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Mitgliederversammlung Verband fordert Entbürokratisierungs-Offensive für die Medtech-Branche

Redakteur: Kristin Breunig

Der Medizintechnik-Mittelstand kämpft mit bürokratischen Hürden und immer neuen Regularien. Ein Beispiel dafür ist die EU-MDR. Der BV-Med fordert nun von der deutschen Wirtschaftspolitik eine bessere Wahrnehmung und mehr Unterstützung für die Branche.

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Der BV-Med mahnt eine bessere Unterstützung und Wahrnehmung der Medizintechnik-Branche durch die Wirtschaftspolitik in Deutschland an.
Der BV-Med mahnt eine bessere Unterstützung und Wahrnehmung der Medizintechnik-Branche durch die Wirtschaftspolitik in Deutschland an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

93 Prozent der Medtech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. „Die Medtech-Branche ist mittelständisch geprägt, dynamisch und innovativ“, so der BV-Med-Vorsitzende Dr. Meinrad Lugan. Auf der Mitgliederversammlung des deutschen Medtech-Verbandes am 18. März 2021 forderte Lugan „eine bessere Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik“. Prof. Dr. Dennis A. Ostwald, Geschäftsführer des Wirtschaftsforschungs-Instituts Wifor, betonte in seinem Gastvortrag die große Bedeutung der mittelständischen Medizintechnik-Branche „als Leitbranche einer zukunftsorientierten Industriepolitik“. 57 Prozent der Bruttowertschöpfung und 67 Prozent der Erwerbstätigen in der Medizintechnik kommen von kleinen und mittleren Unternehmen. „Die Medtech-Branche ist ein Stabilisator des deutschen Mittelstands“, so Ostwald.

Die Corona-Pandemie mache einmal mehr deutlich, wie unentbehrlich und systemrelevant Medizinprodukte für das Gesundheitssystem und die Patientenversorgung sind. Die Branche habe aber aktuell mit vielen bürokratischen Hürden aus immer neuen gesetzlichen Anforderungen sowie den stark gestiegenen regulatorischen Anforderungen der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) zu kämpfen. Lugans Forderung: „Wir müssen die Krise als Innovationstreiber nutzen. Wir brauchen eine Entbürokratisierungs-Offensive, eine Gesamtstrategie für die Medizintechnik-Branche und eine bessere Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik.“

Beschäftigungsfaktor Medtech-Branche

Die Herstellung von Medizinprodukten gehört neben der Arzneimittel-Herstellung zu den bedeutendsten Teilbereichen der produzierenden industriellen Gesundheitswirtschaft, betonte Ostwald. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 15 Milliarden Euro generiert die Branche 18,5 Prozent der gesamten Wertschöpfung der industriellen Gesundheitswirtschaft. Das Wachstum der Medizintechnik-Wertschöpfung betrage seit 2010 insgesamt 3,5 Prozent bzw. vier Milliarden Euro.

Die Branche bietet über 200.000 Arbeitsplätze, was einem Anteil von fast 20 Prozent am Arbeitsmarkt der industriellen Gesundheitswirtschaft entspricht. Seit dem Jahr 2010 seien 22.000 Erwerbstätige hinzugekommen, sagte Ostwald. Darüber hinaus hinterlässt die Branche aufgrund ihrer wirtschaftlichen Aktivität indirekte und induzierte Wertschöpfungs- und Erwerbstätigeneffekte in Höhe von rund 32 Milliarden Euro und fast 455.000 Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.

Die Medizintechnik sei insgesamt ein wichtiger, stabilisierender und nachhaltiger Wertschöpfungs- und Beschäftigungsfaktor für Deutschland. „Nicht erst seit Corona steigt die politische Aufmerksamkeit für die industrielle Gesundheitswirtschaft sowie ihre Forschung und Produktion. Sie etabliert sich als neue Leitbranche.“ Ostwald sprach sich für erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung der Medizintechnik aus, da diese Investitionen „zur höheren Wertschöpfung sowie höheren Erwerbstätigenzahlen führen“.

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