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Rapid.Tech + FabCon 3.D

Wann rechnet sich 3D-Druck? Was ist Recht bei additiver Fertigung

| Redakteur: Peter Reinhardt

Auf der Rapid.Tech + FabCon 3.D erwartet die Besucher erneut ein umfangreiches Angebot an Fachforen. Zwei zentrale Fragestellungen beantworten die Foren „Additive Lohnfertigung“ und „Recht“: Wann rechnet sich 3D-Druck und wie steht es um rechtliche Aspekte bei der additiven Fertigung?

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Im Projekt „Light Hinge+“ ist dieses additiv hergestellte Leichtbau-Scharnier für eine Motorhauben im Laserstrahlschmelzverfahren entstanden. Doch wer haftet bei Fehlern und lohnt sich der 3D-Druck überhaupt? Fragen wie diese werden in den Foren auf der Rapid.Tech + FabCon 3.D beantwortet.
Im Projekt „Light Hinge+“ ist dieses additiv hergestellte Leichtbau-Scharnier für eine Motorhauben im Laserstrahlschmelzverfahren entstanden. Doch wer haftet bei Fehlern und lohnt sich der 3D-Druck überhaupt? Fragen wie diese werden in den Foren auf der Rapid.Tech + FabCon 3.D beantwortet.
(Bild: EDAG)
  • Einflussfaktoren auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit additiver Fertigung
  • Gewerbliche und geistige Schutzrechte versus Ersatzteilfreiheit
  • Wem gehören Konstruktionsdaten? Wer haftet, wenn es zu Fehlern kommt?

Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert dem der additiven Fertigung (Additive Manufacturing, AM) einen Umsatzanstieg um fast 500 Prozent von 7,3 Mrd. Dollar im Jahr 2016 auf 35,4 Mrd. Dollar bis 2020. Die Analysten für technologische Trends und Potenziale stützen ihre Vorhersage nicht zuletzt auf die rasante Entwicklung des Reifegrads additiver Technologien.

Die Statistik zeigt das globale Marktvolumen von Additive Manufacturing in den Jahren 2008 bis 2012 sowie eine Prognose für die Jahre 2013, 2018 und 2023. Der Umsatz umfasst Additive Fertigungssysteme, die damit zusammenhängenden Dienstleistungen sowie die Ausgangsmaterialien. 2012 betrug der globale Umsatz noch rund 1,7 Mrd. Euro, 2023 sollen es schon 7,7 Mrd. Euro sein.
Die Statistik zeigt das globale Marktvolumen von Additive Manufacturing in den Jahren 2008 bis 2012 sowie eine Prognose für die Jahre 2013, 2018 und 2023. Der Umsatz umfasst Additive Fertigungssysteme, die damit zusammenhängenden Dienstleistungen sowie die Ausgangsmaterialien. 2012 betrug der globale Umsatz noch rund 1,7 Mrd. Euro, 2023 sollen es schon 7,7 Mrd. Euro sein.
(Bild: Statista)

Forum Additive Lohnfertigung: Wann rechnet sich 3D-Druck?

Von diesem positiven Impuls für eine effiziente und nachhaltige Produktion ist auch Dr. Eric Klemp überzeugt. Der Geschäftsführer der Voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH verweist jedoch ebenso darauf, die additive Fertigung nicht als Allheilmittel zu betrachten: „Es reicht nicht, eine Maschine zu haben, um ein erfolgreicher Auftragsfertiger zu werden. Vielmehr müssen wir die Anforderungen des Kunden an den Anfang stellen und ihn beraten, wann es lohnt, Bauteile additiv zu fertigen und wann nicht.“

Die Bedingungen für eine erfolgreiche Nutzung von 3D-Druck Technologien in der industriellen Praxis aufzuzeigen und auch kritisch zu hinterfragen, steht daher im Mittelpunkt des Forums Additive Lohnfertigung am 5. Juni 2018 zur Rapid.Tech + FabCon 3.D in Erfurt. Dr. Eric Klemp hat für das Forum die inhaltliche Ausrichtung übernommen. „Ein Produkt wird nicht allein durch den Wechsel des Fertigungsverfahrens günstiger. Vielmehr müssen alle Schritte in der Prozesskette von der Konstruktion bis zur Finalisierung betrachtet werden, um additive Fertigung wirtschaftlich zu gestalten. Was dabei zu beachten ist, erläutern Praktiker zum Forum aus verschiedenen Blickwinkeln“, so Klemp.

Die Statistik zeigt die wichtigsten Hersteller von 3D-Druckern weltweit nach Umsatz im Jahr 2016.
Die Statistik zeigt die wichtigsten Hersteller von 3D-Druckern weltweit nach Umsatz im Jahr 2016.
(Bild: Statista / Context)

Die Referenten kommen aus 3D-Druck erfahrenen deutschen und schweizerischen Unternehmen wie Kegelmann Technik, Rolf Lenk Werkzeug- und Maschinenbau, MBFZ Toolcraft, Inspire, Prostep, Protiq, Trinckle und Dye Mansion. Sie stellen konkrete Faktoren und Casestudies vor, welche die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der additiven Fertigung positiv beeinflussen. Die renommierten Experten zeigen Tücken des AM-Einsatzes in der industriellen Fertigung auf und erläutern, weshalb die vorausschauende intensive Klärung der Anforderungen, der Wünsche der Kunden und auch neuer Merkmale der zu fertigenden Teile oder Werkzeuge der Schlüssel zum Erfolg sind.

„Additive Fertigung“ In dem neuen Grundlagenwerk "Additive Fertigung" erläutern bekannte Experten der ETH Zürich die zahlreichen Möglichkeiten der industriellen Entwicklung und Konstruktion additiv gefertigter Serien- und Endkundenteile. Neben erfolgreichen Produktbeispielen aus der Industrie werden neue Methoden und Vorgehensweisen vorgestellt, die dem Leser als praxisnaher Leitfaden dienen. „Additive Fertigung“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

Forum Recht: neue Plattform für rechtliche Aspekte der additiven Fertigung

Doch je weiter die additive Fertigung Einzug in die industrielle Praxis hält, umso mehr gewinnen auch rechtliche Aspekte in der digitalen Prozesskette an Bedeutung. „Wir wissen, dass es auf diesem Gebiet einen großen Informationsbedarf gibt und haben deshalb entschieden, für das Thema Recht ein eigenständiges Forum zur Rapid.Tech + FabCon 3.D. zu etablieren. Premiere hat das neue Format am 5. Juni 2018“, erklärt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt.

Für die inhaltliche Gestaltung des Forums konnte die Messe mit Marco Müller-ter Jung einen ausgewiesenen Fachmann gewinnen. Der Partner und Fachanwalt für IT-Recht in der internationalen Wirtschaftskanzlei DWF engagiert sich in Rechtsfragen bei der Entwicklung innovativer Technologien unter anderem als stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Rechtliche Aspekte der additiven Fertigung“. „In diesem Gremium gehen wir gemeinsam mit Ingenieuren und Technikern in die Tiefenanalyse, um juristisch relevante Sachverhalte in der komplexen Prozesskette zu identifizieren. Wichtig ist, für das Thema zu sensibilisieren, denn im oft hektischen Arbeitsalltag fallen rechtliche Aspekte meist hinunter. So sollten Fragen von Schutz und Absicherung nicht erst beim fertigen Produkt eine Rolle spielen, sondern schon am Beginn des Prozesses, auf der Ebene der Druckdaten“, betont Müller-ter Jung.

Video zur angewandten Forschung: Warum 3D-Druck die Märkte erobert

In den Vorträgen stehen deshalb rechtliche Aspekte im Mittelpunkt, die aus der Digitalisierung der Produktion resultieren:

  • Wem gehören Konstruktionsdaten?
  • Wie wird sichergestellt, dass notwendige Datenwandlungs- und -übertragungsprozesse sicher erfolgen und nicht zu Veränderungen am zu druckenden Produkt führen?
  • Wer haftet, wenn es zu Fehlern kommt?

Auf diese Fragen sollen im Forum Antworten gefunden und diskutiert werden. Normen und Qualitätssicherung, die Versicherbarkeit von Risiken in der additiven Fertigung sowie gewerbliche und geistige Schutzrechte versus Ersatzteilfreiheit lauten weitere Themenkomplexe, die zur Diskussion stehen. Dazu sprechen Rechtsanwälte, technische Sachverständige, Technologieanbieter, Versicherungsexperten sowie Wissenschaftler.

Kongressprogramm sucht seinesgleichen

Die Foren Additive Lohnfertigung und Recht sind Teil der Internationalen Messe und Konferenz für additive Technologien Rapid.Tech + FabCon 3.D, die vom 5. bis 7. Juni 2018 auf der Messe Erfurt stattfindet. Die Veranstaltung feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum und ist damit einer der internationalen Vorreiter für 3D-Druck-Technologien. Zum umfangreichen und in dieser Form laut Veranstalter einmaligen Programm der Kongressmesse gehören auch

  • die Foren Automobilindustrie, Konstruktion sowie Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau am 5. Juni 2018
  • die Anwendertagung und das Forum AM Science, die jeweils am 6. und 7. Juni 2018 durchgeführt werden
  • das vereinte Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik am 6. und 7. Juni 2018
  • die Foren 3D gedruckte Elektronik & Funktionalität sowie 3D Metal Printing am 6. Juni 2018
  • das Forum Luftfahrt am 7. Juni 2018

Mehr als 200 Aussteller werden in der ausgebuchten Messe die neuesten Entwicklungen, Produkte und Leistungen rund um das Additive Manufacturing vorstellen. 2017 kamen 4.800 (2016: 4.500) Fachbesucher und Kongressgäste sowie 207 Aussteller (2016: 176) aus 13 Ländern zur Rapid.Tech + FabCon 3.D nach Erfurt.

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