Suchen

Open Innovation

Sieben innovative Ideen für das Krankenhaus der Zukunft

| Redakteur: Peter Reinhardt

Wie sieht es aus, das Krankenhaus der Zukunft? Im Rahmen eines Open-Innovation-Wettbewerbs wurden nun sieben vielversprechende Ideen ausgezeichnet. Fokus: Wohlfühlklima, antibakterielle Oberflächen und Digitalisierung.

Firmen zum Thema

Der Klassiker eines deutschen Operationssaals. Aber wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus? Diese Frage wurde im Rahmen eines Open Innovation Wettbewerbs beantwortet.
Der Klassiker eines deutschen Operationssaals. Aber wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus? Diese Frage wurde im Rahmen eines Open Innovation Wettbewerbs beantwortet.
(Bild: gemeinfrei)
  • Rund 50 Ideen und teilweise bereits in der Anwendung befindliche Konzepte und Produkte wurden eingereicht
  • Sieben innovative Ideen für keimfreie, digitalisierte und energieeffiziente Krankenhäuser ausgezeichnet
  • Möglichst schnelle Überführung in Produkte und Anwendungen ist das Ziel

Im Rahmen des Innovationspakts der Europäischen Metropolregion Nürnberg hatten die Kompetenzinitiativen Medical Valley EMN, Energieregion Nürnberg und Neue Materialien im September 2016 einen Open-Innovation-Wettbewerb zum Thema „Krankenhaus der Zukunft“ ausgerufen (Devicemed berichtete).

Rund 50 Ideen und teilweise bereits in der Anwendung befindliche Konzepte und Produkte wurden in den drei Themenfeldern Wohlfühlklima, Digitalisierung und Anti-bakterielle Materialien eingereicht. Eine unabhängige Jury, bestehend aus

Bildergalerie

  • Prof. Dr. Clemens Bulitta, Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden
  • Adalbert Meiszburger, Service Gesellschaft Sozialstiftung Bamberg
  • Dr. Marcus Rauch, Cluster Neue Materialien, Bayern Innovativ
  • Richard Weller, CBRE Preuss Valteq

hat nun die Gewinner des Ideenwettbewerbs gekürt.

Wohlfühlklima im Krankenhaus der Zukunft

Im Wettbewerb „Wohlfühlklima im Krankenhaus der Zukunft “ belegte das Projekt C-Souris von Andreas Edmund Pracht und Alexander Herfurtner den 1. Platz. Durch den Einsatz von Unterputz-Lichtschaltern auf Ultraschall-Basis haben Anwender des Systems künftig die Möglichkeit, Energie einzusparen und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen. Die Sensorik in den Lichtschaltern erfasst diverse Umgebungsparameter wie Temperatur, Helligkeit und Luftgüte und kann durch die Steuerung von Raumklimatisierung und Raumbeleuchtung wesentlich zu einer Verbesserung des Wohlfühlklimas beitragen.

Dadurch wird eine Komfortsteigerung sowie die Erhöhung der eigenen Selbständigkeit bis hin zur Steigerung der Sicherheit in Krankenhäusern, betreuten Wohnanlagen und Eigenheimen erreicht. Der Einsatz berührungsloser Schalter kann beispielsweise auch für Kliniken beim Thema Hygiene vorteilhaft sein. Als potenzielle Kunden sieht das Start-up-Unternehmen neben Krankenhäusern auch betreute Wohnanlagen und Privatkunden.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Vorschlag der Interpanel GmbH. Deren Interpanel-System vereint in seinen multifunktionalen und modularen Deckensystemen die Funktionen Kühlen, Heizen, Licht, Akustik und Design in einer Oberfläche. Dadurch deckt es essentielle raumklimatische Bedürfnisse in einem Produkt ab und ermöglicht völlig neue Raumkonzepte in Krankenhäusern.

Antibakterielle Oberflächen im Krankenhaus der Zukunft

Im Wettbewerb „Antibakterielle Oberflächen im Krankenhaus der Zukunft“ ging der 1. Platz an das Projekt „Antibakterielle Folie“ von Christian Michael Gnerlich. Bei seiner Idee geht es um eine selbstreinigende Folie, welche individuell auf unterschiedlichsten Oberflächen aufgeklebt werden kann und somit einfach nachzurüsten ist. Da das Reinigen bestimmter Oberflächen irgendwann unwirtschaftlich wird und sich ständig neuartige Keime bilden, bietet diese Folie mit einer bislang ungenutzten Technologie eine neue Möglichkeit, sich vor der Übertragung von Krankheiten durch Berührung zu schützen. Die Folie schützt aktiv vor Viren und Bakterien und kann Benutzern sogar signalisieren, ob die betreffende Oberfläche zusätzlich gereinigt werden muss oder nicht.

Der 2. Platz ging an Hecosol aus Bamberg. Der Ansatz von Dr. Ralph Brückner verfolgt die Auftragung anti-mikrobieller Metalloxide mittels eines besonderen Sprayverfahrens auf Oberflächen bestehender Praxis- und Krankenhauseinrichtungen. Diese Art der Beschichtung zeigt nicht nur im Labor, sondern auch in der Praxis eine signifikante Reduktion von Keimen, die trotz Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen überleben und somit zum Infektionsrisiko beitragen.

Als weiterer Gewinner wurde ein Team um Frau Kristin Schnepf, Rainer Kuth, Dr. Stefan Popescu und Philipp Treffer mit seinem Beitrag zur „Antibakteriellen Graphenoxidbeschichtung“ ausgezeichnet.

Digitalisierung im Krankenhaus der Zukunft

Im Wettbewerb „Digitalisierung im Krankenhaus der Zukunft“ wurde das Konzept „Mobi Care LBS – Intelligentes mobiles Assistenzsystem für die Intensivpflege mithilfe von Location Based Services“ als Gewinner ausgewählt. Im Rahmen dieses Projektes entstehen an der Technischen Hochschule Deggendorf im Zusammenspiel von Informatik und Pflegewissenschaften gemeinsam mit den Partnern BRK Kreisverband Straubing-Bogen, Wayz Solutions, Hero und IQ Medworks neue Ansätze, um Smart Devices in der Pflege als Assistenzsysteme kontextabhängig einzusetzen. Das kontextsensitive Assistenzsystem basiert auf Computer-Vision-Techniken wie Augmented Reality sowie Cognitive Computing und unterstützt Pflegende bei der alltäglichen Bewältigung von patientenspezifischen Geräteeinstellungen und wichtigen Prozessabläufen – ob im Krankenhaus oder beim Patienten zu Hause.

Als weiterer Gewinner wurde die Go Clinic B.V. mit ihrem Beitrag für eine Patienten-App zur schnelleren Genesung ausgezeichnet.

„Die siegreichen Ideen aus den Wettbewerben werden wir nun zusammen mit Experten aus den drei Branchenbereichen Gesundheit, Materialien und Energie hinsichtlich ihres Umsetzungspotenzials diskutieren“, erläutert Marco Wendel vom Medical Valley das weitere Vorgehen. Ziel ist es, die Ideen möglichst schnell in Produkte zu überführen und in die Anwendung zu bringen.

Lesen Sie auch

Weitere Meldungen aus der Medtech-Branche finden Sie in unserem Themenkanal Szene.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44660272)