Suchen

IHK Bonn/Rhein-Sieg und IHK Aachen Indonesien: Unternehmerreise in einen Absatzmarkt mit Überraschungsfaktor

| Redakteur: Peter Reinhardt

Mit 260 Millionen Einwohnern ist Indonesien der viert-bevölkerungsreichste Staat der Erde – und bald schon soll jeder krankenversichert sein. Auf einer Unternehmerreise können sich Vertreter der deutschen Gesundheitswirtschaft ein Bild der guten Absatzchancen machen.

Firmen zum Thema

Alleine Jakarta bietet mit rund 10 Millionen Einwohnern als größte Stadt Südostasiens enormes Potenzial für deutsche Medtech-Firmen. Nimmt man die Metropolregion Jabodetabek als zweitgrößten Ballungsraum weltweit hinzu, wächst das Potenzial auf etwa 30 Millionen Menschen.
Alleine Jakarta bietet mit rund 10 Millionen Einwohnern als größte Stadt Südostasiens enormes Potenzial für deutsche Medtech-Firmen. Nimmt man die Metropolregion Jabodetabek als zweitgrößten Ballungsraum weltweit hinzu, wächst das Potenzial auf etwa 30 Millionen Menschen.
(Bild: gemeinfrei)
  • Alleine rund 30 Millionen Menschen in der Metropolregion Jabodetabek
  • Kaum inländischen Medtech-Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
  • deutliche Verbesserung der Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen
  • Zunehmende Privatisierung staatlicher Unternehmen sowie zahlreiche Konjunkturprogramme und Reformen

Einen Magnet bildet die Insel Java, auf der 60 Prozent der Bevölkerung leben und den Großteil des BIPs erwirtschaften. Auch das Wirtschaftswachstum des Inselstaates ist mit über 5 Prozent bemerkenswert. Die stark wachsende und konsumhungrige Mittelschicht der großen Bevölkerung wirkt hier als treibende Kraft. Dabei bleibt der Blick in die Zukunft optimistisch: Die Weltbank geht auch in den kommenden Jahren von einem stabilen Wachstum von 5,5 Prozent aus. Diese Prognose gründet nicht zuletzt darauf, dass in den jüngsten Jahren Vertrauen und politische Glaubwürdigkeit gefestigt und damit die Zurückhaltung internationaler Investoren überwunden werden konnten. Im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelten sich im Jahr 2016 zwar die Direktinvestitionen aus Deutschland, mit einem Wert von gerade mal 130 Mio. US Dollar bleiben sie aber auf überraschend niedrigem Niveau.

Exporteure profitieren: „Made in Germany“ zählt

Warum gerade der ASEAN-Raum und Indonesien im Speziellen für deutsche Investoren interessant sind, verdeutlicht Roland Rohde, Indonesienexperte bei Germany Trade & Invest in Jakarta, mit dem Blick auf verschiedene Absatzmärkte. Gegenüber vielen anderen Ländern bietet Indonesien eine stabile Konjunktur sowie geringe inländische Konkurrenz und somit vielfach hohe Gewinnmargen. Deutsche Zulieferer profitieren in diesem Land, das seinen Bedarf an hochentwickelten Gütern überwiegend aus Importen stillt, vom guten Ruf des Siegels „Made in Germany“, der Exporteuren auch in Indonesien vorauseilt.

Protektionistische Züge und eine Volatilität des rechtpolitischen Rahmens existieren zwar weiterhin, doch lässt sich seit 2010 eine deutliche Verbesserung der Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen und eine zunehmende Privatisierung staatlicher Unternehmen feststellen. Unter Präsident Joko Widodo wurden seit 2014 zudem zahlreiche Konjunkturprogramme und Reformen angeschoben, die nun in einer steigenden Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen spürbar werden.

Geschäftschancen im Bereich Medizintechnik und Gesundheit

Noch im Jahr seiner Amtseinführung setzte Widodo die allgemeine Krankenversicherung durch, die heute schon zwei Drittel der Bevölkerung absichert und bis zum Jahr 2019 jeden einzelnen Bürger versorgen soll. Während die Nachfrage nach hochentwickelten Medizintechnikprodukten seitdem in die Höhe ging, fehlt es an inländischen Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. 90 Prozent aller Medikamente und Medizintechnik müssen importiert werden. Deutschland gehört hierbei zu den wichtigsten Zulieferern, da höhere Preise im Vergleich zu chinesischen, japanischen oder US-amerikanischen Produkten Käufer in dieser Branche weniger abschrecken.

Für den geplanten Neubau von rund 2500 Kliniken bedarf es neben hochtechnisierten Geräten auch entsprechender Ausrüstung wie Krankenhausbetten, IT-Ausstattung oder Baumaterialen für Innen- und Außenausbau. Angesichts der vergleichsweise hohen Investitionen in die Gesundheitsversorgung und des kaum vorhandenen Angebots an inländisch produzierter Medizin- und Gesundheitstechnik, sind in Indonesien langfristig interessante Geschäftschancen zu erkennen.

In Indonesien Kontakte knüpfen

Wichtiger noch als die Lektüre zu vielversprechenden Märkten ist es, die Geschäftsbedingungen selbst zu erkunden. Aus diesem Grund bietet die IHK Bonn/Rhein-Sieg in Kooperation mit der IHK Aachen vom 15. bis 20. Oktober 2017 eine Unternehmerreise nach Indonesien an. Ziel sind die Städte Jakarta und Bandung. Teilnehmer haben vor Ort die Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen aufzubauen und den Einstieg in einen Markt zu schaffen, der in den kommenden Jahren großes Wachstum verspricht. Neben direkten B2B-Meetings und Unternehmensbesuchen kann an Netzwerkveranstaltungen und Fachsymposien teilgenommen und eine Fachmesse besucht werden. Briefings und der Kontakt zu wirtschaftlichen und politischen Institutionen klären zudem über die unternehmerischen Rahmenbedingungen in Indonesien auf.

Einen ersten Eindruck des Inselstaates können Unternehmer auf der Veranstaltung „Indonesien – ein Land mit Perspektive“ am 7. Juni von 17:00 bis 20:00 Uhr in Bielefeld erhalten. In Fachvorträgen und Erfahrungsberichten erläutern die Generalkonsulin des Generalkonsulats der Republik Indonesien, der Asien-Pazifikexperte von Germany Trade & Invest sowie Unternehmer Geschäftschancen als auch Hürden für ausländische Unternehmer in Indonesien. Weiterhin werden Details zum Reiseprogramm vorgestellt.

Weitere Infos und Anmeldung zur Unternehmerreise sowie zur Info-Veranstaltung in Bielefeld.

Lesen Sie auch

Weitere Artikel zur Führung von Medtech-Unternehmen finden Sie in unserem Themenkanal Management.

(ID:44597042)