Suchen

Inpac Medizintechnik

Erweiterung statt Umzug

| Autor: Kathrin Schäfer

Inpac Medizintechnik zieht um. Im Januar 2016 hat sich Devicemed-Redakteurin Kathrin Schäfer schon einmal vor Ort über diesen Umzug bei laufender Produktion informiert. Über den aktuellen Stand der Dinge hat sie jetzt mit Vertriebsleiterin Dr. Birgit Fischer gesprochen.

Firmen zum Thema

Blick aus dem Reinraum in den Bereich der Endverpackung: Das neue Gebäude bietet eine hochmoderne Fertigung nach neuestem Stand der Technik, mit kurzen Wegen und effektiver Infrastruktur.
Blick aus dem Reinraum in den Bereich der Endverpackung: Das neue Gebäude bietet eine hochmoderne Fertigung nach neuestem Stand der Technik, mit kurzen Wegen und effektiver Infrastruktur.
(Bild: Inpac Medizintechnik )

Frau Fischer, im Januar waren die Büros und Reinräume an Ihrem neuen Standort noch leer. Was hat sich seither getan?

Eine ganze Menge: Der Umzug der Packmittelfertigung ist ohne Lieferunterbrechung erfolgreich abgeschlossen, 20 Prozent der Siegelmaschinen sind bereits umgezogen und qualifiziert, ein neuer Reinigungs- und Desinfektionsautomat ist qualifiziert. Erste Kundenprojekte sind inklusive Kartonage komplett umgezogen.

Außerdem haben wir über 750 Stanz-, Tiefziehwerkzeuge sorgfältig verpackt, umgelagert und nach dem Transport kontrolliert in die neuen Lagerliftsysteme am neuen Standort einsortiert. Mit dem sukzessiven Umzug werden jetzt auch zunehmend Siegelwerkzeuge an den neuen Standort verlagert.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 12 Bildern

Für die Reinigung von Medizinprodukten wird extrem sauberes Wasser mit gleichbleibender Qualität benötigt. Sie haben deshalb in den neuen Räumen eine HPW-Wasseranlage installiert?

Das stimmt, vor der Verlagerung der Verpackungsprozesse wurde eine neue HPW-Wasseranlage in Betrieb genommen und qualifiziert. HPW steht für highly purified water. Für die Qualifizierung der neuen Anlage wurden über 3 Monate die Keimbelastung, Partikelbelastung, Endotoxine, Leitfähigkeit, TOC und Temperatur detailliert kontrolliert, bis die Anlage für die Reinigung der ersten Kundenprodukte freigegeben wurde. Ein innovatives Anlagenkonzept sorgt dafür, dass die Wasserqualität nachweislich deutlich besser bleibt als in der Anlagenspezifikation vorgegeben. Für viele Kunden werden aktuell die Reinigungsrevalidierungen parallel am alten und neuen Standort durchgeführt, um einen reibungslosen Umzug zu ermöglichen.

Im Januar haben Sie mir auch eine neue EO-Sterilisationsanlage gezeigt.

Diese EO-Sterilisationsanlage ist mittlerweile erfolgreich in Betrieb. Die Anlagenqualifizierung und die Zyklusentwicklung sind abgeschlossen. Auch die Anlagenzertifizierung nach ISO 11135 ist bereits erfolgt. Erste Kundenvalidierungen sind gestartet.

Apropos Kundenvalidierung – mit dem Umzug standen sicherlich entsprechende Audits an?

In der Tat, der Umzug und die damit erforderlichen Prozessumstellungen und Freigaben waren die vorrangigen Themen bei den 15 Kundenaudits, die bereits am neuen Standort durchgeführt wurden. Unter anderem war die brasilianische ANVISA für 4 Tage Inspektion da.

Haben Sie denn Ihren bisherigen Firmensitz jetzt aufgegeben?

Nein, im Gegenteil. Mitten im Umzug haben wir aufgrund der hohen Nachfrage beschlossen, den alten Standort weiter zu behalten und dort zukünftig Sonderfertigungen durchzuführen. Damit stehen uns jetzt insgesamt 1.700 m2 Reinraumfläche der ISO Klasse 7 zur Verfügung sowie zusätzliche Erweiterungsflächen von 700 m2. Vorteilhaft ist außerdem: Durch das neue Werk in der Neureutstraße besitzt Inpac zwei Standorte mit separater Infrastruktur und wäre damit auch bei Infra- strukturausfällen sicher aufgestellt. Auch dieser Aspekt wird bei der Qualifizierung der Prozesse an beiden Standorten beachtet.

Stichwort Ausfallsicherheit – wie reibungslos hat denn der Umzug der einzelnen Kundenprojekte in den letzten Monaten funktioniert?

Um einen reibungslosen Umzug der Verpackungs- und Reinigungsprozesse ohne Terminverschiebungen für unsere Kunden zu ermöglichen, war eine hohe Anlagenredundanz erforderlich. Deshalb haben wir in einen neuen, zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsautomaten und die entsprechende Kapazität an Vakuumtrocknung für den neuen Anlagenstandort investiert. Eine komplette Hart- blister-Inlineverpackungslinie mit vollautomatischer Beschickung ist außerdem bestellt und wird Ende 2016 in Betrieb genommen.

Das klingt alles in allem nach einem sehr positiven Resümee.

Ja, ein Umzug ist ein spannender Prozess, bei dem sehr komplexe Anforderungen an alle Mitarbeiter bestehen. Die besondere Herausforderung ist die Aufrechterhaltung der normalen Produktion während des Umzugs. Hierbei ist der Zeitbedarf für die Planung und Requalifizierungen der Anlagen und Kundenfreigabeprozesse erheblich.

Im Rückblick kann ich sagen: Wesentlich zum Gelingen eines Umzugs bei laufender Produktion ist eine detaillierte Planung der Anlagenrequalifizierungen, die frühzeitige Abstimmung mit Kunden, eine möglichst hohe Reserve bei der Anlagenkapazität, redundante Anlagen und nicht zuletzt viele engagierte, hochqualifizierte und flexible Mitarbeiter, die viele Umzugs- und Qualifizierungsaufgaben oft auch außerhalb der normalen Produktionszeiten durchführen. Und am Ende winkt uns eine hochmoderne Fertigung nach neuestem Stand der Technik, mit kurzen Wegen und einer sehr effektiven Infrastruktur.

Die Fragen stellte Kathrin Schäfer.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44207922)