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Messe Düsseldorf Medica Education Conference 2015 beleuchtet Chirurgie der Zukunft

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Am 16. November widmet sich die Medica Education Conference dem Thema Innovationen in der Chirurgie. Diskutiert wird, welche technischen Hilfen Chirurgen künftig im OP-Saal unterstützen können – wie beispielsweise das Telechirurgiesystem Mirosurge.

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Das Telechirurgiesystem Mirosurge: Die hochentwickelte Sensorintegration erlaubt eine direkte Interaktion von Arzt, Roboter und Patient.
Das Telechirurgiesystem Mirosurge: Die hochentwickelte Sensorintegration erlaubt eine direkte Interaktion von Arzt, Roboter und Patient.
(Bild: DLR)

Medizintechnische Systeme, die eine enge Verknüpfung von medizinischer Expertise und technischem Know-how erfordern, stehen im Mittelpunkt der Medica Education Conference, einer Informationsplattform für Medizin und Medizintechnik, die vom 16. bis 19. November 2015 wieder in Düsseldorf im Rahmen der Medizinmesse Medica stattfinden wird. Dieses Jahr widmet sich ein Veranstaltungstag der Chirurgie und neuen operativen Techniken.

Am 16. November 2015 erläutern und diskutieren Experten aus Klinik, Forschung und Industrie in Symposien und Frontalvorträgen Fragen, wie und mit welchen Systemen Eingriffe für Patienten noch minimal-invasiver und damit schonender umgesetzt werden können? Weltweit kooperieren Ingenieure und Mediziner, um neue Chirurgiesysteme aus den Laboren in die Klinik zu bringen.

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Das Telechirurgiesystem Mirosurge

Ein Beispiel dafür ist ein Telechirurgiesystem, das Forscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Oberpfaffenhofen entwickelt haben und das in wenigen Jahren in den Operationssälen einsetzbar sein wird. Basiskomponente des Systems ist der Roboter-Arm Miro. Mehrere dieser Miro-Arme ergeben zusammen mit einer Eingabekonsole mit einem 3D-Display und zwei haptischen Eingabegeräten das System Mirosurge.

Chirurgen steuern mittels der wenige Meter von den Patienten entfernten Eingabegeräte mehrere Roboterarme. Dabei ist ein Roboterarm mit einer Stereo-HD-Endoskopkamera bestückt, um Videobilder aus den Patienten zu übertragen. Zwei weitere Arme sind mit DLR-Instrumenten für ein beidhändiges Arbeiten im Operationsfeld ausgestattet. Diese Instrumente sind elektromotorisch angetrieben und tragen Sensoren in der Instrumentenspitze. Die hochentwickelte Sensorintegration erlaubt eine direkte Interaktion von Arzt, Roboter und Patient, das heißt die Sensoren messen Interaktionskräfte und -momente mit dem Gewebe im Operationsfeld. Diese geben sie als haptische Erfahrung an die Ärzte weiter – diese spüren also, dass sie Gewebe schneiden.

Eine Anwendungsmöglichkeit des Systems liegt in der minimal invasiven Chirurgie, also für Schlüssellochoperationen. „Dort zielen wir auf die Gebiete ab, die aufgrund ihrer Komplexität bislang noch der offenen Chirurgie vorbehalten sind“, sagt Dr. Bernhard Kübler, der das System auf der vergangenen Medica Education Conference erstmals vorstellte. Mirosurge vermittle durch optimale Bewegungs- und Manipulationsmöglichkeiten der Instrumente und die sensorgestützte (Kraft-) Rückkopplung das Gefühl an den Chirurgen, mit den Händen im Patienteninneren zu sein. Für die Patienten bedeutet dies noch schonendere Operationen durch minimale Schnitte.

Von der Konferenz in die Fachmesse

Nach dem Besuch des Konferenzthementages können Teilnehmer sich in den Messehallen von weiteren Innovationen im Bereich der Chirurgie begeistern lassen. Die Konferenz endet um 16:00 Uhr. Danach besteht noch bis 18:30 Uhr die Möglichkeit, die Messe zu besuchen. Die Medica findet in diesem Jahr vom 16. bis 19. November statt.

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