Röchling-Gruppe / Frank Plastic

Röchling wächst weiter in Medizin- und Industrietechnik

| Redakteur: Peter Reinhardt

Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung agiert Frank Plastic fortan im Verbund mit dem internationalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe.
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Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung agiert Frank Plastic fortan im Verbund mit dem internationalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe. (Bild: Frank Plastic)

Die Röchling-Gruppe übernimmt den Kunststoffspezialisten Frank Plastic. Der Deal ist nicht zuletzt eine Folge der neuen Europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR). Frank Plastic verfügt bereits über große Erfahrung im Bereich Regulatory Affairs, will sich den wachsenden regulatorischen Anforderungen künftig aber im Verbund mit dem internationalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe stellen – und letztlich durch gebündelte Kompetenzen die Zukunft in der Medizintechnik sichern.

  • Frank Plastic AG mit Sitz in Baden-Württemberg erworben
  • Ideale Ergänzung des Produktportfolios und der Produktionstechnologien
  • Standort im Nordschwarzwald stärkt Röchlings Medical-Netzwerk

Die Röchling-Gruppe setzt ihren Wachstumskurs fort. Der Kunststoffspezialist aus Mannheim hat mit der Frank Plastic AG einen Anbieter von Medizin- und Industrietechnik mit Sitz in Waldachtal in Baden-Württemberg übernommen – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung. Erst vor wenigen Wochen hatte Röchling den amerikanischen Medizintechnik-Spezialisten Precision Medical Products erworben.

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Wachstumsstrategie Medical und Industrie

„Mit der Akquisition verfolgen wir unsere Wachstumsstrategie im Medical-, aber auch im Industrial-Bereich konsequent weiter. Die Frank Plastic AG ergänzt unser Produktportfolio, unsere Produktionstechnologien und unsere Kundenstruktur in idealer Weise“, begründet Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Röchling-Gruppe als Verantwortlicher für den Unternehmensbereich Medical, die Übernahme. In punkto Größe, Ausrichtung, technischer Kompetenz und kultureller Prägung passe Frank Plastic sehr gut in das Röchling-Firmennetzwerk. „Sie wird am Standort Waldachtal in ihrer nationalen und internationalen Tätigkeit erfolgreich sein“, so Knaebel weiter. Knaebel ist in der Medizintechnik bestens bekannt. Erst im vergangen Jahr wurde die Ära Knaebel als Aesculap-Vorstand überraschend beendet (Devicemed berichtete: Was sind die Hintergründe für den Knaebel-Rücktritt als Aesculap-Vorstand?).

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Joachim Lehmann, BU Director Medical Europe der Röchling-Gruppe, zeigt sich überzeugt, dass sowohl Frank Plastic als auch die Röchling-Gruppe von der Partnerschaft profitieren werden. „Mit Frank Plastic haben wir die Option, zusätzliche Kundenpotentiale besonders im Wachstumsmarkt Medizintechnik zu erschließen“, so Lehmann.

MDR bewegt Piëch zum Verkauf

Die Frank Plastic AG ist ein traditionsreiches Familienunternehmen in Waldachtal nahe Freudenstadt im Schwarzwald, das bereits im Jahr 1940 gegründet wurde. 2013 wurde es von der Ferdinand Piëch Beteiligungs GmbH übernommen und hat sich seither konsequent vom Anbieter für verschiedene Industriebranchen zu einem Hersteller mit Schwerpunkt Medical und für ausgewählte Industrie-Segmente entwickelt. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten in der Frank-Unternehmensgruppe 260 Mitarbeiter 32,4 Mio. Euro Umsatz.

Im Medizintechnikbereich beliefert Frank unter anderem die Segmente Kardiologie, Infusion, Angiografie (CT/MRT), Chirurgie und Ophthalmologie. Der Industriebereich des Unternehmens beliefert ausgewählte Segmente mit Extrusions-Profilen, anspruchsvollen Spritzgussteilen sowie Ventilen, Durchflussmessern und Armaturen. Hier wird es künftig zu einer engen Zusammenarbeit mit Röchling Industrial kommen.

„Wir haben uns zu einer Veräußerung unserer Anteile an der Frank Plastic AG und zu einer Partnerschaft mit der Röchling-Gruppe entschlossen, weil wir hier die allerbesten Zukunfts- und Wachstumsperspektiven für das Unternehmen und den Standort sehen“, erklärt Ferdinand Piëch von der Ferdinand Piëch Beteiligungs GmbH. Für kleinere Unternehmen werde es aufgrund der Neuordnung der Medizinproduktezulassung durch die EU im Jahr 2017 immer schwieriger, sich in diesem hochregulierten Markt zu behaupten beziehungsweise perspektivisch zu wachsen. „Im Verbund mit dem internationalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe können die Mitarbeiter am Standort Waldachtal zuversichtlich in die Zukunft blicken“, so Piëch.

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Kompetenzen im Bereich Regulatory Affairs

Der Unternehmensbereich Medical der Röchling-Gruppe konzentriert sich auf die Bereiche Pharma (Primärverpackung und Medikamentenabgabesysteme), Diagnostik/Patientenüberwachung, Life Sciences (Dialyse und Infusionsmedizin) sowie minimal-invasive Chirurgie/Interventional Medicine. „Das bestehende Produktportfolio von Frank passt ideal in diese Marktsegmente und ergänzt komplementär das Produktportfolio der Röchling-Gruppe“, stellt Knaebel fest. .

Durch partnerschaftliche Entwicklungen mit verschiedenen Kunden habe Frank in den vergangenen Jahren eigene Entwicklungsaktivitäten gestärkt und ein Innovationsmanagement eingeführt. Darüber hinaus habe das Unternehmen enorme Kompetenzen im Bereich Regulatory Affairs (Zertifizierung, Registrierung und Zulassung von Medizinprodukten) erworben. „Diese regulatorische Kompetenz und das bestehende Innovationsmanagement sind wesentliche Kompetenzergänzungen im Netzwerk der Medical-Unternehmen der Röchling-Gruppe“, so CEO Knaebel.

Etabliertes Familienunternehmen für Spritzguss und Extrusion

Frank Plastic wurde in den vergangenen Jahrzehnten als Familienunternehmen geführt und ähnelt in seiner Kundenorientierung stark der Röchling-Gruppe. „Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit kulturell sehr gut gelingen wird“, fährt Knaebel fort. Der CEO von Frank Plastic, Dr. Christian Holzherr, wird dem Unternehmen weiterhin vorstehen. Holzherr: „Der hohe Einsatz unserer Mitarbeiter hat Frank Plastic in die heutige Position gebracht. Ich bin überzeugt, dass wir unseren Weg in der Röchling-Gruppe erfolgreich weitergehen werden.“

Sowohl im Bereich der Medizintechnik als auch der Industrie überzeugt Frank mit seinem Know-how und seinen breitgefächerten Produktionstechnologien. Die Spritzgussfertigung startete schon 1960 und wurde 1970 um die Extrusionstechnologie erweitert. Bereits 1980 nahm Frank die erste Medizinproduktion im Reinraum in Betrieb. Neben zirka 70 Spritzgussmaschinen, davon 40 im Reinraum ISO 8, werden rund 18 Extrusionslinien betrieben. Darüber hinaus sind mehrere spanabhebende Bearbeitungszentren installiert. Die Produktionstechnologien ergänzen die der Röchling-Gruppe; stellen in einigen Fällen aber auch eine wesentliche zusätzliche Kompetenz dar. Dazu zählt beispielsweise die Schlauch-Extrusion unter Reinraumbedingungen. Frank Plastic dürfte damit als neues Verbundunternehmen von Röchling Medical eine wichtige Rolle im globalen Firmennetzwerk der Röchling-Gruppe spielen.

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