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Landesmesse Stuttgart

T4M – Technology for Medical Devices: „Weil es die Branche so möchte.“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Nachdem die neue Messe für Medizintechnik in Stuttgart mit „T4M – Technology for Medical Devices“ vergangene Woche einen Namen bekommen hat, steht Messe-CEO Ulrich Kromer im Interview mit Devicemed Rede und Antwort zu den Hintergründen.

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Ulrich Kromer, CEO der Messe Stuttgart: „Von Seiten der Industrie wurde der Wunsch an uns herangetragen, jetzt aktiv zu werden und der Medizintechnik in Stuttgart auch weiterhin eine Bühne zu bieten.“
Ulrich Kromer, CEO der Messe Stuttgart: „Von Seiten der Industrie wurde der Wunsch an uns herangetragen, jetzt aktiv zu werden und der Medizintechnik in Stuttgart auch weiterhin eine Bühne zu bieten.“
( Bild: Tschovikov / Landesmesse Stuttgart )
  • Zahlreiche Verbände und Cluster-Organisationen als Unterstützer
  • Innovation hat Tradition im Land der Tüftler und Denker
  • Parallelität zur Messe Control bietet vielseitige Synergien

Herr Kromer, viele Aussteller und Besucher waren nach der Fusion von Medtec Europe und MT-Connect froh, dass es nur noch eine Messe für Medizintechnik in Süddeutschland geben sollte. Warum setzen Sie den Standort-Wettbewerb zwischen Stuttgart und Nürnberg fort?

Weil es die Branche so möchte. Von Seiten der Industrie wurde der Wunsch an uns herangetragen, jetzt aktiv zu werden und der Medizintechnik in Stuttgart auch weiterhin eine Bühne zu bieten. Die Überlegung eine entsprechende Messe mit der Messe Stuttgart zu konzeptionieren und umzusetzen, steht schon seit zwei oder drei Jahren im Raum: Viele Aussteller kennen uns von unseren Eigenveranstaltungen als zuverlässigen und serviceorientierten Veranstalter und schätzen das hochmoderne Stuttgarter Messegelände mit seiner guten Lage und der vielseitigen Verkehrsanbindung am Stuttgarter Flughafen.

Aus welcher „Ecke“ kamen die lautesten Rufe nach einer Fortsetzung der Medizintechnik-Tradition in Stuttgart?

Aus mehreren Ecken gleichzeitig – und auch deutlich. Wir setzen sehr stark auf persönlichen Austausch. Unsere Messethemen entwickeln wir traditionell partnerschaftlich mit den Branchen. Dafür werden wir sehr geschätzt.

Obwohl sich die meisten Geschäfte mittlerweile online abwickeln lassen und Unternehmer ihre Waren und Dienstleistungen auf dem virtuellen Marktplatz zur Schau stellen können, sind echte Messen weiterhin für speziell für Industrieunternehmen ein wichtiges Marketinginstrument.
Obwohl sich die meisten Geschäfte mittlerweile online abwickeln lassen und Unternehmer ihre Waren und Dienstleistungen auf dem virtuellen Marktplatz zur Schau stellen können, sind echte Messen weiterhin für speziell für Industrieunternehmen ein wichtiges Marketinginstrument.
( Bild: Auma / Statista )

Wen konnten Sie in der Kürze der Zeit als Unterstützer finden?

Unterstützung wurde uns bislang von dem Innonet Kunststoff Netzwerk, dem Mannheim Medical Technology Cluster, der Medical Mountains AG, dem Netzwerk Hochform Pforzheim, der Region Neckar-Alb, dem Verband Swiss Medtech, dem VDMA und hier insbesondere der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik sowie dem Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. (VDWF) zugesagt. Darüber hinaus verfügen wir über ein großes Netzwerk zu internationalen Verbänden und Multiplikatoren, mit denen wir ebenfalls schon in Gesprächen sind.

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Was sind die wichtigsten Vorteile des Standorts Stuttgart für eine Medizintechnik-Messe, speziell gegenüber Nürnberg?

Der starke Wirtschaftsstandort (Stuttgart) Baden-Württemberg ist weltweit bekannt. Im Land der Tüftler und Denker hat Innovation stets Tradition. Das gilt auch für die Medizintechnik. Mit mehr als 600 Unternehmen ist Baden-Württemberg einer der europaweit führenden Standorte auf dem Gebiet der Medizintechnik. Neben den Marktführern der Branche sitzen auch bedeutende Forschungseinrichtungen in der Region. Nicht zu vernachlässigen ist auch die unmittelbare Nachbarschaft zu den, für die Medizintechnik unverzichtbaren Standorten, Schweiz und Frankreich. Unser hochmodernes Messegelände ist in der Branche bekannt und die Aussteller wissen, um die hervorragende Infrastruktur mit dem benachbarten Flughafen Stuttgart, der Autobahn und der S-Bahn-Verbindung zur Stuttgarter Innenstadt. Mit der geplanten Anbindung der Fernbahnstrecke an den Campus Flughafen – Messe Stuttgart steigt die Attraktivität unseres Messestandorts in Zukunft sogar noch weiter an.

Video-Impressionen: Was bietet der Messe-Standort Stuttgart?

Technology for Medical Devices: Das klingt als sei der Name Programm.

Absolut. Und – dafür sind wir bekannt – auch mit dem Drang Programme und Formate gemeinsam mit der Industrie weiterzuentwickeln. Moderne Messekonzepte und neuartige Veranstaltungsformate können nur partnerschaftlich entwickelt werden.

Worin soll sich die T4M gegenüber dem Wettbewerb unterscheiden? Was machen Sie anders, besser?

Die T4M passt ideal in das Portfolio der Industriemessen in Stuttgart. Neben der spanabtragenden Metallbearbeitung (AMB), der Bearbeitung von Schmiede- und Gussteilen (Cast Forge), vielseitiger Lasermaterialbearbeitung (Lasy), dem Werkzeug-, Modell- und Formenbau (Moulding Expo) und industrieller Bildverarbeitung (Vision), ergänzt die Zulieferindustrie der Medizintechnik unser Angebot ganz hervorragend. Viele Verbände und Aussteller sind langjährige Begleiter unserer Messen und fühlen sich hier gut aufgehoben. Und auch die Partner, Aussteller und Besucher der T4M können sich auf unsere hohe Betreuungsqualität, belastbare Kommunikation und klare Zuständigkeitsverteilung verlassen – versprochen.

Aber nicht zu vergessen: Im Herbst findet in Düsseldorf die Compamed statt. Ist und bleibt das die unangefochtene Nr. 1?

Es freut mich, dass Sie ein solches Potential in der T4M sehen. Aktuell arbeiten wir daran, den Vertrauensvorschuss der Branche zu rechtfertigen und fester Partner der Medizintechnik zu werden.

Sie haben die Belegung von 20.000 m² Hallenfläche angekündigt. Rechnen Sie das doch bitte mal um die Anzahl an Ausstellern.

Unser neuer Eingang West mit der neuen Paul Horn Halle (Halle 10) bietet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten. Wir haben deshalb für die Erstveranstaltung die Paul Horn Halle und die direkt gegenüberliegende Halle 9 reserviert. Zu einer erstmalig stattfindenden Veranstaltung eine Ausstellerzahl zu nennen ist nicht ganz einfach. Wir können noch nicht absehen, wie groß die Stände der Aussteller ausfallen und mit wie vielen Gemeinschaftsständen wir rechnen können. Lassen Sie mich diese Frage bei unserer Pressekonferenz beantworten, zu der wir im Vorfeld der T4M einladen werden.

Und mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Eines steht fest: Wir setzen auf Qualität vor Quantität. Das bedeutet, dass wir in erster Linie auf Entscheider aus den Besucherbranchen abzielen und erst im zweiten Blick auf deren Durchdringung.

Können Sie heute schon thematische Schwerpunkte nennen?

Neben Fertigungstechnik und Produktionsumfeld zählen Dienstleistungen sowie Komponenten und Werkstoffe zu den vier Ausstellungsschwerpunkten. Darunter sehen wir beispielsweise im Bereich Fertigungstechnik wichtige Trends wie Automatisierung, additive Technologien oder Entwicklungen in der Mikro- und Nanotechnik. Bei den Komponenten wiederum sehen wir auch Potential im Bereich der Biomaterialien. Die klassischen Be- und Verarbeitungsverfahren, IT-Lösungen und Elektronik werden in der ganzen Bandbreite abgedeckt. Einen besonderen Fokus können die regulatorischen Vorgaben bekommen, die mit Kennzeichnungspflicht und Dokumentation zunehmend an Bedeutung gewinnen.

In welcher Frequenz soll die neue Messe stattfinden? Können sich Aussteller und Besucher den Termin Anfang Mai auch schon für 2020 und darüber hinaus in den Kalender eintragen?

Wir orientieren uns beim Veranstaltungszyklus einer Messe am Innovationszyklus und den Wünschen und Möglichkeiten der Industrie. Die Entscheidung über den Rhythmus werden wir also gemeinsam mit der Industrie und unseren Partnern treffen.

Die erste T4M findet zeitgleich mit der „Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung“ statt. Ist das Zufall oder strategisches Kalkül?

Dem Zufall überlassen wir Dinge recht selten. Die Parallelität zu dieser Gastveranstaltung bietet vielseitige Synergien. Das fängt bei der technologischen Verbindung der Ausstellungsschwerpunkte an und endet mit einem Mehrwert für Aussteller und Besucher. Für eine Erstveranstaltung sind das sehr gute Voraussetzungen.

Zum Abschluss, Herr Kromer: Am Abend des 9. Mai 2019 sind Sie zufrieden, wenn?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Wenn unsere Partner zufrieden sind, die Aussteller auf erfolgreiche Tage zurückblicken können und die Besucher wertvolle Impulse mit nach Hausen genommen haben. Kurzum: Ein gelungener Auftakt liegt uns am Herzen.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed.

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