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Swiss Medtech Kodex zum ethischen Geschäftsverhalten beim Einsatz von Medizintechnik

Redakteur: Peter Reinhardt

Im Swiss Medtech-Kodex sind seit Juni 2017 die Interaktionen der Verbandsmitglieder mit medizinischen Fachkräften und Einrichtungen geregelt. Seit 1. Januar 2018 ist neu deren direkte finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an Bildungskonferenzen von Dritten nicht mehr möglich.

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Fairness, Ehrlichkeit und Erfolg sind kein Widerspruch – im Gegenteil. Der Verband Swiss Medtech hat daher seinen Kodex zum ethischen Geschäftsverhalten beim Einsatz von Medizintechnik um neue Regeln erweitert.
Fairness, Ehrlichkeit und Erfolg sind kein Widerspruch – im Gegenteil. Der Verband Swiss Medtech hat daher seinen Kodex zum ethischen Geschäftsverhalten beim Einsatz von Medizintechnik um neue Regeln erweitert.
(Bild: gemeinfrei)
  • Integrität und Reputation innovativer Medizintechnik schützen
  • Zuwendungen nur noch an medizinische Einrichtungen oder professionelle Konferenzveranstalter
  • Transparenzrichtlinien zur Dokumentation und Offenlegung von Ausbildungszuwendungen

Inwieweit sind Spenden, Geschenke, gesponserte Veranstaltungen, finanzielle Zuschüsse durch die Industrie an Fachpersonen im Gesundheitswesen oder die Abgabe von Gratismustern rechtlich erlaubt und ethisch vertretbar? Wo liegen die Grenzen der Zulässigkeit in der Interaktion zwischen Medizintechnik-Firmen und medizinischen Fachpersonen beziehungsweise Einrichtungen?

Ziel der Zusammenarbeit beider Parteien ist die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung medizinischer Technologien und Anwendungen. Dabei dient die Unterstützung von medizinischen Forschungs- und Bildungsprojekten dazu, die klinischen Fähigkeiten medizinischer Fachpersonen zu optimieren. Dank Instruktionen, Bildung, Schulungen und Serviceleistungen wird zudem eine sichere und wirksame Nutzung der Medizinprodukte gewährleistet.

Konkret definierte Arten von Zuwendungen

Mit dem am 12. Juni 2017 von Swiss Medtech in Kraft gesetzten Branchen-Kodex wird die Verpflichtung geschaffen, medizinische Ausbildung ausschließlich über konkret definierte Arten von Zuwendungen zu unterstützen. Dabei betrifft der Kodex alle Veranstaltungen, die durch die Mitgliedsunternehmen des Verbands unterstützt oder organisiert werden.

Neu ist seit dem 1. Januar 2018 eine direkte Finanzierung der Teilnahme von medizinischen Fachpersonen an Bildungskonferenzen durch Medizintechnik-Firmen nicht mehr möglich. Vielmehr dürfen Zuwendungen nur noch an medizinische Einrichtungen oder professionelle Konferenzveranstalter gerichtet werden. Zusätzlich werden Transparenzrichtlinien zur Dokumentation und Offenlegung von Ausbildungszuwendungen eingeführt.

Weiter enthält der Kodex spezifische Regeln für bestimmte Veranstaltungstypen (Konferenzen, Produkt- und Anwendungsschulungen etc.), für Forschungs- und Beratervereinbarungen, Zuwendungen und Spenden, Muster und Demonstrationsprodukte, Material für die fachliche Weiterbildung und Geschenke von geringfügigem Wert.

Die wichtigsten Neuerungen bei Zuwendungen und Spenden

  • Zuwendungen dürfen nicht an Einzelpersonen, sondern ausschließlich an medizinische Einrichtungen oder professionelle Konferenzveranstalter gezahlt werden.
  • Dafür wird ein schriftlicher Vertrag mit der medizinischen Einrichtung erforderlich, in dem Zweck, Nutzung und Pflichten der Begünstigten festgelegt sind.
  • Unternehmen dürfen zwar nicht Einzelpersonen als Empfänger der Zuwendungen für von Dritten organisierte Bildungskonferenzen benennen, können jedoch den Empfängertypen festlegen.
  • Ausbildungszuwendungen werden auf einer elektronischen Plattform gemäß Transparenzregeln offengelegt.
  • Unternehmen sollen über ein unabhängiges Prüfungsverfahren über Zuwendungs- und Spendenanträge entscheiden. Dies gilt auch für Ausbildungszuwendungen an professionelle Kongressveranstalter, die unabhängig von medizinischen Einrichtungen tätig sind.

Unabhängige Behandlungsentscheide sicherstellen

Mit der Regelung jeglicher Interaktionen zwischen Mitgliedsunternehmen von Swiss Medtech und medizinischen Fachkräften beziehungsweise Einrichtungen ist gemäß des Kodexes sicherzustellen, dass Kliniken, Ärzte, Labortechniker, Pflegekräfte und Krankenhäuser/Kliniken unabhängige Entscheide für medizinische Behandlungen fällen können, ohne dass gerechtfertigte Zuwendungen durch Medizintechnik-Firmen zum Beispiel als unzulässiger geldwerter Vorteil interpretiert werden.

Zweck des Swiss Medtech-Kodex zum ethischen Geschäftsverhalten ist, die Integrität und Reputation aller an der Entwicklung innovativer Medizintechnik beteiligten Parteien noch besser zu schützen. Dabei handelt es sich um eine proaktive, stringente Selbstregulierung durch die Branche, die über die geltende Gesetzgebung hinausgeht.

Vertrauen stärken

Der neue Kodex soll gewährleisten, dass Medizintechnikunternehmen und ihre Vertreter gemäß höchsten ethischen Standards handeln. Er dient dazu, die positive Außenwahrnehmung, das öffentliche Vertrauen und das Verständnis für die wertvollen Beiträge aus der Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften zu stärken. Der Kodex des Schweizer Verbands lehnt sich an den MedTech Europe Code of Ethical Business Practice des europäischen Dachverbands an.

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