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Emporix-Umfrage Manuelle Prozesse bleiben Thema im Healthcare-Commerce

Von Guido Deußing 3 min Lesedauer

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Eine vom Commerce-Softwareanbieter Emporix beauftragte Onlinebefragung deutet auf erhebliche manuelle Aufwände im Healthcare- und Medizintechnikvertrieb hin, obwohl Verkaufs- und Beschaffungsprozesse meist digital beginnen. Die Branchenergebnisse beruhen allerdings auf kleinen Teilstichproben. Sie sind nur als Tendenzwerte zu verstehen und nicht repräsentativ.

 Die Healthcare-Auswertung der von Emporix beauftragten Umfrage beruht auf 31 Befragten auf Anbieter- und 16 auf Käuferseite. Wegen der kleinen Teilstichproben sind die Ergebnisse nur indikativ und nicht repräsentativ.(Bild:  Guido Deußing / KI-generiert)
Die Healthcare-Auswertung der von Emporix beauftragten Umfrage beruht auf 31 Befragten auf Anbieter- und 16 auf Käuferseite. Wegen der kleinen Teilstichproben sind die Ergebnisse nur indikativ und nicht repräsentativ.
(Bild: Guido Deußing / KI-generiert)

Für die Studie „The Autonomous Commerce Shift 2026“ befragte der Marktforschungsanbieter ONE8Y im März 2026 insgesamt 332 B2B-Entscheider auf Anbieterseite und 168 Einkaufsverantwortliche in Deutschland. Berücksichtigt wurden Unternehmen ab 250 Beschäftigten aus fünf Branchen [1,2].

Die im August 2026 vorgelegte Branchenauswertung beruht nach Angaben von ONE8Y auf den vollständigen Individualdaten. Für Healthcare und Medizintechnik umfasst sie 31 Befragte auf Anbieter- und 16 auf Käuferseite. Im Tabellenband weist ONE8Y ausdrücklich darauf hin, dass Teilstichproben mit weniger als 50 Befragten nur indikativ ausgewertet werden können und keine belastbaren repräsentativen Branchenaussagen erlauben.

Digitaler Einstieg, manuelle Arbeit

Von den 31 Befragten auf Anbieterseite gaben 26 an, dass ihre Verkaufsprozesse digital oder überwiegend digital beginnen. Das entspricht 83,9 %. Gleichzeitig berichteten 18 Befragte bzw.58,1 %, dass manuelle oder koordinative Tätigkeiten mehr als ein Viertel ihrer Commerce- und Vertriebsprozesse ausmachen.

Verzögerungen oder Reibungsverluste in der Zusammenarbeit zwischen Abteilungen traten nach Angaben von 26 der 31 Befragten an mindestens einer Stelle regelmäßig auf. Bei der Frage nach besonders zeitaufwendigen Tätigkeiten waren Mehrfachnennungen möglich: 
17 Befragte nannten den Kundenservice und die Bearbeitung von Rückfragen, 16 die Abstimmung zwischen Vertrieb, IT und operativen Bereichen. Die Pflege von Produkt- und Prozessdaten wurde von 12 Befragten genannt. Als strategische Baustellen bezeichneten 14 Befragte die digitale Kundenerfahrung, 12 die IT-Architektur und Systemlandschaft und 11 die Datenqualität.

Ähnliches Bild im Einkauf

Auch die Antworten der 16 Einkaufsverantwortlichen deuten auf ein Nebeneinander von digitalem Prozesseinstieg und manueller Bearbeitung hin. 14 Befragte erklärten, dass ihre Beschaffungsprozesse digital oder überwiegend digital beginnen. Zugleich gaben zwölf an, dass manuelle oder koordinative Tätigkeiten mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit beanspruchen.

Jeweils zehn Einkaufsverantwortliche nannten die interne Abstimmung und Rückfragen bei Lieferanten als besonders zeitaufwendig. Acht verwiesen auf manuelle Aufwände bei Preisfindung und Angebotserstellung. Ebenfalls acht berichteten, dass digitale Abläufe häufig oder sehr häufig manuell unterbrochen werden müssen. Aufgrund der kleinen Fallzahl entspricht bereits eine einzelne Antwort einem Anteil von 6,25 Prozentpunkten.

Ergebnisse als Stimmungsbild einordnen

Emporix interpretiert die Befragung als Hinweis darauf, dass digitale Vertriebskanäle allein noch keine durchgängig automatisierten Abläufe gewährleisten. Nach Ansicht des Unternehmens müssen Commerce-Prozesse so orchestriert werden, dass an den Übergängen zwischen Systemen möglichst keine manuellen Eingriffe erforderlich sind. Emporix plädiert dafür unter anderem für entkoppelte, API-basierte IT-Architekturen.

Bei dieser Einordnung ist zu berücksichtigen, dass Emporix die Studie als Anbieter entsprechender Commerce-Software selbst beauftragt hat. Die Zahlen beruhen zudem auf Selbsteinschätzungen der Befragten. Tatsächliche Bearbeitungszeiten, Produktivitätsverluste oder wirtschaftliche Schäden wurden nicht gemessen.

Die Branchenwerte sind ungewichtet; belastbare Vergleichsdaten zur Grundgesamtheit liegen dem Tabellenband zufolge nicht vor. Wegen der kleinen Healthcare- und Medizintechnik-Teilstichproben lassen sich die Ergebnisse nicht auf die gesamte Branche übertragen. Auch Rangunterschiede gegenüber anderen untersuchten Wirtschaftszweigen wären nicht belastbar. Die Auswertung ist deshalb vor allem als Stimmungsbild aus größeren Unternehmen zu verstehen.

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Referenz

[1] Emporix AG. The Autonomous Commerce Shift 2026: Why digital entry alone is no longer enough and what will shape B2B commerce over the next 24 months [Internet]. Emporix AG; 2026 [zitiert 18. 08. 2026]. Verfügbar unter: emporix.com/insights/autonomous-commerce-shift-study-2026
[2] ONE8Y GmbH. Emporix ACE-Studie 2026: Tabellenband Branchen – finaler Datenstand August 2026 [unveröffentlichter Tabellenband]. Wiesbaden: ONE8Y GmbH; 2026.