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VDE-Studie Telemonitoring löst Defizite in der ambulanten Versorgung

Redakteur: Kathrin Schäfer

Die demografische Entwicklung sowie die damit verbundene Zunahme altersbedingter und chronischer Erkrankungen stellen unsere Gesellschaft medizinisch und ökonomisch vor große Aufgaben. Einen wichtigen Beitrag zu deren Lösung kann Telemonitoring leisten, so das Fazit der neuen VDE-Studie „Pro Tele-Monitoring“, die der Technologieverband verfasst hat.

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Patienten werden mit Geräten zur Messung von Vitaldaten wie Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz ausgestattet. Diese Geräte übermitteln systembezogene und diagnostische Daten. Die Daten werden ereignisgesteuert an ein zentrales Zentrum weitergeleitet, wo sie analysiert werden und dem Betreuer oder dem behandelnden Arzt in übersichtlicher Form zur Verfügung stehen.
Patienten werden mit Geräten zur Messung von Vitaldaten wie Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz ausgestattet. Diese Geräte übermitteln systembezogene und diagnostische Daten. Die Daten werden ereignisgesteuert an ein zentrales Zentrum weitergeleitet, wo sie analysiert werden und dem Betreuer oder dem behandelnden Arzt in übersichtlicher Form zur Verfügung stehen.
(Grafik: VDE)

Patienten werden mit Geräten zur Messung von Vitaldaten wie Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz ausgestattet. Diese Geräte übermitteln systembezogene und diagnostische Daten. Die Daten werden ereignisgesteuert an ein zentrales Zentrum weitergeleitet, wo sie analysiert werden und dem Betreuer oder dem behandelnden Arzt in übersichtlicher Form zur Verfügung stehen.

Mit Telemonitoring bis zu 50 Prozent Kosten einsparen

Durch den flächendeckenden Einsatz von Telemonitoring lassen sich in einem Zug die Lebensqualität und -erwartung chronisch kranker Patienten steigern und die Gesamtkosten für die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Lungenkrankheiten im Vergleich zur Standardbehandlung um 10 bis 50 Prozent senken. Entscheidend sind dabei die bis zu 70 Prozent geringeren Kosten für stationäre Behandlungen durch die frühzeitige Erkennung von Veränderungen, aber auch durch einen verbesserten Umgang des Patienten mit seiner Erkrankung. Zu diesem Schluss kommt die neue VDE-Studie „Pro Tele-Monitoring“, die eine Vielzahl aktueller klinischer Studien ausgewertet hat. Der VDE hat sie im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Technologie und Dienstleistungen im Demografischen Wandel“ verfasst.

Telemonitoring führt demnach zu einer höheren Behandlungsqualität, zu einer besseren Therapietreue sowie zu einer Reduzierung von Risikofaktoren für Hospitalisierungen und schwere Folgeerkrankungen. Um diese Potenziale zu erschließen, ist allerdings eine Systemänderung des heutigen Versorgungssystems hin zu einer effizienteren, an Qualität und klinischen Endpunkten orientierten Behandlung erforderlich. Eine zukünftige ambulante Regelversorgung für chronisch Kranke sollte auf standardisierten Verfahren aufgebaut sein, ein unabhängiges Qualitätsmanagement beinhalten und die Möglichkeit einer leistungsabhängigen Vergütung vorsehen.

Flächendeckender Einsatz von Telemonitoring notwendig

Die Notwendigkeit für einen flächendeckenden Einsatz von Telemonitoring liegt auf der Hand. Weit über 50 Prozent der deutschen Gesundheitsausgaben werden für die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) und Asthma sowie für die Wundheilbehandlung aufgewendet. Allein die Kosten für Diabetes samt Komplikationen und Folgeerkrankungen beliefen sich im Jahr 2010 auf zirka 60 Mrd. Euro.

Eine Begrenzung der Versicherungsbeiträge oder staatliche Zuschüsse zur Gesundheitsversorgung werden sich ohne wirksame Maßnahmen zur Effizienz- und Qualitätsverbesserung in der Gesundheitsversorgung nicht erreichen lassen. Die vorgelegte Studie zeigt, dass Telemedizin in diesem Kontext ein wichtiges Instrument darstellt.

Telemonitoring bietet verbesserte Versorgung

Telemonitoring bietet:

  • Verbesserungen im Hinblick auf die leitlinienorientierte Behandlung,
  • eine häufigere Interaktion mit dem Patienten,
  • eine Steigerung der Therapietreue und Selbstverantwortung,
  • eine höhere Lebensqualität und mehr Sicherheit im Alltag,
  • die Verringerung von stationären Aufenthalten und Notfallaufnahmen
  • sowie Kosteneinsparungen bei verbesserter Versorgung.

Die VDE-Studie „Pro Tele-Monitoring“ ist auf der VDE-Website für 250 Euro erhältlich. Für VDE-Mitglieder ist sie kostenlos.

Kontakt:

VDE Verband der Elektrotechnik

Elektronik Informationstechnik e.V.

D-60596 Frankfurt am Main

www.vde.com

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