Swiss Medtech

Schweizer Medizintechnik schafft 4.000 Stellen in zwei Jahren

| Autor / Redakteur: Kathrin Cuomo-Sachsse / Kathrin Schäfer

Trotz zahlreicher Herausforderungen wie dem Margenzerfall, dem überbewerteten Franken und der MDR/IVDR: Die Schweizer bleiben Gipfelstürmer. Ihren Umsatz konnte die Medizintechnikbranche 2017 auf 15,8 Milliarden CHF steigern.
Trotz zahlreicher Herausforderungen wie dem Margenzerfall, dem überbewerteten Franken und der MDR/IVDR: Die Schweizer bleiben Gipfelstürmer. Ihren Umsatz konnte die Medizintechnikbranche 2017 auf 15,8 Milliarden CHF steigern. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Mit der Branchenstudie zur Schweizer Medizintechnikindustrie legt der Fachverband Swiss Medtech aktuelle Marktzahlen vor. Eine Erkenntnis lautet: Obwohl Margen zerfallen und der Schweizer Franken überbewertet wird, können die Eidgenossen ein Umsatzplus im Milliardenbereich verzeichnen.

  • 58.500 Beschäftigte in der Schweizer Medizintechnikbranche
  • Jahresumsatz von 15,8 Mrd. CHF im Jahr 2017
  • 1.400 Schweizer Unternehmen in der Medizintechnikbranche

Die Kennzahlen der Branchenstudie unterstreichen die große Bedeutung der Medizintechnik für die Schweizer Volkswirtschaft: Rund 58.500 Beschäftigte zählt die Schweizer Medizintechnikbranche heute – das sind 7,3 Prozent mehr als 2015. Sie hat 2017 einen Umsatz von 15,8 Mrd. CHF erwirtschaftet, 1,7 Mrd. CHF mehr als vor zwei Jahren. Das erzielte Umsatzwachstum liegt weit über dem Schweizer BIP-Wachstum. Und die Exporte entsprechen 5,1 Prozent der gesamten Schweizer Ausfuhren. Diese Zahlen und weitere Informationen stammen aus der vom Verband Swiss Medtech zusammen mit der Helbling Gruppe erstellten sechsten Branchenstudie zur Schweizer Medizintechnik-Industrie (SMTI 2018).

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Die Ergebnisse des SMTI 2018 belegen erneut die Robustheit und Flexibilität der Schweizer Medizintechnikindustrie. Dem zunehmenden Margenzerfall und überbewerteten Schweizer Franken haben sich die Unternehmen in den vergangenen Jahren aktiv gestellt und ein Fitnessprogramm absolviert, von dem sie heute profitieren. Trotz des immer härter werdenden internationalen Wettbewerbs, des wachsenden Kosten- sowie Regulierungsdrucks präsentiert sich die Branche nach wie vor agil, innovativ und kompetitiv und leistet einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Volkswirtschaft. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies:

  • Jeder 100. arbeitet in der Medizintechnikbranche. Mit rund 58.500 Mitarbeitern stellt sie 1,1 Prozent der Beschäftigten und damit etwas mehr als jeden 100. Arbeitsplatz in der Schweiz. Die Zahl der Beschäftigten ist seit 2012 durchschnittlich um 2,6 Prozent pro Jahr und 2017 sogar um 4,6 Prozent gestiegen. Seit Herausgabe der ersten SMTI-Studie 2008 hat die Branche 13.000 neue Stellen geschaffen.
  • Der Umsatz beträgt 2,3 Prozent des BIP. Der von den rund 1.400 Schweizer Medtech-Unternehmen erwirtschaftete Umsatz beträgt 15,8 Mrd. CHF. Dies entspricht 2,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Das von der Branche 2017 erzielte Umsatzwachstum von 6,4 Prozent übertrifft das durchschnittliche Schweizer BIP-Wachstum von 1,1 Prozent deutlich.
  • Die Schweiz ist stark im Export. Im weltweiten Vergleich hat die Schweiz ihre Schlüsselstellung als Exportnation weiter gefestigt. Mit 11,3 Milliarden stiegen die Ausfuhren seit 2015 um 0,7 Mrd. CHF und decken somit 5,1 Prozent der gesamten Schweizer Exporte ab. Wichtigste Absatzmärkte sind neben dem Heimmarkt nach wie vor die USA gefolgt von Deutschland.

Die Schweiz bleibt als Produktionsstandort wichtig

Mit 1.400 Herstellern, Zulieferern, Dienstleistern sowie Händlern weist die Schweiz eine hohe Diversität und Dichte auf. Die produzierenden Betriebe verteilen sich über das ganze Land bis in die Alpentäler. Die Medtech-Unternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. Für die Schweiz charakteristisch ist die Häufung von Technologiefirmen, die ihr spezialisiertes Know-how als Zulieferer und Dienstleister zur Verfügung stellen. Die Schweiz ist ein Medtech-Cluster mit einem hohen Anteil an Forschung, Entwicklung und Produktion. Gut vertretene medizinische Anwendungsfelder dieser äußerst vielfältigen Branche sind unter anderem Krankenhausausrüstung und Einwegartikel, Rehabilitation, In-vitro-Diagnostik, Orthopädie und Zahnmedizin.

Zwei Drittel der Unternehmen planen Investitionen im Inland

Als entscheidende Schweizer Standortvorteile nennen die befragten Unternehmen das Vorhandensein von spezifischem Medtech-Know-how, die hohe Produktivität, den liberalen Arbeitsmarkt und das stabile Wirtschaftsumfeld. Zwei Drittel von ihnen planen in den nächsten zwei Jahren Investitionen im eigenen Land. Gleichzeitig setzen Medizintechnik-Hersteller neben der Schweiz vermehrt auch auf das Ausland, um dort optimal von den lokalen Gegebenheiten wie niedrigeren Kosten und vorhandenem Fachpersonal sowie von Kundennähe zu profitieren.

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Ihre im Großen und Ganzen gute Verfassung und positive Entwicklung hilft der Medizintechnik-Industrie, die wachsenden regulatorischen Anforderungen bewältigen zu können. Als größte Herausforderung bezeichnen die Befragten die steigenden Qualitäts- und Dokumentationsanforderungen und erschwerten Produktzulassungen, die sich vor allem mit der Einführung der neuen EU-Regulierungen für Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika (MDR/IVDR) ergibt. Als weitere bedeutende Herausforderung geben die Befragten die schwierige Rekrutierung von Fachpersonal an.

Ein Ziel: Digitalisierungspotenzial besser nutzen

Großes Optimierungs-Potenzial erkennen die Unternehmen in der fortschreitenden Digitalisierung, die sie für eine effektivere Interaktion mit Kunden und für die effizientere Produktion künftig stärker nutzen wollen.

Trotz der genannten Herausforderungen blicken die Befragten zuversichtlich in die Zukunft: Die durchschnittlichen Umsatzwachstumserwartungen liegen für 2018 bei rund sechs Prozent. Um die gute Position der Schweizer Medtech-Industrie auch in Zukunft sicherzustellen, fordern die Befragten einen besseren Zugang zu Fachkräften sowie eine stärkere und gezieltere Forschungs- und Innovationsförderung.

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* Kathrin Cuomo-Sachsse ist zuständig für Medien + PR bei Swiss Medtech, dem Dachverband der Schweizer Medizintechnikindustrie

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