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BVMed-Innovationkonferenz

Grundlagen medizintechnischen Fortschritts

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Lösungsansätze zur Förderung des Unternehmertums sieht er in der Förderung der Kooperation zwischen den technischen und betriebswirtschaftlichen Universitäten, der Bereitstellung der Infrastruktur für die ersten zwei Jahre im universitären Umfeld sowie der Finanzierung des Lebensunterhaltes der Gründer für zwei Jahre. Wagniskapital könne gerade in der Frühphasenfinanzierung helfen, die exzellenten medizinischen Forschungsergebnisse in Deutschland zu einem marktreifen Produkt zu entwickeln. Wichtig sei aber ein vollständiges Gründer-Team mit Management-Expertise und einer guten Vermarktungsstrategie.

Innovationsmanagement als Unternehmensstrategie

„Innovationen sichern die Zukunft des Krankenhauses“, so die These des Gesundheitswissenschaftlers und Kinderarztes Dr. Markus Müschenich, Gründer von ConceptHealth. Sein Appell: „Innovationsmanagement muss Teil der Unternehmensstrategie sein und darf nicht dem Einzelnen überlassen werden. Innovationsmanagement verlangt einen klar geregelten Prozess.“ Müschenich gibt zahlreiche Einblicke in den medizintechnischen Fortschritt, der sich weiter beschleunige.

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Aber: Innovationen haben einen Preis. Krankenhäuser hätten aufgrund der Fallpauschalen mit einer zunehmenden Schere zwischen Kostensteigerungen und DRG-Erlösen zu kämpfen. „Das Lehrbuch der Ökonomie ist abgearbeitet, trotzdem haben die Krankenhäuser immer größere finanzielle Probleme“, so Müschenich. Die entscheidende Frage sei, wie Krankenhäuser mit Innovationen umgehen. Dies sei eine Entscheidung zwischen Aldi oder Apple ─ zwischen Discount und austauschbaren Leistungen oder einer hohen Innovationskultur.

Medizintechnologische Fortschritt und demografischer Wandel

Zum Thema Kosten nimmt direkt in Anschluss an Dr. Müschenich Frau Dr. Ursula Marschall, Leiterin des Kompetenzzentrums Medizin/Versorgungsforschung der Barmer GEK Stellung. Die gesetzlichen Krankenkassen würden im Jahr rund 14 bis 15 Milliarden Euro für Medizinprodukte ausgeben. Bei den Kostensteigerungen wiege der medizintechnologische Fortschritt und die Anreize über Vergütungsstrukturen schwerer als der demografische Wandel. Marschall wirft auch die Frage auf, ob die gesetzlichen Bestimmungen, die die Marktfähigkeit der neuen komplexen Technologien regeln sollen, noch zeitgemäß seien.

Sie selbst plädiert für einen Paradigmenwechsel: „Patientensicherheit ist wichtiger als Ökonomie“, sodass die Patientensicherheit oberste Priorität haben müsse. Dazu gehöre ein unabhängiges zentrales Zulassungsverfahren für Medizinprodukte und patientenzentrierte klinische Studien mit Meldepflicht. Für Hochrisikoprodukte sollte es eine systematische frühe Nutzenbewertung vor flächendeckender Anwendung geben.

Hohe Anforderungen an die CE-Zulassung

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt betont, abschließend, dass sich die gesetzlichen Marktzugangsregelungen für Medizinprodukte nach Meinung aller Experten insgesamt bewährt hätten. Bei Produkten der höchsten Risikoklasse III seien die gesetzlichen Anforderungen an die CE-Zulassung vergleichbar hoch wie beim Arzneimittelrecht. Zwingend vorgeschrieben seien eine Risikoanalyse und Risikobewertung zum Nachweis der Sicherheit, die Durchführung einer klinischen Prüfung zum Nachweis der Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit des Medizinprodukts sowie ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem. Eine Zulassung von Medizinprodukten durch staatliche Zulassungsbehörden würde keine höhere Sicherheit bringen.

Kontakt

BVMed - Bundesverband Medizintechnologie

D-10117 Berlin

www.bvmed.de

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