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Roboter-Assistent für die Darmkrebsvorsorge ohne Schmerzen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Gewinner des Kuka Innovation Award 2019 stehen fest: Ein Forscherteam der Universitäten Leeds, Vanderbilt und Turin überzeugte die Jury mit ihrem Konzept für eine robotergestützte, magnetische Endoskopie für die schmerzfreie Darmkrebsvorsorge.

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Große Bühne auf der Medica für alle Finalisten und Juroren des Kuka Innovation Award 2019. In der Mitte das siegreiche Team Roboforce, das für die Entwicklung einer robotergestützten Lösung zur magnetischen Endoskopie ausgezeichnet wurde.
Große Bühne auf der Medica für alle Finalisten und Juroren des Kuka Innovation Award 2019. In der Mitte das siegreiche Team Roboforce, das für die Entwicklung einer robotergestützten Lösung zur magnetischen Endoskopie ausgezeichnet wurde.
(Bild: Kuka)
  • Robotergestützte magnetische Endoskopie
  • Fünf Teams testen Roboter über mehrere Monate
  • Kuka Innovation Award 2019 geht an internationales Forscherteam

„Es war ein spannender Wettbewerb mit exzellenten Projekten. Am Ende hat sich die Jury für ein Konzept entschieden, das Patienten besonders große Vorteile bietet und sogar Leben retten kann. Wir sehen in dieser innovativen Idee großes Potenzial“, erklärte Dr. Rainer Bischoff, Leiter der Kuka-Konzernforschung bei der Preisverleihung am vergangenen Mittwoch auf der Medica in Düsseldorf.

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Roboter hilft, Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen

Die Koloskopie ist weit verbreitet, um Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen. Das Verfahren bietet große Vorteile, birgt mit der aktuellen Technologie aber auch Nachteile wie Perforationsgefahr, Schmerzen und hohe Kosten. Das Team Roboforce, bestehend aus Forschern der Universitäten Leeds, Vanderbilt und Turin, entwickelte als Alternative eine Roboterplattform mit Magnetkapsel, die dank der magnetischen Kopplung mit einem an einem LBR Med montiertem externen Magneten durch den Darm navigiert.

Kurzfilm: Die roboterassistierte Darmkrebsvorsorge im Video

Die fünf besten Konzepte für Healthy Living

Robotik-Talente aus aller Welt hatten sich zuvor mit ihren Ideen rund um das Thema „Healthy Living“ beworben. Eine internationale Jury wählte die fünf besten Konzepte aus:

  • Team I&Bot: Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem. Ziel des Projekts der Entwickler von Capsix Robotics aus Lyon ist es, mit dem Kuka LBR Med eine automatische und personalisierte Rückenmassage durchzuführen. Behandlungen werden auf einem generischen Körpermodell definiert und mit Hilfe von Sensoren auf den Patienten adaptiert. Neben Massagen ermöglicht diese Technologie verschiedene autonome und personalisierte Behandlungen von Körper und Haut.
  • Team A.I. collaborative robot for laser treatments: Chronische Venenerkrankungen werden in der Regel mit laserbasierten Therapien behandelt. Normalerweise führt der Arzt den Laser mit bloßem Auge, was herausfordernd ist und viel Erfahrung verlangt. Das portugiesische Team des Labors 2AI für angewandte künstliche Intelligenz des Polytechnic Institute of Cávado and Ave entwickelt mit dem LBR Med eine roboterunterstützte Laserbehandlung für Beinvenen, die auf einer automatischen Erkennung von ungesunden Venen basiert. Durch die Zusammenarbeit von Arzt und Roboter sollen sich die Behandlungsergebnisse signifikant verbessern.
  • Team Roboforce (Sieger): Koloskopie ist weit verbreitet, um Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen. Das Verfahren bietet große Vorteile, birgt aber auch Nachteile wie Perforationsgefahr, Schmerzen und hohe Kosten. Forscher der Universitäten Leeds, Vanderbilt und Turin entwickeln als Alternative eine Roboterplattform mit Magnetkapsel, die dank der magnetischen Kopplung mit einem externen Magneten auf einem LBR Med durch den Darm navigiert. Um Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu erhöhen, verwendet das Team das Roboception Vision-System und erstellt eine äußere 3D-Karte des Patienten.
  • Team Ironna: Eine grundlegende Herausforderung in der neurochirurgischen Robotik ist die Entwicklung autonomer und intelligenter Roboter, die als hoch-entwickelte Operationsinstrumente eingesetzt werden können. Sie können operative Eingriffe verkürzen und sie sicherer machen. Dafür entwickeln die Forscher der Universität Zagreb ein interaktives robotisches System zur Unterstützung des Neurochirurgen in der OP-Vorbereitungsphase. Für das präoperative Vorgehen arbeitet das Team an einer interaktiven gestenbasierten Operationsplanungsschnittstelle sowie haptischen und visuellen Kontrollmethoden für die OP-Phase.
  • Team Robust: Die Applikation des Teams der TU München beschäftigt sich der roboterassistierten Behandlung von Mikrofrakturen in der Wirbelsäule. Dabei unterstützt der LBR Med den Chirurgen beim Einführen von Nadeln in die Wirbel. Zusätzlich erhält der Chirurg über eine Augmented-Reality-Brille Hinweise zur Prozedur. Das Ziel des Projekts ist es, das derzeitige klinische Verfahren genauer, einfacher nutzbar und effizienter zu machen.

Vier Tage lang zeigten die Finalteams ihre Konzepte auf der größten Medizintechnik-Messe, der Medica 2019, einem breiten Fachpublikum. Darüber hinaus ist der Innovationspreis mit 20.000 Euro dotiert.

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