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Hochleistungspolymere halten Keime und Infektionen in Schach

| Autor/ Redakteur: Cathleen Hess / Kathrin Schäfer

Um Patienten vor gefährlichen therapieassoziierten Infektionen (HCAI) zu schützen, müssen Materialien für Labor und Krankenhaus entwickelt werden, die die Ausbreitung der Keime reduzieren. Hierzu zählen Kunststoffe mit verbesserten Sterilisationseigenschaften und höherer chemischer Resistenz, die selbst einer aggressiven Reinigung standhalten.

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Krankenhausbetten werden mit aggressiven Desinfektionsmitteln gereinigt. Das Material Xenoy blends wird für Strukturbauteile wie Seitenschienen, Kopf- und Trittbretter eingesetzt.
Krankenhausbetten werden mit aggressiven Desinfektionsmitteln gereinigt. Das Material Xenoy blends wird für Strukturbauteile wie Seitenschienen, Kopf- und Trittbretter eingesetzt.
(Bild: Sabic)

Die systematische Infektionskontrolle hat Priorität für die Medizintechnik. Denn medizintechnische Geräte werden dadurch, dass sie über ihren Lebenszyklus oftmals von unterschiedlichen Menschen berührt werden, zum indirekten Übertragungsmedium von Erregern. Daher ist es wichtig, in der Konstruktion nur solche Materialien zu verwenden, die die Ausbreitung von HCAI reduzieren können. Das Unternehmen Sabic entwickelt Produkte mit verbesserten Sterilisationseigenschaften und höherer chemischer Resistenz, die selbst eine aggressive Reinigung schadlos überstehen können. Hierzu zählen Kunstharze wie Ultem HU1004 oder Noryl HNA055.

Vor allem Medizintechnikgeräte werden unterschiedlichen Sterilisationsarten, wie zum Beispiel Gamma-Bestrahlung, Wasserstoffperoxid sowie Dampfautoklavierung (bis 134 °C), ausgesetzt. Ultem HU1004, ein thermoplastisches Polyetherimid- (PEI)-Kunstharz, hat sein Leistungsvermögen in allen genannten Sterilisationsmethoden bewiesen. Klare Vorteile von PEI gegenüber Polyphenylsulfon (PPSU) zeigen sich bei der Sterilisation mit Wasserstoffperoxid bei Zugfestigkeit, Duktilität sowie bei der Farbbeibehaltung – entscheidende Faktoren für die Verlängerung der Lebensdauer von Geräten. In Zusammenarbeit mit Indusbello, einem Hersteller von Medizintechnikgeräten in Brasilien, wurde eine differenzierte Lösung basierend auf Ultem HU1004 für Sterilisationsschalen entwickelt, welche die Sicherheit von Patienten verbessert. Vorgeprüft auf Biokompatibilität nach ISO 10993, bietet das Material Flexibilität im Gerätedesign, eine Verbesserung der Transparenz und Ästhetik sowie eine verbesserte Produktivität durch die Produktion im Spritzgussverfahren.

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Für opake Anwendungen wie beispielsweise den Unterbau von Sterilisationsschalen hat die Beibehaltung von mechanischen sowie physischen Eigenschaften eine höhere Priorität als die ästhetischen Gesichtspunkte. Hierfür eignet sich ein speziell entwickelter Kunststoff Noryl HNA055 mit einem ausgewogenen Eigenschaftsprofil, der Schlagzähigkeit, Dimensionsstabilität, chemische Beständigkeit, Hydrolysestabilität und gute Eigenschaftsbeibehaltung auch nach wiederholter Dampf-Sterilisierung mit einer Temperatur von minimal 120 °C und bis zu 134 °C vereint. Er hat eine geringere spezifische Dichte als die meisten im Einsatz befindlichen Thermoplaste, wodurch ein Potenzial zur Reduktion von Bauteilkosten pro erzeugter Einheit gegeben ist. Dieses PPE + PS Blend weist Biokompatibilität nach ISO 10993 auf (gilt nicht für alle Farben).

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