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Medtech-Patent der Woche Magnetic Esophageal Advancement (MEGA)

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Medtech-Industrie ist führend bei der Anmeldung von Patenten. Aus der Fülle an Einreichungen beim Deutschen Patent- und Markenamt wählt die Devicemed-Redaktion wöchentlich ihr Patent der Woche. Heute: ein Magnetic Esophageal Advancement (MEGA).

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Magnetic Esophageal Advancement.
Magnetic Esophageal Advancement.
(Bild: DPMA)

Bezeichnung:

Vorrichtung zur magnetischen Elongation des Ösophagus z. B. im Rahmen einer langstreckigen Ösophagusatresie.

Technisches Problem

Langstreckige Ösophagusatresien können häufig nicht primär anastomosiert, sondern die Stumpfenden müssen elongiert und sekundär anastomosiert werden. Bisher gibt es keine Verfahren, die eine schonende intermittierende Elongation der beiden Stümpfe ermöglichen. Zu den bisherigen Lösungen gehört z. B. die Methode nach Foker, die lediglich eine kontinuierliche Elongation bewirkt. Durch die kontinuierliche Elongation wird die Durchblutung des Gewebes beeinträchtigt. Dies kann zu funktionellen Beeinträchtigungen und Perforation der Stumpfenden führen. Bei der Rehbein-Methode wird der Ösophagus zwar nur intermittierend elongiert, aber jede Dehnung bedarf eine Narkose.

Während der Narkose werden die Stumpfenden für wenige Minuten elongiert. Der Wachstumsreiz bei dieser Methode als äußerst gering einzuschätzen.

Lösung des Problems

In die Ösophagusstümpfe werden zwei Implantate eingebracht. Mindestens eines der beiden Implantate besteht aus einem regelbaren ringförmigen Elektropermanentmagneten und das zweite Implantat besteht aus einem magnetischen Gegenstück. Die gewebeschonende Elongation wird durch den regelbaren Elektropermanentmagneten bewirkt, dessen Haltezeit einstellbar ist, und der mit einer Sensorik ausgestattet ist, so dass die Parameter Dauer und Frequenz zur optimalen Gewebedehnung variiert werden können. Optional erfolgt die Steuerung des Elektropermanentmagneten drahtlos oder nach einem vorprogrammierten Programm. Mit der Berührung der beiden Stumpfenden erfolgt die Anastomose der beiden Stümpfe und eine durchgängige Speiseröhrenpassage entsteht.

Anwendungsgebiet

Ösophaguselongation, Medizin

Patentdaten:

  • Aktenzeichen: DE 10 2016 013 422 A1
  • Anmeldetag: 10.11.2016
  • Offenlegungstag: 21.09.2017
  • Anmelder: Boettcher, Michael, PD Dr. med., 22765 Hamburg, DE
  • Erfinder: gleich Anmelder

Die Angaben sind dem Depatisnet des Deutschen Patent- und Markenamtes im Original-Wortlaut entnommen.

https://depatisnet.dpma.de

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Alle „Medizintechnikpatente der Woche“ finden Sie in unserem Themenkanal Konstruktion.

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