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Verbundprojekt "ViseKat" Kontinuierliches Monitoring statt Momentaufnahme: Sensorpflaster soll Triage in Großschadenslagen absichern

Quelle: Pressemitteilung Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt 2 min Lesedauer

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Bei einem Massenanfall von Verletzten entscheidet oft eine einmalige Sichtung über die Behandlungsreihenfolge. Was mit den Opfern passiert, bleibt oft unbeobachtet. Ein Forschungsprojekt der THWS will diese Lücke mit einem intelligenten "Vitalsensorikpflaster" schließen. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesforschungsministerium mit mehr als 600.000 Euro.

So könnte das intelligente Vitalsensorikpflaster aussehen, das derzeit an der THWS in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt wird.(Bild:  Fraunhofer IIS/Paul Pulkert)
So könnte das intelligente Vitalsensorikpflaster aussehen, das derzeit an der THWS in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt wird.
(Bild: Fraunhofer IIS/Paul Pulkert)

Naturkatastrophen, Großbrände, schwere Verkehrsunfälle, Terroranschläge: Kommt es zu einem Massenanfall von Verletzten, müssen Einsatzkräfte in kurzer Zeit viele Betroffene sichten und versorgen. Die Priorisierung erfolgt derzeit überwiegend anhand einer einmaligen Triage. Fehlt es allerdings an Personal und technischen Ressourcen, werden die Vitalzeichen der Verletzten nicht kontinuierlich überwacht. Verschlechtert sich der Zustand einer Person, kann das unbemerkt bleiben. An diesem Punkt setzt das Verbundprojekt „ViseKat – Vitalsensorikpflaster für den Katastrophenfall" an, das am Institut für Rettungswesen, Notfall- und Katastrophenmanagement (IREM) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gestartet ist. Entwickelt werden soll ein kostengünstiges Sensorpflaster, das Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung kontinuierlich erfasst. Ergänzt um die Position der Patienten gehen die Daten in Echtzeit an eine zentrale Einsatzleitung. Veränderungen des Gesundheitszustands sollen so früh erkannt und die Behandlung entsprechend priorisiert werden.

Entscheidungshilfe für Einsatzkräfte 

„Mit dem Vitalsensorikpflaster wollen wir die Versorgung betroffener Personen entsprechend ihres Ist-Zustands bedarfsgerecht optimieren und so ihre Chancen auf Genesung steigern", sagt Projektleiter Prof. Dr. med. Stefan Sesselmann. Die digitale Lösung soll die Qualität der Triage erhöhen, medizinische Ressourcen effizienter einsetzen und damit die Versorgungssicherheit im Bevölkerungsschutz verbessern – ein Thema, das laut Sesselmann angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen an Bedeutung gewinnt.

Drei Jahre Laufzeit, drei Partner 

Das Projekt vereint Kompetenzen aus Rettungswesen, Sensorik und Medizintechnik: Neben dem IREM sind das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC beteiligt. Gefördert wird das Vorhaben über die Maßnahme „VIP+" des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt für die kommenden drei Jahre mit mehr als 600.000 Euro. 
Wichtig zu wissen: Noch handelt es sich um ein Forschungsvorhaben am Anfang der Laufzeit: Aussagen zu Zulassung, klinischer Validierung oder einem möglichen Serienprodukt macht die Hochschule nicht.

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