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Münchner Start-up gewinnt Silver-Star-Preis für Diabetes-App

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Das junge Münchner Unternehmen Smartpatient ist vergangene Woche gemeinsam mit der Charité Berlin auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig mit dem Silver-Star-Preis 2014 ausgezeichnet worden. Beide arbeiten an der Entwicklung von Mytherapy, einer Smartphone-App für Diabetes-Patienten.

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HHL-Absolvent und Smartpatient-Mitbegründer Philipp Legge: „Als Therapieassistent auf dem Handy überträgt Mytherapy die Diabetes-Therapie jeden Tag in eine übersichtliche Aufgabenliste, die der Patient oder die Patientin nach und nach abarbeitet.“
HHL-Absolvent und Smartpatient-Mitbegründer Philipp Legge: „Als Therapieassistent auf dem Handy überträgt Mytherapy die Diabetes-Therapie jeden Tag in eine übersichtliche Aufgabenliste, die der Patient oder die Patientin nach und nach abarbeitet.“
(Bild: Smartpatient)

Hinter Smartpatient steht unter anderem der gerade einmal 30-jährige Philipp Legge. Der HHL-Absolvent hat das Unternehmen mitgegründet, um mit Mytherapy einen Therapieassistenten für das Handy zu entwickeln. Gemeinsam mit der Charité arbeitet er daran, Mytherapy auch für ältere Menschen mit Diabetes intuitiv zugänglich zu machen und so die Versorgung zu verbessern.

Eine Smartphone-App für ältere Menschen?

Legge, bei Smartpatient verantwortlich für die Produktentwicklung, erläutert: „Die Therapie des Diabetes mellitus ist komplex: Blutzucker messen, Medikamente einnehmen, Insulin spritzen, regelmäßig trinken und an genügend Bewegung denken. Schnell passiert es, dass davon im Alltag etwas versäumt wird. Nichts mehr zu vergessen und abends sicher zu sein, alle Aufgaben gut erledigt zu haben, das ist der Wunsch gerade vieler älterer Menschen mit Diabetes. Hier hilft unsere App: Als Therapieassistent auf dem Handy überträgt Mytherapy die Diabetes-Therapie jeden Tag in eine übersichtliche Aufgabenliste, die der Patient oder die Patientin nach und nach abarbeitet.“ Die Smartphone-App, so Philipp Legge weiter, würde den Patienten helfen, einen Überblick über ihre Gesundheit zu bekommen, unterstütze sie bei der Erhebung gesundheitsbezogener Daten und erinnere sie an Aktivitäten.

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Erste Ergebnisse der Forschungskooperation mit der Charité zeigen, dass Technologie mit der richtigen Anwendung auch bei älteren Patientengruppen hohe Akzeptanz findet: „Durch die Evaluierung der Akzeptanz unserer App bei älteren Patienten konnten wir den Mythos, dass Smartphones ausschließlich für die junge Generation geeignet sind, klar widerlegen“, so der Jungunternehmer, der sein Handwerkszeug an der HHL-Leipzig Graduate School of Management gelernt hat.

Langzeitstudien sind bereits geplant

Welchen Einfluss Mytherapy langfristig auf den Gesundheitszustand hat, soll nun in weiteren Studien untersucht werden. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf dem Langzeit-Einsatz des Therapie-Assistenten liegen. Im Rahmen der Studien soll auch die Software weiterentwickelt werden. Bisher gibt es eine Berichtsfunktion für die Vitaldaten, die dazugehörigen Kurven können ausgedruckt werden. Philipp Legge und das Team der Charité Berlin arbeiten daran, diese Auswertungen noch wertvoller für das Arzt-Patientengespräch zu machen, beispielsweise durch gezielte Aufbereitung von Medikamentenumstellungen. Das könnte den Arzt bei der weiteren Therapieplanung unterstützen.

Wer oder was steht hinter dem Start-up Smartpatient?

Philipp Legge (30), Sebastian Gaede (34) und Julian Weddige (36) haben Ende 2012 das Start-up Smartpatient gegründet. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass viele Patienten besser mit ihrer Krankheit umgehen möchten, aber zu häufig an den Hürden des Alltags scheitern. Diesen Menschen zu helfen, ist die Idee hinter Smartpatient. Philipp Legge fasst das Ziel des in München beheimateten und mittlerweile zwölfköpfigen Teams zusammen: „Smartpatient unterstützt chronisch kranke Patienten bei der konsequenten Umsetzung ihrer Therapie und gibt ihnen das gute Gefühl, diese im Griff zu haben.“

Die HHL, so Legge, habe eine wichtige Rolle bei der Gründung von Smartpatient gespielt. „An der HHL lernt man von Anfang an, den möglichen Aufbau des eigenen Unternehmens als echte Alternative zur ‚klassischen‘ Karriere zu sehen.“ Gut findet Philipp Legge deshalb auch den seit diesem Jahr eingeführten neuen inhaltlichen Fokus seiner Alma Mater: „Innovationen und effizienteres Management im Bereich Health Care sind lange überfällig. Für mich macht das Teilzeit-MBA-Programm der HHL mit dem neuen Schwerpunkt ‚Hospital Management and Health Services‘ daher Sinn. Damit schafft die als Gründerschmiede bekannte HHL perfekte Bedingungen für die Start-ups von morgen,- alleine im Bereich Digital Health sind die Potentiale gigantisch.“

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