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Solvay Specialty Polymers

Einweg- oder Mehrweginstrumente, was ist besser für die Umwelt?

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Thermoplastehersteller Solvay Specialty Polymers hat jüngst untersucht, ob medizinische Einweginstrumente tatsächlich eine schlechtere Umweltbilanz als vergleichbare Mehrweginstrumente haben und dabei den Fokus auf den Carbon Footprint gerichtet. Die Ergebnisse widersprechen der weit verbreiteten Auffassung über die Umweltbelastung durch Einweginstrumentarien und unterstreichen die ökologische Tragfähigkeit der Metallsubstitution durch Kunststoffe.

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Anhand von Instrumentensets für Knieprothesen wurde der Carbon Footprint ermittelt.
Anhand von Instrumentensets für Knieprothesen wurde der Carbon Footprint ermittelt.
(Bild: Solvay)

„Trotz vielversprechender Aussichten, mit Einwegkonzepten die Häufigkeit nosokomialer Infektionen zu reduzieren, haben Bedenken hinsichtlich des Abfallaufkommens vielerorts zu der Auffassung geführt, dass Einweginstrumente weniger umweltverträglich als herkömmliche Systeme sind“, erklärt Bianca Shemper, Sustainability Manager bei Solvay Specialty Polymers. Unterstützt durch Partner hat der Polymerhersteller diese Bedenken untersucht, um zu ermitteln, ob die vermeintliche Umweltbelastung von Einweginstrumentarium dessen Vorteile überwiegt.

Kumulative Umweltauswirkungen chirurgischer Instrumenten-Sets

Nach den Vorgaben der ISO 14044 für Lebenszyklusanalysen konzentrierte sich die Forschungsgruppe auf die kumulativen Umweltauswirkungen chirurgischer Instrumenten-Sets von Medacta für den Einsatz von Knieprothesen. Das Set ist entweder mit wiederverwendbaren Ganzmetall-Instrumenten (GMK) oder mit spritzgegossenen Einweginstrumenten (GMK Efficiency) aus medizintechnischen Typen mehrerer Hochleistungspolymere von Solvay lieferbar. Im Rahmen der ganzheitlichen Lebenszyklusanalyse wurde der komplette Lebensweg beider Sets untersucht – einschließlich Rohmaterialien, Produktion, Verwendung und Entsorgung sowie Nachgebrauchsmanagement, Wiederverwertung und Materialrückgewinnung.

Insgesamt ergab die Lebenszyklusanalyse für Einweg-Set eine neutrale CO2-Bilanz (Carbon Footprint) im Vergleich mit dem Jahresmittel der Emission an Kohlendioxidäquivalenten bei klinischer Verwendung herkömmlicher Mehrweginstrumente aus Metall. Die Ergebnisse widersprechen damit der weit verbreiteten Auffassung über die Umweltbelastung durch Einweginstrumentarien und unterstreichen die ökologische Tragfähigkeit der Metallsubstitution durch Kunststoffe bei diesen Anwendungen.

Klimalabel „CO2-Neutral“ für die Knieprothetik

Dank der Untersuchungsergebnisse kann Medacta sein GMK-Efficiency-Set an Einweginstrumenten für die Knieprothetik mit dem anerkannten Klimalabel „CO2-Neutral“ von Swiss Climate versehen. Swiss Climate ist eine unabhängige Agentur für Nachhaltigkeitsberatung. Weiteren Daten dieser Agentur zufolge ermöglicht das Einweg-Set zudem eine Einsparung von bis zu 435 Litern Wasser pro Knie-OP, da das wiederholte Waschen und Sterilisieren der Instrumente entfällt.

Die Studie wurde von Solvay Specialty Polymers gemeinsam mit Medacta International als Hersteller von orthopädischen Implantaten, neurochirurgischen Systemen und Instrumenten sowie mit Swiss Climate als unabhängiger Agentur für Nachhaltigkeitsberatung durchgeführt. Ihr Abschlussbericht enthält eine ganzheitliche Lebenszyklusanalyse zur Beurteilung der Umweltauswirkungen von Hochleistungspolymeren in medizintechnischen Anwendungen.

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