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Medica / Compamed 2019 Robotik, Künstliche Intelligenz und die MDR dominieren das Messegeschehen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Handelsrestriktionen, Brexit, MDR – der Markt für Medizintechnik erweist sich zunehmend als herausfordernd und anspruchsvoller. Auf der Compamed/Medica 2019 konnten Besucher erleben, mit welchen Produkten die Branche auf die Trends dieser Zeit reagiert.

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Gut 121.000 Fachbesucher aus rund 170 Nationen hat das Messeduo Compamed/Medica nach Düsseldorf gelockt.
Gut 121.000 Fachbesucher aus rund 170 Nationen hat das Messeduo Compamed/Medica nach Düsseldorf gelockt.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)
  • Health-IT und Künstliche Intelligenz ziehen die Besucher an
  • Medizin-Robotik ist zukünftig fest auf der Medica verankert
  • KI, Deep Learning und Big Data dominieren die Fachforen
  • MDR-Themen ziehen die meisten Besucher beim Compamed Suppliers Forum by Devicemed an

5.500 Aussteller bei der Medica und fast 800 bei der Compamed haben erneut für eine neue Rekordbeteiligung gesorgt. Aus Sicht der vielen länderübergreifend agierenden Aussteller besonders erfreulich: Von den gut 121.000 Fachbesuchern verfügen mehr als 90 Prozent über Entscheidungskompetenz. Zwei Drittel der Besucher kam aus dem Ausland, aus insgesamt rund 170 Nationen.

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Was stand thematisch im Mittelpunkt der Medica?

„Das Medica Health IT Forum sowie das Medica Connected Healthcare Forum bildeten regelrechte Hotspots, waren an allen Tagen stark besucht und zählten insgesamt mehr als 10.000 Besucher“, zeigt sich Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf, erfreut hinsichtlich der Akzeptanz. Deutlich wurde: Health-IT wird immer weniger als isolierte Disziplin betrachtet. Speziell im Bereich der Elektromedizin und Medizintechnik sind viele Innovationen softwaregetrieben (vermehrt unter Einbezug Künstlicher Intelligenz) und ausgerüstet mit notwendigen Schnittstellen zur sicheren Einbindung in Netzwerkstrukturen.

Von Kuka bis Stryker – Robotik als Medtech-Anwendung mit Perspektive

Exemplarisch für diese Entwicklung stehen medizinische Robotik-Anwendungen, die einen inhaltlichen Fokus der Medica 2019 bildeten und zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen werden. So nutzte mit Kuka ein Anbieter für Robotik- und Automatisierungslösungen die Medica, um im Rahmen des Finales seines „Innovation Award“ Einsatzmöglichkeiten für seinen medizinischen Leichtbau-Roboter LBR Med aufzuzeigen. Die Bandbreite der Award-Themen reichte von einer Roboterplattform mit Magnetkapsel zur Früherkennung von Darmkrebs über eine Anwendung zur roboterunterstützten Laserbehandlung von Beinvenen bis hin zu einer roboterassistierten, personalisierten Rückenmassage. Eine weitere Medica-Neuheit war Temi von Medisana, ein Home-Care-Roboter, der als digitaler Alltagshelfer Menschen bis ins hohe Alter ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen helfen soll.

Dass Robotereinsatz nicht darauf abzielt, Ärzte zu ersetzen, sondern den „Faktor Mensch“ optimal zu unterstützen, verdeutlicht Robert Geiger, Geschäftsführer von Aktormed: „Unsere roboterunterstützten Assistenzsysteme ermöglichen es dem Chirurgen, minimal-invasive Operationen mit hoher Präzision und größtmöglicher Entlastung zu leisten.“

Das Zukunftsthema Medizin-Robotik wird ab sofort denn auch aufgenommen in die Aussteller-Produktkategorien der Medica. Auf diese Weise können Unternehmen wie Kuka, Aktormed, Intelligent Motion oder auch Stryker mit Know-how in „Medical Robotics“ schnell von Besuchern identifiziert werden.

Ohne Künstliche Intelligenz ist alles nichts?

Weiter auf dem Vormarsch sind auch kompakte Lösungen für eine bessere Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen, etwa für den Datentransfer zwischen Ärzten sowie für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Was diese stark im Trend liegenden Mobile-Health-Applikationen schon heute für eine unkomplizierte, schnelle Versorgung leisten, demonstrierten viele Aussteller. Die Themenbandbreite umfasste medizinisch zertifizierte Wearables zur Überwachung der verschiedensten Körperparameter ebenso wie u. a. auch Virtual Reality-Applikationen für den Einsatz in der Rehabilitation.

Den Kampf um die weltbeste Health-App-Lösung konnte in den finalen Pitches der 8. Medica App Competition das Team von „SynPhNe“ aus Singapur für sich entscheiden. Sie haben die erste vernetzte, tragbare Lösung entwickelt, die im Rahmen einer Mobilisationstherapie gleichermaßen Gehirn und Muskeln trainiert. Das trägt dazu bei, die funktionelle Unabhängigkeit von Menschen mit Einschränkungen etwa nach einem Schlaganfall oder Verletzungen zu verbessern.

Egal, ob Robotik oder Mobile Health, ohne Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz (KI) und dem Maschinenlernen kommen beide Technologieanwendungsbereiche nicht aus. Deshalb waren KI, Deep Learning und Big Data ebenfalls wichtige Themen im Rahmen der Fachforen, zum Beispiel auch beim Medica Labmed Forum. Hier wurde etwa der praxisnahe KI-Einsatz in der digitalen Pathologie beleuchtet, der besonders Nutzen verspricht hinsichtlich der Diagnostik von Krebserkrankungen.

Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Zulieferer

Die Basis für derartige sportliche Spitzenleistungen unter Einsatz von Spitzentechnologien legen auch die Unternehmen, die im Rahmen der parallelen Compamed in den Hallen 8a und 8b ausstellten. Knapp 800 Aussteller aus 41 Nationen sorgten für eine neue Bestmarke bei der Branchenplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Derzeit profitiert dieser Bereich vor allem vom Bedarf an immer leistungsfähigeren Komponenten und digitalisierten Lösungen für mobile Geräte zur Diagnostik, Therapie sowie Laborequipment.

„Mikrotechnologien sind der Schlüssel für die Digitalisierung von Medizintechnik. Ohne miniaturisierte Bauteile und Verfahren, die eine ultrapräzise Fertigung ermöglichen, sind tragbare und vernetzte Geräte, die Vitalparameter oder Medikation übermitteln und auswerten, nicht möglich“, erklärt Dr. Thomas Dietrich, Geschäftsführer des IVAM Fachverband für Mikrotechnik.

MDR-Themen sind Publikumsmagnet auf dem Compamed Suppliers Forum by Devicemed

Aktuelle Trends des Zuliefermarktes behandelten zudem die zwei in die Compamed integrierten Fachforen, die einen thematischen Rundumschlag zu allen Aspekten der Entwicklung, Fertigung und Zulassung von Medizinprodukten boten – von Elektronikfertigung über Kunststoff- und Metallbearbeitung bis hin zu Regularien. Auf dem Compamed Suppliers Forum by Devicemed wurde zudem deutlich: Vorträge zur Medical Device Regulation MDR waren besonders gut besucht. Der regulatorische Rahmen für Medizinprodukte ist damit eindeutig das Thema, das Medizintechnikhersteller mit Blick auf den 26. Mai 2020 am meisten umtreibt. Denn genau dann endet die Übergangsfrist für die neue EU-Verordnung. Das Forum in Halle 8b bot eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, sich über die neuen Anforderungen zu informieren und mit Experten des TÜV Süd oder des Bundesverbands Medizintechnologie zu vernetzen.

Gut besucht waren in diesem Zusammenhang auch die kostenlosen Beratungstermine zur MDR mit dem Devicemed-Kolumnisten Stefan Bolleininger und Geschäftsführenden Gesellschafter der Be-on-Quality GmbH am Stand von Devicemed. Am Mittwoch stand Bolleininger Medizintechnik-Firmen zu ihren individuellen Fragen und Problemstellungen Rede und Antwort. Seit 2018 bietet Devicemed diesen kostenlosen Service auf der Messe an.

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