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Reinraumtauglich: Kunststoff-Freiformen für die Medizintechnik

| Redakteur: Alexander Stark

Auf der Formnext vom 19. bis 22. November 2019 in Frankfurt präsentiert Arburg neue Potenziale des Kunststoff-Freiformens. Erstmals gibt es auf dem Stand des Unternehmens eine Sonderfläche zum Thema Medizintechnik.

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Mit den Freeformern 200-3X und 300-3X deckt Arburg ein breites Spektrum für die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen aus Originalmaterial ab.
Mit den Freeformern 200-3X und 300-3X deckt Arburg ein breites Spektrum für die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen aus Originalmaterial ab.
(Bild: Arburg)
  • Freeformer 300-4X mit zusätzlicher Achse für additive Fertigung faserverstärkter Bauteile
  • Hochtemperatur-Kunststoffe: Materialspektrum um PEI erweitert
  • AKF-Verfahren für Reinraumanwendungen prädestiniert

Auf der Formnext stellt Arburg vier Freeformer vor, darunter technologische Weiterentwicklungen und ein Ausblick zum Thema Faserverstärkung. Außerdem können die Besucher eine Vielzahl an Bauteilen aus Originalmaterialien in Augenschein nehmen. Eine Auswahl davon lässt sich an vier interaktiven Stationen testen.

Auf der Sonderfläche Medizintechnik verarbeitet ein Freeformer 200-3X ein resorbierbares PLLA und zeigt dabei die Vorteile des AKF-Verfahrens für diese anspruchsvolle Branche auf. Das offene System ist für die Medizintechnik prädestiniert, da sich damit auch biokompatible, resorbierbare und sterilisierbare FDA-zugelassene Original-Kunststoffgranulate wirtschaftlich z.B. zu individuell angepassten Orthesen oder Implantaten verarbeiten lassen.

Der Freeformer ist zudem mit einigen kleineren Anpassungen für den Einsatz im Reinraum geeignet, wie Kunden bereits unter Beweis gestellt haben. Er arbeitet emissionsarm und staubfrei und der Bauraum ist generell in Edelstahl ausgeführt. Eine optionale Robot-Schnittstelle ermöglicht eine Automatisierung der additiven Fertigung und die Integration des Freeformers in IT-vernetzte Fertigungslinien. Die Prozessqualität lässt sich zuverlässig dokumentieren und die Bauteile bei Bedarf eindeutig rückverfolgen.

Fortschritte in der Freeformer-Maschinentechnik

Die beiden Freeformer 200-3X und 300-3X decken ein breites Spektrum für die industrielle additive Fertigung ab. Während der Freeformer 200-3X standardmäßig mit zwei Düsen ausgestattet ist, kann der Freeformer 300-3X drei Komponenten zu komplexen Funktionsbauteilen in belastbarer Hart-Weich-Verbindung mit Stützstruktur verarbeiten. Auf der Formnext 2019 wird auf der großen Maschine am Beispiel von für die Luft- und Raumfahrt zugelassenem Ultem 9085 demonstriert, wie sich komplexe Bauteile aus Hochtemperatur-Werkstoffen fertigen lassen. Die Bauraumtemperatur beträgt in diesem Fall rund 180 °C. Mit einem weiteren neuen Exponat bietet Arburg zudem einen technologischen Ausblick, wie sich im AKF-Verfahren faserverstärkte Bauteile realisieren lassen.

Aber auch den Freeformer 200-3X entwickelt das Unternehmen kontinuierlich weiter. An einem solchen Exponat können die Fachbesucher die Technik des Systems genau unter die Lupe nehmen. Der Freeformer 200-3X ist inzwischen mit dem gleichen einteiligen Düsensystem ausgestattet wie sein großer Bruder. Zudem steht ein umfangreiches Software-Update zur Verfügung.

Den AKF-Experten im Arburg Prototyping Center (APC) ist es gelungen, mit einem Freeformer 200-3X ein weiches TPU-Material (Desmopan) mit eingebetteten Carbon-Anteilen zu verarbeiten. Der additiv gefertigte Dehn-Mess-Streifen ist ein flexibles und gleichzeitig elektrisch leitfähiges Zwei-Komponenten-Funktionsbauteil. Das ist bislang einzigartig in der Welt der additiven Fertigung.

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