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PTFE-Lösungen schützen bei Bluttransfusionen

| Autor / Redakteur: Maria De Capua* / Julia Engelke

Die richtige Handhabung, Ausrüstung und das diagnostische Testverfahren sind während des gesamten Bluttransfusionsprozesses von entscheidender Bedeutung. Diese tragen dazu bei, dass eine Kontamination der jährlich weltweit gesammelten fast 112,5 Mio. Bluteinheiten verhindert wird.
Die richtige Handhabung, Ausrüstung und das diagnostische Testverfahren sind während des gesamten Bluttransfusionsprozesses von entscheidender Bedeutung. Diese tragen dazu bei, dass eine Kontamination der jährlich weltweit gesammelten fast 112,5 Mio. Bluteinheiten verhindert wird. (Bild: Shutterstock)

Ob bei chirurgischen Eingriffen, bei der Genesung von Verletzungen oder zur Behandlung von Krankheiten, Bluttransfusionen sind für die Verbesserung der Gesundheit und die Rettung von Leben unerlässlich. Jedes Jahr werden weltweit rund 112,5 Mio. Bluteinheiten gespendet. Trotzdem haben viele Patienten keinen zeitnahen Zugang zu sicherem Blut und sicheren Blutprodukten, sodass der Schutz der verfügbaren Einheiten von entscheidender Bedeutung ist.

  • Infektionsrisiko während des Transfusionsprozesses
  • PTFE-Lösungen als Entlüftungsvorrichtung
  • Anpassung an individuelle Geräteanforderungen möglich

Während vorläufige Maßnahmen zum Screenen von Spendern durch Fragebögen und Blutuntersuchungen im Laborumfeld darauf abzielen, die Empfänger von Transfusionen vor Infektionen zu schützen, besteht nach wie vor erheblicher Spielraum für Fehler. Die Inspektion und Erhaltung von Proben hängen in hohem Maße von der Ehrlichkeit und dem Wissen der Blutspender sowie der richtigen Pflege und Überprüfung der Proben durch Blutbanken und Gesundheitszentren ab. Unsachgemäße Handhabung sowie unzuverlässige Geräte und Instrumente an jeglichem Punkt auf dem Weg vom Spender zum Empfänger können zu kontaminierten Blutproben führen. Dies führt letztendlich zu ungenauen Testergebnissen und öffnet möglichen Infektionen Tür und Tor. Sorgfältig konzipierte Geräte und Instrumente könnten dazu beitragen, die Integrität des gespendeten Blutes und seiner Bestandteile weiter zu gewährleisten.

Risiken während des Transfusionsprozesses

Während des gesamten Transfusionsprozesses besteht bei der Handhabung von Blut ein häufiges Risiko in der Exposition von Pathogenen, die durch das Blut übertragen werden. Die intravenöse Katheterinsertion, die üblicherweise für Anwendungen einschließlich Blutentnahme und Transfusionen verwendet wird, kann eine Infektion in den Blutstrom einbringen. Unmittelbar nach der Einführung werden die Oberflächen des Katheters mit Plasmaproteinen überzogen, die es Bakterien ermöglichen, entlang der Katheterbahn von der Haut nach außen und nach innen zu wandern. Anschließend entwickelt sich ein Biofilm, eine Struktur, die von Bakterien gebildet wird, die sich an einer künstlichen Oberfläche oder an abgestorbenem Gewebe angeheftet haben. Diese Struktur trägt zur Entstehung einer Infektion im Blutkreislauf bei. Komponenten wie eine Katheterverriegelung können das Infektionsrisiko verringern, indem sie eine intraluminale Kontamination verhindern und die Bildung von Biofilm reduzieren; sie werden jedoch nicht kontinuierlich oder allgemein angewendet. Durch schlecht ausgerüstete Geräte kann das von Millionen Menschen dringend benötigte Blut Gefahren ausgesetzt sein. Infektionen verursachen auch im Gesundheitswesen beachtliche Kosten, in den Vereinigten Staaten z. B. in Höhe von 2,68 Mrd. US-Dollar.

Obwohl das Blut vor dem Transfusionsverfahren getestet wird, um die Empfänger und die allgemeine Blutversorgung zu schützen, sind Gesundheitsdienstleister auch bei der Entnahme der Bluteinheiten gefährdet, falls deren Augen, Nase, Mund oder Haut auf freiliegende pathogene Mikroorganismen treffen. Infektionsrisiken durch im Blut übertragene Pathogene können bereits bei einem Nadelstich und sogar einem Spritzer Körperflüssigkeit bestehen. Blutrückfluss - das Austreten von Blut in der Nabe eines eingesetzten intravenösen Katheters - findet während eines jedem Vorganges statt, der eine Injektion erfordert. Während medizinische Fachkräfte auf diesen Blutrückfluss angewiesen sind, um die korrekte Platzierung der Kathetereinheit bei der Blutentnahme sicherzustellen, können unzureichende Materialien für intravenöse und Sicherheitskatheter bei jeder Injektion zu einer möglichen Kontamination führen.

PTFE als Entlüftungsvorrichtung

Lösungen wie gesintertes PTFE können dabei helfen, dieses Problem anzugehen. Gesintertes PTFE, eine Membran mit einer offenzelligen, omnidirektionalen 3D-Porenstruktur, die flexibel gestaltet werden kann, kann als Schnellstecker in intravenösen Kathetereinrichtungen dienen. Dieses poröse Material fungiert als Entlüftungsvorrichtung, durch die Luft oder Gase ungehindert durch die Medien strömen können. Wird es jedoch nass, werden Flüssigkeiten blockiert, indem eine unmittelbare viskose Lösung gebildet wird, die den Luftstrom unterbricht. Dies deutet auf eine weitaus größere Rolle hin, die Lüftungsöffnungen in medizinischen Geräten spielen, und auf die erheblichen Kosten, die das Unterschätzen einer ordnungsgemäßen Entlüftung verursachen.

Die richtige Entlüftung erleichtert den Gas- und Luftdurchstrom und hilft, den Blut-Bypass zu blockieren, durch den Proben oder Einheiten während der Entnahme kontaminiert werden, somit können durch Blut übertragene Pathogene reduziert werden. Gesinterte PTFE-Materialien wurden entwickelt, um diesen Blut-Bypass in arteriellen Spritzen und anderen Geräten zu beseitigen, wodurch Mitarbeiter des Gesundheitswesens während der Blutentnahme und bei Transfusionsverfahren vor infektiösen Substanzen geschützt werden. Eine aus diesem porösen Material hergestellte Entlüftungsöffnung quillt bei Kontakt mit Blut und anderen Flüssigkeiten sofort auf, stoppt den Bypass und verringert die Exposition und Übertragung von Blutpathogenen.

Anpassung an individuelle Anforderungen

Zusätzlich zur Entlüftung und zur Vermeidung von Rückfluss kann gesintertes PTFE in Dicke, Porosität und Volumen an die individuellen Anforderungen der Geräte angepasst werden. Dieses Material mit seiner robusten Festigkeit ermöglicht neben einer größeren Strapazierfähigkeit und Zuverlässigkeit der porösen PTFE-Komponenten eine Verlängerung der Produktlebensdauer. Gesinterte PTFE-Materialien und Filter von medizinischer Qualität können bei Anwendungen in der Infektions- und Injektionstherapie verwendet werden, zwei kritische Bereiche, die bei Verfahren wie Blutspenden und Transfusionen beteiligt sind.

Gesintertes PTFE ermöglicht es medizinischen Geräten, optimal zu funktionieren. Angesichts des steigenden Bedarfs an Bluttransfusionen und der Menge an Blut, die zur Deckung dieses kritischen Bedarfs gespendet wird, können Gesundheitsdienstleister es sich nicht leisten, eine Kontamination durch schlecht ausgerüstete Geräte zu riskieren. Die gesinterten PTFE-Entlüftungslösungen Porex Virtek in medizinischen Geräten sorgen nicht nur dafür, dass die Gesundheitsversorger Vertrauen in ihre Verfahren haben, sondern sie reduzieren möglicherweise auch die Risiken, die beim Umgang mit Blut durch unzuverlässige Geräte entstehen.

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* Die Autorin: Maria De Capua ist Vize-Präsidentin von Porex.

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