med.con 2017

Medizintechnikkonferenz von Engel ein großer Erfolg

| Redakteur: Peter Reinhardt

Inject 4.0 lautet die Antwort von Engel auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Vernetzung. Das Thema bildet im neuen, interaktiven Technologiezentrum in Hannover einen festen Schwerpunkt. Teilnehmer der med.con konnten hier viele Softwarelösungen von Engel selbst ausprobieren.
Inject 4.0 lautet die Antwort von Engel auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Vernetzung. Das Thema bildet im neuen, interaktiven Technologiezentrum in Hannover einen festen Schwerpunkt. Teilnehmer der med.con konnten hier viele Softwarelösungen von Engel selbst ausprobieren. (Bild: Engel)

Kompromisslose Sauberkeit, maximale Produktsicherheit, wirtschaftliche Effizienz: Mehr als 50 Medical-Experten diskutierten auf der Medizintechnik-Konferenz med.con Ende November bei Engel Deutschland in Hannover aktuelle und zukünftige Herausforderungen in der Kunststoffverarbeitung.

  • Netzwerken in neuer Niederlassung
  • Vorträge und Live-Demonstrationen zur Kunststoffverarbeitung
  • Abstimmung vom Rohmaterial über das Werkzeug, die Spritzgießmaschine, Automatisierung und Peripherie bis zur Verarbeitungstechnologie

Am Rande der Vorträge und Live-Demonstrationen nutzten die Teilnehmer zudem die Möglichkeit, die modernisierten Räume und das neue interaktive Technologiezentrum der Niederlassung des Österreichischen Spritzgießmaschinen-Herstellers kennenzulernen. Erst im Mai dieses Jahres hatte Engel den Standort nach großem Umbau neu eröffnet.

Netzwerktreffen für Kunststoffverarbeiter in der Medizintechnik

„Die med.con hat sich als Netzwerktreffen für die Kunststoffverarbeiter in der Medizintechnik etabliert; das hat die jüngste Ausgabe der Veranstaltungsreihe einmal mehr bestätigt“, freut sich Christopher Vitz, Geschäftsführer von Engel Deutschland am Standort Hannover, über das große Interesse der Kunststoffverarbeiter. Nicht nur aus dem Vertriebsgebiet der Niederlassung, sondern auch den angrenzenden Regionen lockte das Programm Medizintechnik-Experten nach Hannover. „Unsere Kunden und Partner nutzen diese Plattform, um sich über Trends sowie innovative Produkte und Verfahren zu informieren und auszutauschen“, bestätigt Christoph Lhota, Leiter der Business Unit Medical von Engel, und ergänzt: „Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind sehr gut, vor allem weil sich viele Anregungen unmittelbar in der Praxis umsetzen lassen.“

Frühe interdisziplinäre Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

In den Vorträgen ging es um Anforderungen und Trends, innovative Produkte, die Chancen der Digitalisierung und vor allem um integrierte Systemlösungen, denn gerade die enge Zusammenarbeit aller Unternehmen schon in einem frühen Projektstadium erweist sich immer öfter als Erfolgsfaktor. Nur wenn von Beginn an vom Rohmaterial über das Werkzeug, die Spritzgießmaschine, Automatisierung und Peripherie bis hin zur Verarbeitungstechnologie alle Komponenten exakt aufeinander abgestimmt werden, lassen sich Qualitäts- und Effizienzpotenziale vollständig ausschöpfen und gegebenenfalls noch Anpassungen am Produktdesign vornehmen – dies machten die präsentierten Beispiele anschaulich deutlich. So konnte beispielsweise in einem aktuellen Projekt die Anzahl der Kunststoffkomponenten eines Inhalers gegenüber dem ursprünglichen Designentwurf reduziert werden, was mehrere Arbeitsschritte und Werkzeuge einsparte und damit die Projektkosten erheblich senkte.

Um aus einer Hand auf die Anforderungen der Verarbeiter individuell zugeschnittene Systemlösungen zu liefern, arbeitet Engel eng mit Partnerunternehmen zusammen, von denen einige als Referenten mit von der Partie waren – darunter IGS Gebo Jagema aus den Niederlanden und Hekuma aus Eching in Deutschland.

Mit Industrie 4.0 zu noch stabileren Prozessen

Ein besonderes Highlight der med.con 2017 in Hannover war die Live-Produktion von Interdentalreinigern in einer hochintegrierten und vollautomatisierten Fertigungszelle. Die Technologie der Systempartner Engel, Hekuma und Hack Formenbau ermöglicht, Interdentalbürsten mit bis zu 500 Borsten im Einkomponenten-Spritzguss in einem einzigen Arbeitsschritt zu produzieren, inline zu prüfen und verkaufsfertig zu verpacken.

Bei einem Gesamtschussgewicht von nur 1,93 g acht Kavitäten mit äußerst filigranen Strukturen vollständig zu füllen, stellt extrem hohe Anforderungen an die Präzision und Prozesskonstanz. Die vollelektrische Antriebstechnik der Engel-Spritzgießmaschine E-Motion leistet hierzu einen großen Beitrag. Um zusätzlich Schwankungen in den Umgebungsbedingungen und im Rohmaterial auszugleichen, kommen intelligente Assistenzsysteme aus dem Engel-Programm Inject 4.0 um Einsatz.

Die Teilnehmer der med.con konnten am Display der Maschine live verfolgen, wie zum Beispiel iQ weight control sowohl den Umschaltpunkt als auch das Einspritzprofil und den Nachdruck Schuss für Schuss automatisch an die aktuellen Bedingungen anpasst und damit Ausschuss proaktiv verhindert. „Industrie 4.0 ermöglicht es uns, die Fertigung noch stabiler, sicherer und planbarer zu machen“, betont in diesem Zusammenhang Lhota. Gerade für die Medizintechnik eröffneten sich hier sehr große Chancen.

Neu eröffneter Standort lockt fast täglich Gäste an

Unter dem Oberbegriff Inject 4.0 bietet Engel bereits heute eine ganze Reihe an Softwareprodukten und Dienstleistungen für die Digitalisierung und Vernetzung der Fertigungsprozesse an. Die Teilnehmer der med.con zeigten großes Interesse an den neuen Möglichkeiten, denn für viele Unternehmen ist das Thema Industrie 4.0 noch Neuland.

Um sowohl die sich eröffnenden Chancen als auch die zu lösenden Herausforderungen anschaulich und praxisnah vermitteln zu können, widmet Engel Deutschland in seinem neuen interaktiven Technologiezentrum in Hannover dem Thema Inject 4.0 einen festen Schwerpunkt. „Wir laden unsere Kunden ein, die Inject-4.0-Produkte hier in unserer Niederlassung auch unabhängig von Veranstaltungen und Seminaren live zu erleben und selbst auszuprobieren“, erklärt Geschäftsführer Vitz. Seit der Neueröffnung des Standorts habe er fast täglich Gäste im Haus. Das Technikum ist jetzt groß genug für unterschiedliche Maschinentypen und Roboter, so dass allen Kunden ein jeweils passendes Demonstrationsumfeld geboten werden kann.

Das Technikum sowie der Veranstaltungs- und Seminarbereich profitieren besonders von der zusätzlichen Nutzfläche in Hannover. Mit der Erweiterung des Standorts hat sich Engel für die zukünftigen Anforderungen seiner Kunden und das weitere Wachstum im deutschen Markt gerüstet.

Lesen Sie auch

Große Spritzgussmaschinen produzieren winzig kleine Bauteile

Fakuma 2017

Große Spritzgussmaschinen produzieren winzig kleine Bauteile

19.09.17 - Nicht nur Massenartikel wie Einwegprodukte, sondern auch die Komponenten vieler Medizingeräte sind heute aus Kunststoff gefertigt. Die Maschinen, die diese Produkte oder Bauteile herstellen, finden Medizintechnikhersteller auf der Fakuma. lesen

Messbar hohes Potenzial – Wearables für den Markt der Medizintechnik

CSEM und Iftest

Messbar hohes Potenzial – Wearables für den Markt der Medizintechnik

08.11.17 - Heute erhältliche Wearables bedienen vornehmlich die Bereiche Consumer und Lifestyle. Dabei streifen Fitness-Wearables durchaus bereits den Healthcare-Aspekt. Die echten Chancen liegen jedoch in der medizinischen Zulassung. Sie grenzt medizinische Wearables von Consumer-Produkten ab. lesen

Weitere Artikel über Kunststoffverarbeitung, Fertigungseinrichtungen und Auftragsfertigung finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

Kommentare werden geladen....

Diesen Artikel kommentieren
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Whitepaper & Videos

Dossier

Roboter in der Industrie 4.0

Roboter sind weltweit auf dem Vormarsch und vielseitig einsetzbar. Das Dossier bietet Ihnen einen interessanten Einblick. lesen

PLM in der Medizintechnik

Verbesserung des Risikomanagements für Medizinprodukte

Dieses Whitepaper untersucht einige der klassischen Herausforderungen des Risikomanagements für Medizinprodukte und zeigt, wie der Prozess mit einer PLM-Lösung erheblich verbessert werden kann. lesen

Software für Medizintechnikhersteller

Handbuch zur Auswahl von Software

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen an Medizintechnikhersteller, spielt der Einsatz von Technologien eine entscheidende Rolle. Dieses Handbuch dient als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der richtigen Technologie. lesen

DER COMMUNITY-NEWSLETTER Newsletter abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45057535 / Fertigung)