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Lage der Medizintechnik-Branche Gewinne deutscher Medizintechnikfirmen gehen zurück

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Der BVMed hat in Berlin die Ergebnisse seiner Herbstumfrage zur Lage der Medtech-Branche präsentiert. Fazit der Veranstaltung: Die Medizintechnik-Branche in Deutschland hat eigentlich beste Startbedingungen, wird aber derzeit ausgebremst.

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„Die Rahmenbedingungen für die Medizinprodukte-Unternehmen haben sich in Europa und speziell in Deutschland in der letzten Zeit zunehmen verschlechtert“, sagt der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan.
„Die Rahmenbedingungen für die Medizinprodukte-Unternehmen haben sich in Europa und speziell in Deutschland in der letzten Zeit zunehmen verschlechtert“, sagt der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan.
(Bild: Schäfer)

„Danke, dass Sie sich für Medizintechnik interessieren“, so Manfred Beeres, Leiter Presse beim BVMed, in seiner Begrüßung die versammelte Presse. Interesse für die Medizintechnik, das zeige man zurzeit auch in Brüssel, ergänzt er im Hinblick auf die geplante EU-Medizinprodukte-Verordnung. Einblicke in die Medizintechnik-Branche gibt der Verband aber auch vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene. Und nicht zuletzt auch mit Blick auf die negative Berichterstattung, die der Brustimplantate-Skandal ausgelöst hat, sowie die Äußerungen von Jürgen Graalmann, Chef des AOK-Bundesverbandes, der die Zulassung von Medizinprodukten in Europa vor wenigen Monaten mit der von Kinderspielzeug verglichen hatte. „Medizintechnik ist momentan sehr viel mehr in den Medien präsent als in den vergangenen Jahren“, konstatiert deshalb auch der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan und ergänzt: „Deshalb haben wir eine Chance zu erklären, wie viel Zukunftspotenzial Medizintechnik hat.“

Schlechtere Rahmenbedingungen für Medizintechnik-Unternehmen

Wie sieht die Lage der Branche im Herbst 2013 aus? Eigentlich gar nicht so schlecht, so Lugan in seinem Vortrag: Denn in Deutschland seien nicht nur die Forschungsbedingungen gut, es gebe auch sehr gut ausgebildete Ärzte und Ingenieure, die außerdem eng zusammenarbeiteten. Die mittelständisch geprägte Branche investiere stark in Forschung und Entwicklung, und die Medizintechnik liege bei Patentanmeldungen klar auf Platz 1 aller Rankings – wohlgemerkt, nicht nur, was die Anmeldung, sondern auch was die Umsetzung von Patenten angeht. Dennoch, sagt Lugan, „werden wir durch immer mehr äußere Faktoren ausgebremst. Wir reden seit dem Brustimplantate-Skandal vor zwei Jahren, der durch kriminelle Energie verursacht wurde, nicht mehr über die großen Chancen der Branche, sondern ausschließlich über die Risiken. Wir reden beim künstlichen Gelenkersatz nicht mehr über die 98-prozentige Erfolgsgeschichte und die 99,8-prozentige Implantate-Sicherheit. Stattdessen entfachen die Krankenkassenverbände eine Medienkampagne unter dem Motto: ‚Medizinprodukte sind meist unsicher und gefährlich‘.“ Auch wenn er in der Politik durchaus den guten Willen sehe, die mittelständische Branche zu fördern und die Einführungen von Innovationen zu beschleunigen – Lugan moniert: „Die Rahmenbedingungen für die Medizinprodukte-Unternehmen haben sich in Europa und speziell in Deutschland in der letzten Zeit zunehmen verschlechtert.“

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