France
Suchen

Instron-Bio-Box-Temperierkammer Medizinprodukte bei Körpertemperatur testen

Redakteur: Kathrin Schäfer

In der Medizintechnik prüfen Zulassungsbehörden für die Implantation vor-gesehene Komponenten immer häufiger im physiologischen Zustand. Mit der neuen Instron-Bio-Box-Temperierkammer lassen sich medizinische Geräte und Biomaterialien bei 37 °C Körpertemperatur testen.

Firmen zum Thema

Bild 1 | Das neue Bio-Box-System: Es umschließt den Prüfraum von Einsäulen-Prüfsystemen und hält dort eine konstante Temperatur von 37 °C. Dadurch lassen sich mechanische Eigenschaften wie die Zug-, Druck- oder Biegefestigkeit von Werkstoffen, Halbzeugen und Produkten bei Körpertemperatur erfassen.
Bild 1 | Das neue Bio-Box-System: Es umschließt den Prüfraum von Einsäulen-Prüfsystemen und hält dort eine konstante Temperatur von 37 °C. Dadurch lassen sich mechanische Eigenschaften wie die Zug-, Druck- oder Biegefestigkeit von Werkstoffen, Halbzeugen und Produkten bei Körpertemperatur erfassen.
(Bild: Instron)

Bei besonders großen oder langen Prüfobjekten kann der Einsatz eines temperierten Tauchbads nicht praktikabel sein. Als leistungsstarke Alternative bietet sich hier eine unter kontrollierten Umgebungsbedingungen in Luft ablaufende Versuchsdurchführung an.

Prüfen bei physiologisch relevanten Temperaturen

Die Bio-Box kann als Standardausstattungsteil neuer elektromechanischer Einsäulenprüfsysteme der Serien 3340, 5540 oder 5940 von Instron geordert und an bestimmten, bereits im Einsatz befindlichen Modellen nachgerüstet werden. Dank ihrer großen Abmessungen lässt sich der volle Bewegungsbereich des jeweiligen Systems nutzen. Typisch sind Prüfungen an Nahtmaterial, Kathetern und Schläuchen, Latex-Handschuhen sowie einer Vielzahl anderer Geräte und Biomaterialien bei physiologisch relevanten Temperaturen. Generell ist der Einsatz der meisten Standard-Spannzeuge und Fixierungen möglich, weil diese – anders als bei Verwendung von Tauchbädern – nicht aus hoch korrosionsbeständigem Material hergestellt sein müssen.

Wie funktioniert die Bio-Box-Prüfkammer?

Die Bio-Box-Prüfkammer besteht aus vier Seitenwänden aus Polycarbonat. Das innenliegende Heizrohr sorgt für die benötigte Wärme. Die oben liegenden, mittig angeordneten Luftkanäle gewährleisten einen gleichmäßigen Luftstrom und damit eine gleichmäßige Temperaturverteilung während der Prüfung. Der einstellbare Temperaturbereich reicht von Umgebungstemperatur bis maximal 40 °C. Die Abweichung von der eingestellten Temperatur liegt bei nur +/- 2 °C.

Zwei große, übereinander angeordnete Glastüren auf der Vorderseite ermöglichen den raschen und bequemen Zugriff zum Prüfraum. So hat der Bediener bei kurzen Prüfwegen, wie bei der Belastung von Zahnimplantaten, die Möglichkeit, zum Ein- und Ausbau des Prüflings lediglich die untere Tür zu öffnen und so die Temperatur so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.

Die Bio-Box umschließt zwar den Prüfrahmen, das Bedienpanel und der Notaus-Knopf sind aber ergonomisch sinnvoll außerhalb der Box angeordnet.

Zu den typischen Anwendungen gehört die mechanische Prüfung von Katheterschläuchen. Ein Beispiel für eine optimal auf diese Aufgabe abgestimmte Konfiguration ist die Kombination der Bio-Box mit einem elektromechanischen Einsäulenprüfsystem des Typs Instron 5943 mit einer Nennkraft von 1 kN und 1.123 mm Prüfraumhöhe, das mit einem 100-N-Kraftaufnehmer ausgestattet ist.

(ID:38922720)