlingen für 6 Prozent mehr Lohn demonstriert. Von der Forderung nach einer Arbeitszeitreduzierung auf 28 Stunden für den Zeitraum von zwei Jahren, die vom Arbeitgeber finanziell ausgeglichen wird, sei Aesculap indes nicht betroffen. Als Grund hierfür nennt die Schwäbische ein individuelles Arbeitszeitmodell, auf das sich Aesculap in seinem Standortversicherungsvertrag verpflichtet hätte. Zum aktuellen Arbeitgeberangebot von zwei Prozent Lohnerhöhung sowie einer Einmalzahlung von 200 Euro wird der Aesculap-Betriebsratsvorsitzende Ekkehard Rist mit dem Wort „Frechheit“ zitiert.

Schwerpunkt der Streikaktionen ist Baden-Württemberg

Auch die Stimme der anderen Seite, nämlich des Aesculap-Vorstandsvorsitzenden Joachim Schulz, konnte die Schwäbische bei der Kundgebung in Tuttlingen einfangen: Schulz habe unter anderem darauf verwiesen, dass Arbeitgeber ihre Personalkosten im Griff behalten müssten, um weitere Arbeitsplätze schaffen zu können.

Laut IG Metall waren bis gestern Nachmittag bundesweit rund 33.000 Beschäftigte aus 228 Betrieben im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie an Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen beteiligt. Seit Ende der Friedenspflicht seien bundesweit insgesamt rund 425.000 Metallerinnern und Metaller in den Warnstreik getreten.

Der Schwerpunkt der Aktionen lag laut IG Metall in Baden-Württemberg, wo auch Aesculap sitzt. In dem Bundesland legten rund 14.000 Beschäftigte aus 82 Betrieben zeitweise die Arbeit nieder. Am Standort von Mercedes-Benz in Sindelfingen beispielsweise nahmen 10.000 Beschäftigte des Automobilherstellers an einem Warnstreik teil.

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