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Universitätsmedizin Mainz implantiert europaweit erste motorgesteuerte Herzklappen

| Redakteur: Julia Engelke

Kardiologische Patienten der Universitätsmedizin Mainz können seit kurzem von einer neuen Behandlungsoption bei einer verengten Aortenklappe profitieren: Seit Anfang Januar implantierten Kardiologen europaweit bei drei Patienten erstmals eine neue motorgesteuerte und selbstexpandierende Herzklappe.

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Das Team des Herzklappenzentrums Mainz (v.l.n.r.): Dr. Felix Kreidel, Dr. Tobias Ruf, Dr. Stephan von Bardeleben, Prof. Dr. Andres Beiras Fernandez, Dr. Alexander Tamm und Dr. Angela Kornberger.
Das Team des Herzklappenzentrums Mainz (v.l.n.r.): Dr. Felix Kreidel, Dr. Tobias Ruf, Dr. Stephan von Bardeleben, Prof. Dr. Andres Beiras Fernandez, Dr. Alexander Tamm und Dr. Angela Kornberger.
( Bild: Peter Pulkowski )
  • Klappe lässt sich leichter und sicherer implantieren
  • Undichtigkeiten werden nach der Implantation weiter minimiert
  • Universitatsmedizin Mainz als europäischer Vorreiter

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung leiden in Deutschland immer mehr Menschen an einer symptomatischen Verengung der Aortenklappe. Die sogenannte Aortenklappenstenose ist der häufigste Herzklappenfehler des älteren Patienten. Die Standardtherapie, die jedoch vor allem bei jüngeren Patienten angewandt wird, war bisher ein herz-chirurgischer Klappenersatz. In den letzten fünf Jahren ist insbesondere aufgrund eines hohen Anteils an älteren, teils voroperierten Patienten die kathetergestützte Aortenklappenersatztherapie oder kurz TAVI mehr und mehr in den Vordergrund gerückt – 2018 gab es in Deutschland knapp 20.000 Eingriffe dieser Art.

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Das Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz nimmt auf dem Gebiet der schonenden Herzklappentherapie mit über 700 Eingriffen pro Jahr eine Spitzenposition ein, alleine 400 TAVI-Prozeduren wurden im vorherigen Jahr hier durchgeführt. Jetzt können die Kardiologen die ersten Implantationen des neuesten Modells einer selbstexpandierenden Aortenklappe in Mainz vermelden.

Leichte und sichere Implantation

Die neue Herzklappe weist für Patienten wie Implanteure mehrere Vorteile auf:

  • Durch ihre spezielle Form erleichtert sie den Zugang zu den Herzkranzgefäßen und bedingt geringere Undichtigkeiten neben der Klappe.
  • Ein aktives biegbares Kathetersystem ermöglicht eine schonende Steuerung über den Aortenbogen.
  • Es ist die erste Herzklappe, die mit einem Elektromotor eine kontrollierte Freisetzung der Herzklappe bei einem sehr kurzen Nitinolgerüst, einer Legierung aus Titan und Nickel, ermöglicht.

Mainz als europaweit erstes Zentrum

Die ersten drei Implantationen wurden in Mainz durch Dr. Ralph Stephan von Bardeleben, Dr. Alexander Tamm und Prof. Dr. Andres Beiras-Fernandez an Patienten im Alter von 73 bis 91 Jahren – zwei Frauen und einem Mann – durchgeführt. Dr. von Bardeleben, Leiter der Abteilung für strukturelle Herzerkrankungen und Interventionelle Herzklappentherapie, spricht von „einem weiteren wichtigen Schritt zu einer hochpräzisen und schonenden Implantationstechnik, die frühere Gefahren des Verfahrens von schwerwiegenden Komplikationen bei den meist hochbetagten Patienten nun weitgehend ausschalten kann.“

„Die Möglichkeit, eine Weltneuheit hier in Mainz als europaweit erstes Zentrum implantieren zu dürfen, ist Ausdruck unser großen Expertise und wird uns helfen unsere nationale Spitzenstellen im Bereich hochinnovativer kardiologischer Eingriffe bei Herzklappen über Schlüssellochzugänge weiter auszubauen“, kommentiert Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie die Leistung des Herzzentrums an der Universitätsmedizin in Mainz.

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