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Briem Steuerungstechnik / Mikroclean Sauberkeit im Reinraum: Messtechnik versus Reinigung

| Redakteur: Peter Reinhardt

Moderne Messtechnik im Reinraum und mechanische Reinigung sind nicht gerade leicht zu vereinbaren. Bei falscher Handhabung stehen die Prozess- und Produktsicherheit auf dem Spiel.

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Das schließt nicht den Gebrauch von Wisch-Werkzeugen aus.
Das schließt nicht den Gebrauch von Wisch-Werkzeugen aus.
(Bild: Briem Steuerungstechnik)
  • Reinraummessgeräte müssen einiges aushalten
  • Reinigungspersonal muss gut geschult sein
  • Geräteoberflächen sind bündig verbaut und resistent gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Bei der Überwachung der Umgebungsparameter in Reinräumen sind sensible Messgeräte im Einsatz. Diese müssen robust genug sein, um mechanischer Reinigung zu widerstehen. Denn es wird gewischt und geschrubbt, nicht selten sind sie aggressiven Reinigungsmitteln ausgesetzt. Und doch dürfen die verwendeten Überwachungseinrichtungen dadurch nicht beeinträchtigt werden, sondern müssen auch während und nach der Reinigung störungsfrei arbeiten.

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Messsensorik richtig reinigen

Darüber hinaus ist die Reinigung der Messsensorik eine Herausforderung für das Reinigungspersonal. Es muss sehr präzise und sorgfältig arbeiten. Einer, der sich damit auskennt ist, Timo Speck. „Unsere Kunden erwarten höchste Standards in der Reinigung und zugleich eine zuverlässige technische Überwachung der Reinräume“, erklärt der Geschäftsführer der Mikroclean GmbH, eines Unternehmens für die Reinraumreinigung. Für ihn ist deshalb klar: „Die Anforderungen der Reinigung müssen im Sinne der Kunden auf die der Technik abgestimmt werden – und umgekehrt.“

Als Partner für technische Fragen arbeiten die Spezialisten von Mikroclean mit Briem Steuerungstechnik zusammen. Der Messgeräteanbieter entwickelt auch Überwachungslösungen für Reinräume und Labore. „Bereits bei der Entwicklung der Messgeräte haben wir auf die Anforderungen der Reinigung geachtet“, betont Matthias Alber, Key-Account-Manager bei Briem. „Und wir zeigen, wie das komplette System fachmännisch gereinigt wird“, ergänzt Speck.

Das Reinraum-Monitoring-System

Das von Briem entwickelte Monitoring-System sorgt für eine kontinuierliche Überwachung verschiedener Parameter im Reinraum. Dazu gehören Raumdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Partikelkonzentration und auch Luftströmung. Die Parameter können je nach Anforderungen des Reinraumbetreibers individuell überwacht werden. Zum einen nach den Vorgaben der Normen und Richtlinien, aber auch nach den oft darüber hinausgehenden Standards der Kunden.

Alber erläutert. „Wir bieten ein umfangreiches und ganzheitliches Monitoring, das alle relevanten Umgebungs- und Prozessparameter überwachen kann. Die lückenlose Aufzeichnung und Dokumentation der Umgebungsparameter wird für Reinraumbetreiber immer wichtiger.“ Die Unternehmen können so nachweisen, dass während der Produktion alle Umgebungswerte in Ordnung waren. Damit dient das Rund-um-die-Uhr-Monitoring der Prozess- und Produktsicherheit.

Um den verschiedenen Phasen im Produktionsprozess gerecht zu werden, kann das Reinraum-Monitoring in verschiedenen Profilen gefahren werden. Dazu zählt auch ein Profil für die Reinigung. In diesem Profil sind spezielle Grenzwerte für die Reinigung hinterlegt, um unnötige Fehlalarme zu vermeiden.

Hygienc Design von technischen Reinraumeinrichtungen

Entscheidend für die Reinigung ist das Hygienic Design der technischen Reinraumeinrichtungen. Alle Anzeigeninstrumente werden als glatte Elemente flächenbündig in die Reinraumwand integriert. So bleiben keine Kanten, Spalten oder Übergänge, in denen sich Partikel sammeln können. Das Personal kann die bündigen Flächen einfach und effizient reinigen. Alle Oberflächen der verbauten Geräte sind zudem resistent gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Diese Beständigkeit wurde von Briem in umfangreichen Tests an den Geräten nachgewiesen.

Einen besonderen Reinigungsschutz benötigen die Partikelzähler und Strömungssensoren. Diese sehr sensiblen Messgeräte werden deshalb eigens durch Nullfilter und Abdeckung geschützt. Auch die Anzeigen- und Bedienfelder sind mit einer besonderen Reinigungsschutzfunktion ausgestattet und dadurch gegen Fehlbedienung gesichert. So wird verhindert, dass das Reinigungspersonal während der Reinigung versehentlich die Einstellungen der Messgeräte verändert.

Sensible Messtechnik und mechanische Reinigung stehen nicht im Widerspruch

„Die Kunst ist, definierte Prozesse zu implementieren, um die nicht sichtbaren Partikel und Mikroorganismen zu entfernen“, weiß Speck aus der Praxis. Dazu gehören grundlegende Vorgaben, anhand derer das Personal prozesssicher arbeitet. Eingesetzt werden dürfen nur Produkte und Reinigungsmittel, die für die jeweilige Reinraumklasse geeignet sind. Die hohen Anforderungen an das Personal in Sachen Prozesssicherheit gewährleistet Mikroclean durch aufwendige, regelmäßige Schulungen und Praxistrainings. In diesen Praxistrainings lernen die Mitarbeiter auch den Umgang mit sensibler Messtechnik. Hierzu wurden im Schulungsreinraum bei Mikroclean sämtliche relevanten Messgeräte aus dem Hause Briem installiert.

Die Erfahrungen der beiden Unternehmen zeigen, dass sensible Messtechnik und mechanische Reinigung keineswegs im Widerspruch stehen, sondern gut zu vereinbaren sind. Specks Versprechen lautet daher: „Für die Kunden kombinieren wir Hightech-Monitoring mit einem professionellen Reinigungsstandard und erreichen dadurch höchste Prozess- und Produktsicherheit.“

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