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Kunststoffverarbeitung

Einmal-Bioreaktoren im Schnellspritzgussverfahren herstellen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Der Zellwerk GmbH ist es jetzt gelungen, patienteneigene Killerzellen außerhalb des menschlichen Körpers massenhaft und reproduzierbar zu kultivieren. Der hierfür notwendige Bioreaktor, ein Einmalprodukt, wird im Schnellspritzgussverfahren hergestellt.

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Bild 1: Das patentierte System besteht aus einer Brutkammer (links) sowie einer Mess- und Steuereinheit. In der Brutkammer steht der Einmal-Bioreaktor, in dem die Zellen vermehrt werden
Bild 1: Das patentierte System besteht aus einer Brutkammer (links) sowie einer Mess- und Steuereinheit. In der Brutkammer steht der Einmal-Bioreaktor, in dem die Zellen vermehrt werden
(Bild: Proto Labs)

Natürliche Killerzellen, sogenannte NK-Zellen, gelten als mächtige Waffe im Kampf gegen Krebs. Sie werden in der Regel vom Körper selbst produziert und sind in der Lage, Krebszellen zu vernichten sowie virale Infektionen zu verhindern. Bei vielen Patienten ist jedoch das Immunsystem nicht in der Lage, gegen Tumorzellen und Mikroorganismen ausreichend aggressive NK-Zellen zu produzieren. Für dieses Problem bietet die Zellwerk GmbH jetzt eine Lösung an (Bild 1).

Körpereigene Zellen als Arzneimittel produzieren

Prof. Dr. Hans Hoffmeister, Geschäftsführer von Zellwerk, hält ein unscheinbares, transparentes Kunststoffteil mit Deckel in den Händen (Bild 2). „Was Sie hier sehen, ist das Herzstück unserer Bioreaktoren. Es erfüllt alle Anforderungen, um in einem standardisierten und wiederholbaren Prozess körpereigene Zellen in gleichbleibender Qualität als Arzneimittel zu produzieren.“

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Wie funktioniert das?

Man entnimmt dem Patienten beispielsweise Blut, isoliert die Immunzellen, züchtet diese außerhalb des Körpers in therapeutisch nötigen Mengen nach und führt sie wieder zurück in den Körper, zur Bekämpfung von Tumorzellen. Zellwerk hat dies realisiert, zusammen mit Proto Labs. Der Express-Teilehersteller hat mit „Protomold“, einem Service für Kunststoffspritzguss, einen wertvollen Beitrag zur Realisierung geleistet.

Patentierter Einmal-Kunststoffreaktor

Das patentierte System nennt sich ZRP-Technology und setzt sich zusammen aus einem Brutkasten, in dessen steriler Arbeitskammer sich der Bioreaktor sowie ein Sondenadapter befinden (Bild 3). Eine externe Kontrolleinheit überwacht, steuert und dokumentiert alle Parameter. Der Bioreaktor besteht aus Kunststoff und wird als Einmalprodukt benutzt. Er bietet durch seine besondere und immer gleiche Beschaffenheit ein hohes Maß an Prozesssicherheit.

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